Die Vertreibung der Deutschen

Die schlimmsten Verbrechen der Menschheitsgeschichte sind in der Nazizeit von Deutschen begangen worden. Fast zehn Millionen Opfer (Juden, Sowjetische Kriegsgefangene, Behinderte, Zigeuner, Politiche Häftlinge, Zwangsarbeiter u.a.) sind a u ß e r h a l b der Kriegshandlungen zu beklagen.

Bis in die 1970er Jahre wurden diese Verbrechen weitestgehend ignoriert, geleugnet oder relativiert. Dann machten sich jüngere Historiker (auch aus dem Ausland) daran, das Versäumte nachzuholen.

Von Raoul Hilberg bis Götz Aly haben hunderte Forscher und ihre Unterstützer Millionen Dokumente ausgewertet; tausende Zeitzeugen und überlebende Opfer wurden befragt; Gerichtsverfahren halfen bei der Aufklärung.

Heute wird uns Deutschen von allen Seiten – auch aus dem Ausland – bestätigt, dass wir die Naziverbrechen seriös, wahrhaftig und unideologisch aufarbeiten und dokumentieren.

Von 1944 bis 1948 sind mindestens zwölf Millionen Deutsche aus den deutschen Ostgebieten vertrieben worden:

  • 3 200 000 aus Schlesien + 3 000 000 aus dem Sudetenland + 1 960 000 aus Ostpreußen + 1 430 000 aus Pommern + 1 160 000 aus Westpreußen und dem Baltikum + 760 000 aus Rumänien, Jugoslawien und Ungarn + 400 000 aus Ost-Brandenburg.
  • Mehr als 270 000 Deutsche wurden nach Russland deportiert und mussten unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit leisten; viele von ihnen überlebten die Lager nicht oder waren für immer gezeichnet.

Sehr lannge sind die Verbrechen a n Deutschen nicht thematisiert oder erforscht worden, weil „das Leid der Opfer und ihrer Nachkommen Jahrzehnte lang unter der zentnerschweren Platte historischer Schuld Deutschlands begraben lag.“

Im Interesse der Opfer und ihrer Familien und im Interesse der Länder, aus denen die Deutschen vertrieben wurden und damit auch im Interesse einer unbelasteten Zukunft eines friedlichen Europas müssen wir diese „Platte“ beiseite räumen. Es ist endlich an der Zeit, die Vertreibung der Deutschen umfassend, seriös und ohne Rücksichtnahme auf polnische, tschechische und auch russische Legendenbildungen zu erforschen und zu dokumentieren und es ist überfällig, angemessene Erinnerungsorte zu schaffen. Mit einigen Zitaten möchten wir Ihnen die Bandbreite des Themas „Vertreibung“ näher bringen:

= „Selbst der bayerische Ministerpräsident kapitulierte 14 Jahre nach Unterzeichnung der deutsch-tschechischen Erklärung vor der Hartnäckigkeit, mit der die Tschechen an ihren Geschichtsmythen festhalten. Mit „Vereinen“ von ehemaligen tschechoslowakischen Staatsangehörigen (gemeint sind Vertriebene) spricht die Prager Regierung nach wie vor nicht, obwohl sich vor allem junge Tschechen mit den Massenmorden an Deutschböhmen nach dem Krieg auseinandersetzen.“ (B.Kohler)

= „Geboren wurde Hans-Jürgen Syberberg im vorpommerschen Nossendorf. Neun Kilometer entfernt liegt Demmin. Dort kam es 1945 nach dem Einmarsch der Roten Armee zu Massenvergewaltigungen und zum Abbrennen von Häusern. In der Folge brachten sich im wohl größten Massenselbstmord der deutschen Geschichte 1000 Menschen um.“ (Fundstück)

= Rüdiger Safranski auf die Aussage „Die Gegner sagen, Deutsche würden sich einen Opferstatus anmaßen, der ihnen nicht zusteht.“ : „Unsinn ! Die Kinder und Frauen, fast 90 Prozent der Vertriebenen, konnten keine Täter sein.“

= Mit den heute noch gültigen „Benes-Dekreten“ wurde das Vermögen „der staatlich unzuverlässigen Personen“ (gemeint sind Deutsche) entschädigungslos enteignet; sodann erfolgte der „Abschub“ (die Vertreibung). Das sogenannte „Rechtfertigungsgesetz“ von 1946 erklärt Gewaltverbrechen an Angehörigen der deutschen Minderheit, die bis zum 28. Oktober 1945 geschahen, für rechtmäßig.“

