Im Geiste Lessings zur Toleranz

Leserbriefe, die bereichern (aus der FAZ)

Zum Leserbrief von Julia Greve „Mit Klugheit“ in der FA.Z. vom 26. Februar mit Bezug auf Marco Stahlhut, „Die Illusion eines modernen Islam“ (FA.Z. vom 17. Februar): Leserin Greve greift die Resonanz auf, die Stahlhuts beeindruckender Beitrag gefunden hat, und sie kritisiert die von ihm vorgenommene Gleichsetzung von Islam und Islamismus. („Die Entwicklungen im globalen Islam gehen … deutlich in Richtung eines Siegeszuges des Islamismus …“) Während Stahlhut seine Feststellung aus Erkenntnissen trifft, die er in der Realität der islamischen Welt gewonnen hat, will Leserin Greve dem nur auf einer geistig-abstrakten Ebene unter Bezug auf Aufklärung und Liberalität begegnen. Beides verpflichte uns im Geiste Lessings zur Toleranz. Die Gleichsetzung von Islam und Islamismus verhindere jedoch Anwendung von Aufklärung im Diskurs. Deswegen richtet sie an die, welche Marco Stahlhut zustimmen, die Frage:„ Sind wir noch immer der Meinung, es gäbe eine berechtigte Hierarchie der Religionen?“

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Australien – „lucky country“

Ein „lucky country“, ein glückliches Land, sei Australien, heißt es. Gesegnet ist es ganz sicher. Auf dem Fünften Kontinent liegen mehr Kohle, Erz, Gold und Uran, als in den nächsten hundert Jahren verkauft werden können, vor den Küsten gibt es Öl und Gas im Überfluss. Genau dieser Reichtum an Bodenschätzen aber hat das Land verführt, nachlässig gemacht. Es hat die Balance verloren.

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Wenn Eitelkeit das Gehirn besiegt

Der Spiegel-Erbe Jakob Augstein ist äußerst gebildet; es gelingt ihm in jeder seiner Spiegel-Kolumnen, mindestens einen berühmten Soziologen oder Philosophen oder gerne auch einen Nobelpreisträger zu zitieren; Augstein weiß sogar, was Max Horkheimer 1939 gesagt hat:

„Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, der sollte auch vom Faschismus schweigen.“

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Einwurf

Fußball-Journalismus

Woher kommt eigentlich all diese Verachtung und Bösart mit der nicht wenige Journalisten über Fußball und Fußballer berichten? Ist das Neid wegen der extremen Einkommensunterschiede nach dem Motto: Ich habe Abitur und studiert und diese tätowierten Typen mit ihren Kopfhörern können nicht mal Deutsch; ist es Geschäftsprinzip nach dem Motto: Bad News are good News?

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Viola Desmond

Viola Desmond, eine afroamerikanische Geschäftsfrau, die in den vierziger Jahren gegen Rassentrennung in Kanada vor Gericht zog, ziert als erste Bürgerliche eine kanadische Banknote. „Sie war eine Frau, die Grenzen durchbrach. Sie ist für alle Kanadier in Fragen der sozialen Gerechtigkeit eine Inspiration“, sagte der kanadische Finanzminister Bill Morneau bei einer Feierstunde in Anwesenheit von Desmonds Schwester Wanda Robson am Donnerstag.

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Kurz & bündig

„Der Beweis. Ein Mathematik-Rentner löste ein altes Problem. Beim Zähneputzen. Kaum jemand merkt es. Bis Zufall und Glück die sechs mit Formeln gefüllten Seiten ans Licht spülen. Der Triumph des Thomas Royen und der Gaußschen Korrelationsungleichung“

(FAZ)

 

Einwurf

Jannik Schewes: „Irgendwann werde ich wieder Fußball spielen“

FUSSBALL-WOCHENENDE FÜR SCHÄDEL-HIRN-VERLETZTE MENSCHEN

Wenn Jannik Schewes einen Fußball in den Händen hält, leuchten seine Augen. „Schaut mal her. Ich zeige euch jetzt einen Trick“, sagt er und strahlt dabei über das ganze Gesicht. Es ist einer dieser besonderen Momente, in denen sich der 18-Jährige von Millionen anderen Jugendlichen in seinem Alter nicht unterscheidet.  In diesen Momenten ist Jannik einfach nur glücklich. Doch es gibt einen Unterschied: Jannik sitzt im Rollstuhl. SID-Volontär Andreas Äsen hat Jannik beim Fußball-Wochenende für Schädel-Hirn-Verletzte im Mai 2014 getroffen.