= „Eines der scheußlichsten Verbrechen, die damals begangen wurden, verübten Soldaten der tschechoslowakischen Armee in der Nacht vom 18. auf den 19. Juni 1945 an Heimkehrern aus Nordböhmen, deren Zug in Prerau angehalten hatte. Leutnant Pazùr und Politkommissar Smetana zwangen die Heimkehrer, die Waggons zu verlassen – angeblich, weil sich unter ihnen Nazis versteckt hätten. In dem Zug befanden sich ausschließlich Frauen, Kinder und alte Männer. Auf Pazùrs Wunsch hin stellte Eugen Surovcik, der Kommandant des 17. Preßburger Infanterieregiments, 20 Soldaten zur Verfügung; der örtliche tschechische Nationalausschuss ließ deutsche Zwangsarbeiter ein Massengrab ausheben. Dann befahlen die Soldaten den Karpatendeutschen, ihre Kleidung und ihre Wertsachen abzulegen, und trieben sie in kleinen Gruppen auf eine als Schwedenschanze bekannte Anhöhe, wo sie sie durch Genickschuss töteten. Kinder mussten zusehen, wie ihre Mütter liquidiert wurden, andere Kinder wurden vor den Augen ihrer Mütter ermordet. Auf die Frage, warum er auch die Kinder umbringen ließ, sagte Pazùr später: „Was sollte ich mit ihnen anfangen, da wir ihnen ja die Eltern erschossen hatten ?“ Die Leichen warfen die Soldaten in ein Massengrab. “ Weil aus diesem noch Stöhnen erscholl“, sagte ein Zeuge, „schossen sie mit ihren automatischen Waffen hinein.“ Dem Massaker fielen 265 Karpatendeutsche zum Opfer: 120 Frauen, 74 Kinder unter 14 Jahren und 71 Männer. Das jüngste Opfer war acht Monate alt, das älteste ein Mann von 80 Jahren. Die Habseligkeiten der Ermordeten teilten die Täter unter sich auf und schließlich wurde auch der Zug geplündert. Ähnliche Massaker wie in Prerau, mit manchmal noch mehr Toten, ereigneten sich in Aussig, beim Brünner Todesmarsch, in Postelberg und in zahlreichen anderen Orten Böhmens und Mährens. Das Massaker von Prerau war jedoch das einzige Vertreibungsverbrechen, das von einem tschechoslowakischen Gericht mit einem Schuldspruch geahndet wurde.“ (FAZ)

= Ich empfehle Ihnen das Buch des Iren und Professors Ray M. Douglas „Ordnungsgemäße Überführung“ (Verlag C.H.Beck). Es ist die erste Gesamtdarstellung der Vertreibung der Deutschen nach dem 2. Weltkrieg. Douglas` Buch ist eine schonungslose und umfassende Darstellung der Vertreibung. Douglas schreibt: „Für den Rest der Welt sind die Nachkriegsvertreibungen bis heute das am besten gehütete Geheimnis des 2. Weltkriegs.“

= In Westdeutschland wurden die deutschen Flüchtlinge nicht willkommen geheißen und teilweise attackiert. Mit Billigung der Kirchen wurden die östlichen Elenden ausgegrenzt, massiv und nicht nur verbal bedroht; die katholische Kirche im Rheinland verbot ihren Kindern, mit den evangelischen Flüchtlingskindern zu spielen. Nach dem Krieg wurde gesagt: „Es gibt drei Landplagen: Kartoffelkäfer, Wildschweine und Flüchtlinge.“

Liebe Leser

= „In der DDR durfte die Vertreibung nicht einmal erwähnt werden, und in der Bundesrepublik galt jede Rede von den Vertreibungsverbrechen als revanchistisch. Erst in „Im Krebsgang“ von Günter Grass, 2002, und meinem im selben Jahr erschienenen Buch „Die verbotene Trauer“ wurden die Verbrechen während der Vertreibung thematisiert. Wer über den Krieg und die in ihm begangenen Verbrechen reden will, sollte über das Schicksal der Millionen Vertriebenen nicht schweigen.“ (Klaus Rainer Röhl)

= Bundeskanzlerin Merkel wurde vom tschechischen Präsidenten Zeman scharf für ihre Äußerung kritisiert, dass es für die Vertreibung „weder eine moralische noch eine politische Rechtfertigung“ gebe. (Zeman hatte u.a. die Vertreibung von Millionen Sudetendeutschen mit dem Satz kommentiert „ihnen sei die Gnade der Vertreibung“ widerfahren.)

= In Lehrplänen und im Geschichtsunterricht an den Schulen kommt das Schicksal der Vertriebenen selten und nur am Rande vor.

= Der amerikanische Völkerrechtler de Zayas: „Im Völkerrecht besitzen die Heimatvertriebenen das allgemeine Rückkehrrecht. Aber sie haben es nicht ausüben können. Sie haben keine Restitution des beschlagnahmten Privateigentums erhalten. Sie haben keine Entschädigung für die Ermordung ihrer Angehörigen bekommen. Sie erfahren nicht einmal Mitgefühl.“

Bin ich zu pessimistisch, wenn ich die Gefahr sehe, dass eines Tages die AfD an die Macht kommt und dann die Vertreibung und die Verbrechen an Deutschen und die Enteignungen als Begründung für massive Forderungen an die osteuropäischen Länder hernimmt ? Oder den Ausschluss dieser Länder aus der EU fordert ? Oder den Austritt Deutschlands aus der EU forciert und dann einen Krieg beginnt ? Der deutsche Staat und die Nachkommen der Vertriebenen müssen auf jegliche Gebietsansprüche oder Rückkehrrechte oder finanzielle Entschädigungen völkerrechtlich bindend verzichten, wenn die Ostländer die Vertreibungen und die Verbrechen objektiv aufarbeiten und dokumentieren lassen und ihre Schuld eingestehen.

 

Gedichte

= Eva Strittmatter: Der Amsel

Wie sehr bewundere ich die nach Regeln gebauten Gedichte. Das Metrum bezaubert mich, und die richtig gesetzten Gewichte machen mich immer versucht, die Zeilen nachzuzählen, und ich denke: Ei verflucht, musste der Dichter sich quälen.

Wie kann er das leisten: zu fühlen und die Gedichte so einzuteilen, dass sie das Sonett nicht zerwühlen und heilen in vierzehn Zeilen.

Zum Teufel mit den klassischen Formen, wenn der Junigrünwind weht und der Amsel zersingt mir die schönsten Normen, weil er nichts vom Singen versteht !

Er pfeift und eifert vor Sonnentollheit, weil er grad pflichtlos ist. Noch muss er nicht die Zweitbrut füttern, die bald sein Lied auffrißt.

Wie heiter und herzlich ist dieser Morgen ! Und ich bin gesättigt von Licht. Und soll ich mich da um Sonette sorgen ? Ich mach einfach ein Gedicht.

Rainer Kunze

Du weißt zur Stunde sie an fernem Ort. Mit dem Verstand begreifst du ihre Ferne. Es liegen zwischen dir und ihr ein Himmel Sonne und ein Himmel Sterne.

Und doch trittst du ans Fenster immerfort.

Hans-Ulrich Treichel: Schreiben Sie eigentlich noch Gedichte ?

Wenn mir was einfällt – Wenn mir was hinfällt im Dunkeln wenn ich allein bin wenn ich sehr allein bin – für die Katze. Auf Reisen wenn ich Heimweh habe – zu Hause wenn ich Heimweh habe – aus Spaß an der Freud – nur für meine Mutter – Um Himmels willen – nur wenn ich will – nur wenn es sein muß – sonst nie.

Theodor Kramer: Requiem für einen Faschisten

Du warst in allem einer ihrer Besten, erschrocken fühl ich heut mich die verwandt; du schwelgtest gerne bei den gleichen Festen und zogst wie ich oft wochenlang durchs Land. Es füllte dich wie mich der gleiche Ekel vor dem Geklügel ohne innern Drang, vor jedem Wortgekletzel und Gehäkel; nichts galt dir als der schöne Überschwang.

So zog es dich zu ihnen, die marschierten; wer weiß da, wann du auf dem Marsch ins Nichts gewahr der Zeichen wurdest, die sie zierten ? Du liegst gefällt am Tage des Gerichts. Ich hätte dich mit eigner Hand erschlagen; doch unser keiner hatte die Geduld, in deiner Sprache dir den Weg zu sagen: dein Tod ist unsre, ist auch meine Schuld.

Ich setz für dich zu Abend diese Zeilen, da schrill die Grille ihre Beine reibt, wie du es liebstest, und der Seim im geilen Faulbaum im Kreis die schwarzen Käfer treibt. Daß wir des Tods und Ursprungs nicht vergessen, wann jeder Brot hat und zum Brot auch Wein, vom Überschwang zu singen wie besessen, soll um dich, Bruder, meine Klage sein.

B. Brecht: Mutter Beimlein

Mutter Beimlein hat ein Holzbein; damit kann sie ganz gut gehn. Und mit `nem Schuh, und wenn wir brav sind dürfen wir das Holzbein sehen.

Im Bein, da ist ein Nagel und da hängt sie den Hausschlüssel dran, dass sie ihn, wenn sie vom Wirtshaus heimkommt, auch im Dunkeln finden kann.

Wenn Mutter Beimlein auf den Strich geht und sie bringt `nen Freier nach Haus, dreht sie das Elektrische, bevor sie aufschliesst, auf dem Treppenabsatz aus.

 

D r a c h e n b r u t

Wolf Biermann hat diesen Begriff gewählt und meinte damit jene Parteikader, die in der DDR unter der Fahne des Sozialismus Menschen bespitzelten, verfolgten, einsperrten, denunzierten oder ermordeten. In der Rubrik „Drachenbrut“ wird zukünftig über diese Untaten und über die Verbrechen in der Sowjetunion berichtet.

= Vera Lengsfeld zum Stargast von ARD und ZDF Gregor Gysi: „Einer der fleißigsten IM der Stasi, genannt Sputnik, Gregor oder Notar hat „Zielpersonen“, die oft mit Gysis Mandanten identisch waren, genauestens beobachtet und detaillierte Berichte über sie abgeliefert. Allein die Beobachtungen über Robert Havemann, den bekanntesten Dissidenten der DDR, füllen Bände. Gysi war dem Haftkameraden von Partei- und Staatschef Honecker im Zuchthaus Brandenburg als Pflichtanwalt zugeteilt worden, nachdem alle Wunschanwälte Havemanns abgelehnt worden waren.

IM Notar hatte den ausdrücklichen Auftrag der Staatssicherheit, das Vertrauen von Havemann zu gewinnen, was Rechtsanwalt Gysi dann auch gelang. Nachzulesen ist das alles im Abschlussbericht des Immunitätsausschusses des Deutschen Bundestags, der die Stasitätigkeit des Abgeordneten Gysi untersuchen musste und am 8. Mai 1998 zum Ergebnis kam, dass diese „erwiesen“ sei.“

= Der Kalte Krieg begann bereits 1944, als Viktor Krawtschenko, ein Beamter bei der sowjetischen Einkaufskommission in Washington, untertauchte und sich „unter den Schutz der amerikanischen öffentlichen Meinung“ stellte. Krawtschenko wechselte in den USA von einem Versteck in das andere und schrieb einen Erfahrungsbericht über sein Leben in der Sowjetunion: „Ich wählte die Freiheit“ – erschienen 1946 in New York. In Paris wollte kein Verlag etwas von dem Buch wissen; niemand wollte sich mit der Sowjetunion oder der starken Kommunistischen Partei Frankreichs anlegen. Linke Intellektuelle behaupteten, das Buch sei im Auftrag des amerikanischen Geheimdienstes OSS verfasst worden und Krawtschenko sei ein Gewohnheitstrinker, ein Betrüger, ein Geistesschwacher. Daraufhin verklagte Krawtschenko einige Journalisten und es kam zum Prozess; die Beklagten bestritten Staatsverbrechen und Mißstände in der Sowjetunion; der als Zeuge geladene Erzbischof von Canterbury Johnson sagte: „Wenn Krawtschenko die Wahrheit sagt, dann habe ich (in drei Büchern über die Sowjetunion) gelogen.“