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Experten-Stadl

Die Süddeutsche Zeitung schreibt am 11.8.2016: „Forscher sagen, dass der Deutschen Bank im Falle einer Finanzkrise 19 Milliarden Euro fehlen.“

„Der Bankenexperte vom Analysehaus Fairesearch kritisiert: „Die Bank macht Milliardenverluste und zahlt dennoch Milliarden-Boni aus.“

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Trump: Bin ein stabiles Genie

Donald Trump hat am Samstag versichert, dass er ein „sehr stabiles Genie“ sei. Nachdem der amerikanische Präsident mit einem beispiellosen Verusch gescheitert war, das Erscheinen eines Enthüllungsbuchs über seine Präsidentschaft zu verhindern, wies er den Vorwurf der Unzurechnungsfähigkeit und Dummheit auf Twitter zurück. Er schrieb: „Ich bin vom SEHR erfolgreichen Geschäftsmann zu einem Top-TV-Star zum Präsidenten der Vereinigten Staaten augestiegen (beim ersten Versuch). Ich finde, das geht nicht nur als klug, sondern als genial durch.“

 

Experten-Stadl

Deutschland ist eine sehr starke Industrienation und glänzt im Bereich Maschinenbau mit zahlreichen Weltmarktführern! In den letzten Jahren – seit Beginn der Finanz- und Eurokrise hat der deutsche Maschinenbau sein Umsatz- und Beschäftigungsniveau gehalten und in einigen Bereichen sogar ausgebaut.

Schauen wir mal, wie über dieses Thema berichtet wird:

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Einwurf

Fußball-Ferien-Freizeiten

Egidius Braun wollte den Fußball nie nur für die Großen – gerade die vermeintlich „kleinen“ Vereine sollten den DFB erleben. In den Fußball-Ferien-Freizeiten lebt dieser Gedanke bis heute fort – etwa 100 Klubs sind jedes Jahr dabei.
 

Brechreiz

Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich ….. möchte.

Der allseits bekannte Gründer von Microsoft Bill Gates hat vor ein paar Jahren mit seiner Frau Melinda entschieden, einen hohen zweistelligen Milliarden-Dollar-Betrag für wohltätige Zwecke zur Verfügung zu stellen; gleichzeitig hat er andere superreiche Amerikaner wie Warren Buffett motiviert, sich ebenfalls mit Milliarden-Beträgen einzubringen.

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Experten-Stadl

Jeden Tag werden wir in den Medien (und hier besonders bei ARD und ZDF) mit sogenannten Experten konfrontiert, die uns die komplizierte Welt, Geldanlagen, Eurokrise, Burn-Out, Sexismus, Sozialdarwinismus, deutsche Fremdenfeindlichkeit, den Krieg zwischen Israel und Hamas, den Fußball und alles erklären.

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Der Narr epilogiert

von Johann Wolfang von Goethe

Manch gutes Werk hab ich verricht,
Ihr nehmt das Lob, das kränkt mich nicht:
Ich denke, daß sich in der Welt
Alles bald wieder in’s Gleiche stellt.
Lobt man mich weil ich was Dummes gemacht,
Dann mir das Herz im Leibe lacht;
Schilt man mich weil ich was Gutes getan,
So nehm ichs ganz gemächlich an.
Schlägt mich ein Mächtiger daß es schmerzt,
So tu ich als hätt‘ er nur gescherzt;
Doch ist es einer von meines Gleichen,
Den weiß ich wacker durchzustreichen.
Hebt mich das Glück, so bin ich froh
Und sing in dulci Jubilo;
Senkt sich das Rad und quetscht mich nieder
So denk ich: nun es hebt sich wieder!
Grille nicht bei Sommersonnenschein
Daß es wieder werde Winter sein;
Und kommen die weißen Flockenscharen,
Da lieb ich mir das Schlittenfahren.
Ich mag mich stellen wie ich will,
Die Sonne hält mir doch nicht still,
Und immer gehts den alten Gang
Das liebe lange Leben lang.
Der Knecht so wie der Herr vom Haus
Ziehen sich täglich an und aus,
Sie mögen sich hoch oder niedrig messen:
Müssen wachen, schlafen, trinken und essen.
Drum trag ich über nichts ein Leid;
Machts wie der Narr so seid ihr gescheit!

 

Was macht den Fußball so faszinierend?