Die im Exil lebende russische Schriftstellerin Nina Berberowa schrieb später in ihren Erinnerungen: „Mit eigenen Ohren anzuhören, wie ein ehemaliger Minister oder ein weltbekannter Wissenschaftler, Träger des Nobelpreises, oder ein Professor der Sorbonne, die Ehrenlegion am Revers oder ein berühmter Schriftsteller zuerst den Zeugeneid ablegte, um dann zu versichern, dass es in der Sowjetunion keine Konzentrationslager gebe und niemals gegeben habe, war einer der stärksten Eindrücke meines Lebens.“

Der Vorsitzende Richter befragte einen Zeugen, der 14 Jahre Zwangsarbeit hinter sich hatte: „Wie viele Gefangene gab es in dem Lager ?“ – „Der Kanal war 280 Kilometer lang. Das war das Lager.“

Margarete Buber-Neumann, die drei Jahre Sibirien und fünf Jahre Ravensbrück hinter sich hatte, schätzte, dass ihr Lager zweimal so groß wie Dänemark war.

Als die sowjetischen Lager nicht mehr in Abrede gestellt werden konnten, schrieb der linke Salon-Intellektuelle und Nobelpreisträger Sartre: „Die Sowjet-Union steht „g r o s s o m o d o“ auf der Seite derjenigen, die gegen die Ausbeutung der Menschen kämpfen.“

Die unasuweisliche Tatsache der Vergleichbarkeit der totalitären deutschen und sowjetischen Regime sprach vor Gericht kein Intellektueller aus, sondern ein ukrainischer Schlosser: „In Hitlers Deutschland, wo wir Dachau und Buchenwald gesehen haben, ist ein Diktator gestürzt worden. Ich sage euch: In Stalins Russland gibt es hunderte Buchenwald.“

= Wolf Biermann wurde rund um die Uhr abgehört, und die Protokolle seines Lebens konnte er nach dem Ende der DDR in der Stasi-Unterlagenbehörde einsehen; es waren fünfzig Ordner mit rund zwanzigtausend Blatt. Darin befanden sich die auf ihn angesetzten Spitzel; von manchen hatte er es erahnt, andere waren bittere Enttäuschungen.“

= Sandra Kalniete war von 2002 bis 2004 lettische Außenministerin. Geboren wurde die Kunsthistorikerin 1952 in sibirischer Verbannung. Ihre Eltern waren mit ihren Familien nach Sibirien deportiert worden, nachdem die Sowjetunion Lettland besetzt hatte. Von sechs Deportierten starben drei im Lager. Den stalinistischen Terror hat Kalniete am Beispiel iher Familie in dem Buch „Mit Ballettschuhen im sibirischen Sommer“ (Herbig Verlag) beschrieben. Kalniete ist der Auffassung, dass die Sowjetunion nach dem Sieg über Hitler den Völkermord in Osteuropa fortgesetzt hat und dass Kommunismus und Nationalsozialismus gleich verbrecherisch waren.

= Die Dienstanweisung für die DDR-Grenztruppen von 1973 lautete: „Zögern Sie nicht mit der Anwendung der Schusswaffe, auch dann nicht, wenn die Grenzdurchbrüche mit Frauen und Kindern erfolgen, was sich die Verräter schon oft zunutze gemacht haben.“

Fortsetzung folgt.



 

Die Welt ist ein Dorf

= Zwischen Deutschland und Russland hat sich in den letzten Jahren mit Städte- und Regionalpartnerschaften und im Jugendaustausch Beeindruckendes entwickelt. Die Botschaft ist klar: Wir wollen raus aus der Krise im Ost-West-Verhältnis und wir wollen vor dem Hintergrund der beidseitigen leidvollen historischen Erfahrungen gute Nachbarn sein. Das ist auch ein unmißverständlicher Auftrag an die Regierungen beider Länder.

= Italien verfügt über fast 5000 Museen, Ausgrabungen, Monumente und Heimatmuseen und hat so viele Kunstschätze wie kein anderes europäisches Land. Mit 128 Millionen Besuchern im Jahr 2018 (davon 57 Prozent aus dem Ausland) wurde ein neuer Rekord aufgestellt.

= Singapur ist ein Musterbeispiel für einen nicht demokratisch aber verantwortungsvoll regierten Staat und steht auf Platz drei der am wenigsten von Korruption betroffenen Länder. Singapur hat Universitäten auf internationalem Niveau und eine beeindruckende Kunstszene. Autos dürfen seit Jahrzehnten nur zu bestimmten Zeiten in die Innenstadt fahren und auch nur dann, wenn der PKW mit mindestens vier Personen besetzt ist.

= Ausbeutung für den Tourismus und Arbeitstag im Zoo: In Thailand werden Tiger an die kurze Kette gelegt, damit Touristen sich mit ihnen fotografieren lassen können. Der Arbeitstag des Tigers dauert 22 Stunden. Oft werden den Raubkatzen die Krallen gezogen und täglich werden ihnen Beruhigungsmittel verabreicht, damit die Zoobesucher sie auch noch anfassen können. Elefanten werden für den Tourismus dressiert, mit Tauen gefesselt, in enge Holzkäfige gesperrt, ausgehungert und mit Elefantenhaken, Nägeln und Hämmern misshandelt, bis ihr Wille gebrochen ist.

 
 
 
 

Sogenannte Trostfrauen

Die Koreanerin Gil Won Ok wurde im Alter von 13 Jahren in ein japanisches Militärbordell verschleppt.

 

Kluge Worte

= „Das Dümmste, was man mit seinem Erfolg anstellen kann, ist, sich dessen zu rühmen.“ (M.v. Ebner-Eschenbach)

= „Der Weg ist das Ziel.“ (Konfuzius)

= „Die folgenschwersten Fehler passieren, wenn der Mensch sich für unfehlbar hält.“ (Thomas Carlyle)

= „Der Rose süßer Duft genügt, man braucht sie nicht zu brechen – und wer sich mit dem Duft begnügt, den wird ihr Dorn nicht stechen !“ (Fundstück)

= „Wenn der Dialog fruchtbar sein soll, müssen wir zutiefst unsere eigene Kultur leben und zugleich zu anderen hinsehen und ihnen intensiv zuhören. Wir können die Schönheit und den Wert unserer eigenen Kultur u n d der Kultur der anderen schätzen und würdigen.“ (Fundstück)

= „Die neurotische Überzeugung von unserer eigenen Unzulänglichkeit lässt keine Hoffnung auf Erwachen zu und widerspricht auf tragische Weise der zentralen Wahrheit der Lehren des Buddha, dass wir alle im Innersten bereits vollkommen sind.“ (Sogyal Rinpoche)

= „Treue muß Bedürfnis sein – nicht Tugend. Sensibilität hat nichts mit Schwäche zu tun – so wenig wie Brutalität mit Stärke.“ (Fundstück)

= „Wer von einem Sternenhimmel eine Vorstellung hat, der könnte eigentlich sein Maul halten.“ (Fundstück)

= „Es ist unser Geist, und unser Geist allein, der uns fesselt oder befreit.“ (Rinpoche)

= „Ton knetend formt man Gefässe. Doch erst ihr Hohlraum, das Nichts, ermöglicht die Füllung. Das Sichtbare, das Seiende, gibt dem Werk die Form. Das Unsichtbare, das Nichts, gibt ihm Wesen und Sinn.“ (Laotse)

 

Die Welt ist ein Dorf und …….

immer wieder sind Teile dieses „Dorfes“ von politischen Extremisten oder von Islamisten oder von größenwahnsinnigen Nationalisten bedroht.

Der I.S. terrorisiert zunehmend instabile Länder in Afrika und wird jetzt versuchen, mit der Unterstützung des Iran das Nachbarland Irak zu beherrschen und von dort aus seine weltweiten Terrorakte zu organisieren und zu finanzieren.

Die Ermordung des Chefs der Iranischen Revolutionsgarden widerspricht dem Völkerrecht und ist zu verurteilen. Der positive Effekt dieser Ermordung ist hoffentlich, dass die Welt endlich zur Kenntnis nimmt, was sich seit Jahren im Iran abspielt und dass die herrschenden Ajatollas und Generäle die ganze Region in Schutt und Asche legen wollen. Wenn z.B. Israel nicht eine starke Armee mit modernen Waffen hätte, dann wäre es schon dem Erdboden gleich gemacht – genau so wie es der damalige iranische Präsident Rafsandschani angekündigt hatte.

Warum berichten die Medien nicht darüber, dass der Iran kein Rechtsstaat ist und dass Menschen (vor allem Frauen) willkürlich zu tausenden verhaftet, gefoltert, vergewaltigt und ermordet werden ?

Der oberste Ajatollah im Iran hat die politische Macht schon lange an die Offiziere der Revolutionsgarden abgetreten, die sich auch die wirtschaftliche Macht unter den Nagel gerissen haben. Diese Militärs setzen kleine und mittelständische Unternehmen als Tarnunternehmen ein und entwickeln Finanzkanäle zwischen Iran, Dubai und der Türkei. Die bisherigen Sanktionen beschneiden die Möglichkeiten der privaten Unternehmen – aber die Revolutionswächter profitieren mit ihren illegalen Schmuggelkanälen und ihren kriminellen Netzwerken. Der moderate Präsident Rohani verglich das Wirtschaftsimperium der Generäle mit einer „Regierung, die ein Maschinengewehr im Anschlag hat, um die Öffentlichkeit zu ängstigen und die Wettbewerber abzuschrecken.“ Ein Revolutionswächter der ersten Stunde, Mohsen Sazergan, der heute im amerikanischen Exil lebt, sagt: „Was einst als Revolutionswächter begann, ist heute eine Mafia.“

Eine solche korrupte Militär-Mafia sorgt auch in einigen südamerikanischen und afrikanischen Ländern dafür, dass deren Einwohner keine Lebensperspektive haben und verzweifelt versuchen, ihrem Heimatland zu entfliehen.

 

Anton Tschechow: Weltberühmter Autor und Schulversager………

musste die dritte und die fünfte Klasse des Gymnasiums wiederholen und erhielt im Fach „Aufsatz“ die Note genügend.