Über Wahrheiten, die nicht einmal auf dem Platz liegen

Viele Experten haben schon Antworten gesucht auf diese Frage. Und sehr unterschiedliche gefunden:  Fußball als archaischer Kampf, der Fußballer als Inkarnation des Homo ludens, der Ball und das All, Gott ist rund. Die meisten suchen die Antwort auf dem Platz, wo ja die Wahrheit hegen soll. Das führt aber zu nichts. Nicht weil die Wahrheit wo anders zu finden wäre, sondern weil es Wahrheit, verstanden als Übereinstimmung von Erkenntnis mit dem Erkennungsobjekt, im Fußball gar nicht gibt.

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Es wird besser

In Zürich startet eine WM der Cyborgs: Erstmals treten Behinderte mit computergesteuerten Prothesen und motorisierten Gehmaschinen gegeneinander an.“

(SPIEGEL)

 

Es wird besser

„Neun von zehn Babys mit Downsyndrom werden in Deutschland nicht geboren. Sie werden abgetrieben. Das nennt man Spätabbruch. Wieso darf man Babys mit Downsyndrombis kurz vor der Geburt noch abtreiben? Ich finde es politisch nicht gut. Ich will nicht abgetrieben werden, sondern auf der Welt bleiben.“

von Natalie Dedreux (achtzehnjährige Redakteurin mit Downsyndrom bei der Zeitschrift „Ohrenkuss“ und tätig in einem Caritas-Café; im Fernseh-Bürgergespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel)

 

Offenbarungseid

Ein äußerst wichtiger FAZ-Leserbrief:

„Der Bundesinnenminister hat es gewagt, Kriegs- und Killerspiele als schädlich zu bezeichnen.
 Grund genug für viele Zeitungen, sofort Medien- und Kommunikationsexperten zu befragen, die 
einer durch Amok und Gewalt aufgepeitschten Öffentlichkeit verkünden: Alles ist gut! Alles nur
 Spielkultur!

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Es wird besser

„Ich bin froh, dass ich in Deutschland lebe, denn so hat mein Kind die Möglichkeit, mit 740 Gramm auf die Welt zu kommen und zu leben.“ (Kathrin Montero Gonzales, Mutter von Leon)

 

Forderungen

Der neue Präsident des ifo-Instituts für Wirtschaftsordnung Clemens Fuest fordert:

  1. Wir brauchen eine krisenfeste Architektur für die Eurozone mit harter Budgetrestriktion.
  2. Ich sehe die Gefahr, dass wir die Hartz-Reformen zurückdrehen, die eine Grundlage der guten Beschäftigungsentwicklung in Deutschland sind. Mit staatlich gesetztem Mindestlohn, Rente mit 63, stärkerer Arbeistmarktregulierung, Zurückdrehen von Zeitarbeit und Werkverträgen marschieren wir in die falsche Richtung.
  3. Die deutsche Energiepolitik ist falsch aufgestellt. Wir haben ein planwirtschaftliches, von Subventionen getriebenes System errichtet, das von einer starken Lobby verteidigt wird. Nicht Subventionen, sondern der Markt soll entscheiden, was effizienter ist: Solar oder Wind oder anderes.

Zum Steuerrecht fordert Fuest:

  1. Die Gewerbesteuer abschaffen und durch eine kommunale Besteuerung ersetzen, die auf Zuschlägen zur Körperschafts- und Einkommen-Steuer beruht.
  2. Die ärgerlichen multiplen Mehrwertsteuersätze vereinheitlichen, für die es keine Rechtfertigung gibt.
  3. Ich bin für eine Abschaffung der „Kalten Progression“. Ich plädiere für einen Steuertarif auf Rädern, der mit der Inflation geht.
 

Staatliche Schrumpfkur

Wir müssen Staatsbürokratie schrumpfen und unsere Staatsquote unter vierzig Prozent senken, damit wir Marktwirtschaft erhalten und unseren Lebensstandard stetig verbessern können. Etwas komplizierter aber präziser ausgedrückt:

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Marx & Marx irren

Karl Marx und Kardinal Marx haben den Kapitalismus nicht verstanden

Der katholische Sozialethiker Oswald von Nell-Breuning stellte im Jahre 1983 fest, zwischen der katholischen Soziallehre und Karl Marx bestehe wenigstens im Negativen Übereinstimmung: Beide ignorieren die Schlüsselfigur des Kapitalismus, nämlich den Unternehmer. Die katholische Soziallehre beschränkt sich auf den von Marx in den Mittelpunkt gestellten Gegensatz von Kapital und Arbeit und begegnet dem Unternehmer mit einem unverhohlenen Misstrauen.

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