Heinrich Heine musste sich das Reifezeugnis von einer Prüfungskommission abholen und erhielt die schlechteste Note, die gerade noch ausreichte.

Von Albert Einstein wird berichtet: „Auf der Schule vermochten seine Lehrer keine besondere Begabung bei ihm festzustellen. Am Eidgenössischen Polytechnikum in Zürich versagte er in der Aufnahmeprüfung; erst ein Jahr danach wurde er zugelassen. Später bewarb er sich um verschiedene akademische Stellungen, wurde aber abgelehnt.“

Die Schulzeit des Verlegers Ernst Rohwohlt ist weder für ihn noch für seine Lehrer erfreulich gelaufen. Immerhin hatte ihm ein Lehrer die Kunst, mit den Nasenflügeln zu wackeln, beigebracht; das übte Rowohlt sein Leben lang.

Für Karl Valentin war die siebenjährige Schulzeit eine „Zuchthausstrafe“: „Meine liebsten Stunden waren Singen, Zeichnen und Turnen. Lieber hundertmal auf der Kletterstange, als einmal eine Rechnung auszurechnen.“

Waldemar Bonsels verfasste das Buch „Biene Maja“ und bekannte: „Ich brachts es durch die leidenschaftlichen Bemühungen meines Vaters bis zur Sekunda.“

Leo Slezak gab allen schlechten Schülern ein Beispiel, wie man mit Humor die Schatten der Schulzeit aufhellt: „Ich besuchte den Kindergarten, die Volksschule und vier Klassen der Realschule. Den größten Erfolg hatte ich im Kindergarten.“

Meine eigene Schulzeit war gespalten: Nach vier wunderbaren Jahren Volksschule mit der geliebten Lehrerin Frau Rosenthal folgten vier Horrorjahre auf dem Gymnasium mit widerlichen und teilweise gewalttätigen Lehrern sowie Nachhilfeunterricht bei einem Nazifreund meines Vaters. Danach machte ich eine Lehre und begann langsam aber sicher, mich zu emanzipieren.

 

Ich liebe Europa !

Der nicht nur von mir sehr geschätzte Manfred Weber ist Fraktionschef der Christdemokraten im Europäischen Parlament; in einem Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung spricht er Klartext:

  • „Es ist eine große Tragödie: Wir Deutschen sind uns nicht bewusst, dass die eigenen Schicksalsfragen nur im europäischen Rahmen gelöst werden können. Deutschland und Europa können sich eine weitere Instabilität nicht leisten. Die deutsche Ratspräsidentschaft in der zweiten Jahreshälfte muss der Europäischen Union neuen Schwung geben.“
  • „Ich würde mir durchaus wünschen, dass Angela Merkel in der Zeit, in der sie regiert, Europa noch stärker zu ihrem Projekt macht. Zugleich sage ich: Schneller als wir alle glauben, werden wir uns nach Merkels Stil zurücksehnen. Wenn ich sehe, wie ein Emmanuel Macron Politik betreibt: erst mal ein politisches Erdbeben auslösen, in der Hoffnung, dass daraus etwas Neues entsteht. Angesichts dessen finde ich Merkels Ansatz gut: zuhören, miteinander reden, sorgsam den nächsten Schritt gehen.“
  • „Die historische Aufgabe lautet: Europa außen- und sicherheitspolitisch aktionsfähig zu machen. Wir müssen die Einstimmigkeit in der Außenpolitik überwinden. Und wir müssen beim Aufbau einer europäischen Armee vorankommen. Europa muss endlich erwachsen werden.“
  • „Die Kriege kommen näher. Wir Deutsche sind wegen unserer Geschichte militärisch zurückhaltend, zu Recht. Schon deshalb macht es einen Unterschied, ob auf dem Ärmel die deutsche oder die europäische Flagge aufgenäht ist.“
  • „Für die deutsche Ratspräsidentschaft ist es zentral, dass wir die Migrationsproblematik lösen. Sie ist eine der offenen Wunden des Kontinents“
  • „Wir müssen die Energiewende so gestalten, dass jeder mitkommt. Die Grünen ignorieren dies. Klimaschutz heißt für mich: Innovationsoffensive mittels Technologie, und keine Hauruck-Verbote, die Europa zerreißen würden.“
  • „Wir dürfen nicht mit gesenktem Haupt durchs Land gehen. Machen wir uns bewusst, dass wir in der EU im Vergleich zu 1990 bereits 23 Prozent CO2 eingespart haben. Und jetzt verschärfen wir das nochmals.“
 

Nur ein Vogelschiss

Primo Levis Buch „Ist das ein Mensch ?“ war vor über 40 Jahren der Auslöser dafür, dass ich begann, mich intensiv mit der Geschichte Nazi-Deutschlands zu befassen. Bis dahin hatten wir bei der SPD und bei den Jusos vor allem über den kommunistischen Gulag, über die Massenmörder Stalin und Mao und über die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik und den Beitritt zur NATO diskutiert.

Wenn ich einige Absätze aus Levis Büchern zitiere, werden Sie, liebe Leser, verstehen, dass mich diese Thema nie mehr losgelassen hat:

  • „Nicht wir, die Überlebenden, sind die wirklichen Zeugen. Das ist eine unbequeme Einsicht, die mir bewusst geworden ist, während ich die Erinnerungen anderer las und meine eigenen nach einem Abstand von Jahren wieder gelesen habe. Wir Überlebenden sind nicht nur eine verschwindend kleine, sondern auch eine anomale Minderheit; wir sind die, die aufgrund von Pflichtverletzung, aufgrund ihrer Geschicklichkeit oder ihres Glücks den tiefsten Punkt des Abgrunds nicht berührt haben. Wer ihn berührt hat, konnte nicht mehr zurückkehren, um zu berichten, oder er ist stumm geworden.“
  • „Einmal habe ich die Versuchung gespürt (ein einziges Mal), Zuflucht im Gebet zu suchen. Das war im Oktober 1944, im einzigen Augenblick, in dem ich bei klarem Bewusstsein den bevorstehenden Tod wahrgenommen habe: als ich nackt und eingezwängt unter meinen nackten Gefährten, mit meiner Karteikarte in der Hand, darauf wartete, vor der „Kommission“ zu erscheinen, die mit einem Blick darüber entscheiden würde, ob ich sofort in die Gaskammer müsste oder ob ich kräftig genug war, noch weiterzuarbeiten.“
  • „Wollen wir, die wir es uns zur Aufgabe gemacht haben, nachfolgende Generationen mit dem bekannt zu machen, was in nationalsozialistischen Vernichtungslagern möglich geworden war, anderen die Fakten darlegen, so haben wir uns – unabhängig voneinander und ohne Verabredung – angewöhnt, die krassesten Erlebnisse zu verschweigen, denn sie überfordern die menschliche Vorstellungskraft. Wer Auschwitz erlebt hat, muß diejenigen zu schonen trachten, die nachträglich davon erfahren, wenn die Kenntnis Nutzen bringen soll.“
  • „Damals grassierte im Zigeunerlager eine sonst in Europa kaum auftretende Krankheit: Noma. Diese Mangelkrankheit zerfraß, ja durchlöcherte den Kindern die Wangen. Czelny, damals Leichenträger in diesem Lagerabschnitt, musste die Leichen der an Noma gestorbenen Kinder aus dem Schuppen schleppen, in dem die Toten bis zum Abtransport ins Krematorium gesammelt wurden, und unter Mengeles Aufsicht die Köpfe vom Rumpf trennen. Die Köpfe ließ Mengele in mit Chemikalien gefüllte Glasgefäße legen.“

Primo Levi ist nach dem Krieg in seine Heimat Italien zurückgekehrt, hat Bücher geschrieben und als Chemiker gearbeitet. Jahrzehnte nach seiner Rückkehr hat er sich das Leben genommen.

 

Der Kapitalismus ist nicht das Problem – sondern die Lösung !

Papst Franziskus ist ein Mann der klaren Worte: „Diese Wirtschaft tötet !“ Der Papst spricht aus, was Millionen Menschen denken: Die Reichen werden immer reicher und die Ärmsten der Armen gehen vor die Hunde. Und: Der Überfluss der wenigen wird seit Generationen in den Entwicklungsländern zusammengestohlen. Wir müssen uns vom Fetisch Wachstum endlich verabschieden, bevor Mutter Erde erbarmungslos zurückschlagen wird.

Wie soll ohne Wirtschaftswachstum der immer noch elende Lebensstandard der Menschen in Südamerika, Afrika und Asien verbessert werden ? Wie soll verhindert werden, dass die stark wachsende Bevölkerung in diesen Erdteilen Hunger leidet und ohne angemessene medizinische Versorgung und ohne ein Dach über dem Kopf und ohne Energieversorgung dahinvegetiert ?

Der Kapitalismus ist keine Ideallösung – aber bis wir ein besseres System gefunden haben, müssen wir damit vorangehen. Die diversen sozialistischen oder kommunistischen Syteme haben den betroffenen Ländern hunderte Millionen Verhungerte, Ermordete und im Elend Krepierte beschert (oder tun es immer noch wie in Venezuela).

Wir brauchen auch im Interesse der Entwicklungsländer (und im Interesse des Weltklimas !!) mehr Globalisierung und mehr Welthandel und mehr Wissenstransfer und mehr sinnvolle Entwicklungshilfe und mehr Investitionen der kapitalistischen Länder. Das bringt den Kapitalisten Profit – den Entwicklungsländern aber auch.

(Zum Thema Kapitalismus – Sozialismus – Kommunismus im 20. Jahrhundert gibt es zahlreiche spannende und wissenschaftliche und romanhafte Erzählungen und Ereignisse. Ich empfehle z.B. die Biographien der vom Kommunismus geheilten Arthur Koestler und Manès Sperber sowie das Buch „Das vergessene 20. Jahrhundert“ des sehr geschätzten Tony Judt, der sich mit „Louis Althusser und seinem eigenwilligen Marxismus“ oder mit „Eric Hobsbawn – dem letzten romantischen Kommunisten“ oder mit Albert Camus` „klarem und couragierten moralischem Standpunkt“ in seiner Auseinandersetzung mit Sartre befasst.)

 

AfD – Wahlhelfer

„Neunzig Prozent der Deutschen sind mit ihrem Leben zufrieden“ – so lautet das Ergebnis einer Ende 2019 durchgeführten Umfrage. Das kann doch nicht wahr sein, werden sich die Rechtsaußen zugerufen haben und behaupten, dass sich d i e Deutschen nicht mehr alles gefallen lassen.

Wenn d a s Volk gegen Berlin ist, dann brauchen wir entweder ein anderes Volk oder eine Alternative zur Demokratie.

Die Kronzeugen dieser Hetze sind auch bezeichnend: Herr Max Otte veröffentlicht schon seit Jahren in diversen Zeitschriften (vor allem in Focus Money) die aberwitzigsten Crash-Prognosen und empfiehlt Geldanlagen, die garantiert in die Hose gehen und der ehemalige ZDF-Journalist Wolfgang Herles hat folgendes über seine Einstellung zur Demokratie abgesondert: „Spüren die schamlos schleimenden Politiker (und anderen Schwätzer) nicht, wie anmaßend sie klingen ?“ Diese Typen wie Otte und Herles verdienen ihr Geld mit der Diffamierung der Demokratie und treiben der AfD die Wähler zu; damit wäre ihre berufliche Zukunft abgesichert, falls die AfD an die Macht kommt.

 
 

Fußball – Fetischist

= Seit einem halben Jahr ist der Italiener Andrea Stramaccioni Trainer des iranischen Fußball-Clubs Esteghlal, der „Blauen“ in Teheran. Esteghlal ist erfolgreich und will dem Lokalrivalen Persepolis die Meisterschaft abjagen.

Anfang September erfuhr die ganze Welt vom Freitod der Esteglal-Anhängerin Sahar Chodarjari, die für ihren Versuch, das Stadion zu betreten, bestraft worden war. Aus Protest gegen diese Bestrafung verbrannte sich Sahar Chodarjari. Das Team von Esteghlal hielt daraufhin eine Gedenkminute ab und der Kapitän Wuria Ghafuri sorgte dafür, dass die Spieler zum nächsten Auswärtsspiel in T-Shirts auf den Rasen traten, die ein blaues Herz zierte mit der Aufschrift „Blaues Mädchen – In Gedenken Sahar Chodarjaris“. Diese Aktion war hochriskant, weil das iranische Regime keine Proteste duldet und weil die vor zwei Tagen erfolgte Erschießung des iranischen Generals der sogenannten Revolutionsgarden dazu führen wird, dass das iranische Volk und auch die Fußball-Clubs mit noch mehr Gewalt von oben rechnen müssen.

Der DFB und die FIFA haben die Pflicht, den linientreuen iranischen Fußballverband zu bestrafen oder auszuschließen, wenn jetzt auch die Spieler von Esteghlal für ihre Aktion bestraft werden.

= Mesut Özil hat mal wieder seinen beschränkten Horizont unter Beweis gestellt, indem er gegen die Behandlung der muslimischen Uiguren in China protestiert hat – aber die zahlreichen Menschenrechtsverletzungen im Land seines verehrten Präsidenten Erdogan ignoriert. In der Türkei werden politisch Andersdenkende verfolgt und die Meinungsfreiheit ist eingeschränkt und die Justiz ist gleichgeschaltet und die Kurden, Jesiden und Christen sind Menschen zweiter Klasse. Dass die Türkei sich immer noch nicht zu ihrer Verantwortung am Völkermord an den Armeniern bekennt, könnte auch ein Protest-Grund sein.

= Als der F.C. Augsburg in die erste Bundesliga aufstieg und nach der Hinrunde ganze neun Punkte auf dem Konto hatte, schrieb der Chef der Sport-Bild: „Der FCA hat sich irrtümlich in die 1. Liga verirrt und wird auch nach der ersten Saison wieder draußen sein.“ Der FCA ist damals nicht abgestiegen und spielt ohne Unterbrechung sein 8. Erstligajahr. Nach den ersten erfolglosen Spielen der laufenden Saison bezeichnete die Sport-Bild den FCA als Lachnummer. Wenn es eine Lachnummer in der deutschen Presselandschaft gibt, dann ist es die Sport-Bild.

= Nach wie vor trieft den Sport-Journalisten der Süddeutschen Zeitung der Neid auf die hohen Fußball-Gehälter aus Ohren und Augen und der Nase. Man muss das verstehen; die Journalisten haben das Abitur geschafft und vielleicht sogar studiert und verdienen nur einen Bruchteil der Fußballer. Aber mit der Bildung haben die Reporter einen Riesenvorsprung, der sich dann so anhört: „Selbstironisches Retorten-Bashing unter Retortenklubs“ oder „Der FC vergrößert die Not der Bremer, die dennoch stoisch bleiben.“ Oder: „Trainer Rose nimmt bereits einen Defätismus wahr, den er als deplaziert empfindet.“

= Als der Niedergang des HSV begann, war Katja Kraus dort Vorstandsmitglied; dann musste sie gehen. Seitdem versucht sie in allen Medien, auf sich aufmerksam zu machen. Jetzt wird sie in einer Riesenschlagzeile in der FAZ zitiert: „Es ist absurd, dass Frauen so selten in Führungspositionen sind.“ Frau Kraus hat eine sogenannte „Studie“ fabriziert und stellt fest, dass der von Männern dominierte Sport abgeschirmt wird und sie verspricht einen Gewinn: „Divers besetzte Teams erzielen bessere wirtschaftliche Ergebnisse.“ Coole Idee ! Wir planen also ab sofort Bundesliga-Club-Vorstände mit 50 Prozent Frauen und je 25 Prozent Schwulen und Lesben und was machen wir mit den Intersexuellen? Und die Bundesliga-Teams müssen auch divers besetzt sein; wie ich unsere Profis kenne, wird dann in den Kabinen und unter den Duschen die Post abgehen.