Fußball – Fetischist

In der Sommerpause hatten die üblichen Journalisten angekündigt, dass uns wieder eine langweilige Saison erwartet: Bayern und Dortmund weit vorne, dahinter die üblichen Verdächtigen. Das Gegenteil ist der Fall und das ist gut so ! Auch in den europäischen Wettbewerben gibt es einige gefallene Engel. Es bleibt spannend. Schade ist, dass es einige Sky-Reporter offensichtlich unter ihrer Würde finden, ein Spiel aus der unteren Tabellenhälfte zu kommentieren. Beim Spiel Köln gegen Paderborn ist der Kommentator beinahe eingeschlafen und hat dann in der 36. Minute verkündet: „Der erste ernst zu nehmende Versuch von Paderborn, ein Tor zu erzielen.“ Ich bewundere Clubs wie Paderborn, die es immer wieder mit geringen Mitteln schaffen, nach oben zu kommen und die bei jedem Spiel alles aus sich herausholen.

Ein Fußball-Journalist mit Abitur und vielleicht sogar mit einem Studium hat es natürlich schwer, sich von seinen intellektuellen Höhen auf ungebildete und überbezahlte Fußball-Profis herabzulassen; das Paradebeispiel findet sich immer in der Süddeutschen Zeitung; dort heißt die Schlagzeile zum Spiel Inter Mailand gegen Dortmund: „Konfuzius unter Druck“

Dann lesen wir lieber im Kicker eine lustige Geschichte über Istvan Sztani:

 

Friedenssicherung im Zeitalter von Massenvernichtungswaffen und Wettrüsten

Hans Jochen Vogel (in der S.Z.): „Ich bin beunruhigt, weil wir heute mit mehreren Konfliktsituationen zwischen Atommächten oder mutmaßlichen Atommächten konfrontiert sind: Stichwort Iran, der Kaschmirkonflikt zwischen Indien und Pakistan, der andauernde Konflikt im Nahen Osten. Auch der Zollkrieg der USA mit China. Deswegen ist es umso wichtiger, der Vernunft Gehör zu verschaffen. Und diese Chance haben wir nur, wenn es eine Europäische Union gibt, die handlungsfähig ist und ihrer großen Verantwortung bei der Bewahrung des Friedens in der Welt gerecht wird.“

Michail Gorbatschow (in der WELT): „Im Rahmen der allegemeinen Verschlechterung der internationalen Beziehungen konnten unsere gutnachbarschaftlichen Beziehungen zu Deutschland natürlich nur leiden. Aber ich sehe, dass in letzter Zeit in Europa einige Politiker ernsthafter darüber nachdenken, dass Versuche, Russland zu isolieren, für alle schädlich sind. Wir brauchen eine gemeinsame Lösung, die allen Parteien gerecht wird. Ich weiß, dass sie auch in Russland darüber nachdenken. Ich bin überzeugt, dass Deutschland einen wesentlichen Beitrag zu diesem Prozess leisten kann und sollte. Lassen Sie uns die heutigen Probleme und Herausforderungen analysieren und nach vorne schauen, nicht nach hinten. Wir müssen Massenvernichtungswaffen beseitigen und ein neues Wettrüsten verhindern. Das alles kann getan werden. Aber es geht nur gemeinsam und nur, wenn alle wirklich wollen.“

Es ist natürlich eine naive Illusion, die USA oder China oder Pakistan dazu aufzufordern, mit gutem Beispiel voranzugehen und ihre Atomwaffen zu vernichten. Jedes Land wird das davon abhängig machen, dass a l l e Länder gleichzeitig diese Vernichtung umsetzen. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass es dazu in den nächsten zwanzig Jahren kommt. Also muss die gegenseitige Abschreckung weiter funktionieren und vor allem muss die weitere Verbreitung von Atomwaffen (Beispiel Iran) unbedingt verhindert werden.

Die Ego-Wirtschaftspolitik von Herrn Trump beweist, dass der beste Weg zu einer Vertiefung der internationalen Friedenspolitik die Vertiefung der internationalen Handelsbeziehungen ist. Russland braucht Europa und die Welt, um sein Gas und Öl zu verkaufen. Europa braucht die Welt für den Export von Autos und Industriegütern. China braucht die sich in viele Länder erstreckende Seidenstraße, damit das Bruttosozialprodukt weiter stark wächst und damit alle Chinesen aus der Armut geholt werden können; das gilt für Indien, Malaysia, Indonesien, Philippinen u.v.a.m. – also für Milliarden Menschen, die jetzt schon auf dieser Erde leben und für die Milliarden, die noch hinzukommen und die alle das gleiche Ziel haben: Wohnung, Essen, Handy, Auto, Versorung mit Medikamenten usw. Über 40 afrikanische Staaten sind im Begriff, ein Freihandelsabkommen zu vereinbaren und ihre Wirtschaft anzukurbeln und die Asiaten zu kopieren – ebenso wie die Länder Südamerikas, die ihr gewaltiges wirtschaftliches Potenzial wegen innenpolitischer Probleme (Korruption !) nicht ausschöpfen.

Wenn über den Weg dieser vertieften internationalen Handelspolitik eine vertiefte Friedenspolitik reifen kann und wenn z.B. alle Atomwaffen unter Kontrolle der UNO vernichtet werden oder zumindest unter die Kontrolle der UNO gestellt werden, dann haben alle Länder die Chance, in Frieden miteinander zu leben, sich gegenseitig zu besuchen und kennenzulernen, miteinander Fußball zu spielen, noch mehr „Mischehen“ einzugehen und damit das Thema „Rassen“ zu entsorgen.

Vieles wird von den USA abhängen, die sich seit dem 2. Weltkrieg unter Missachtung des Völkerechts zu einer aggressiven Kriegsmacht entwickelt und als einziges Land der Welt bisher Atomwaffen eingesetzt haben und die in über hundert Ländern Militärstützpunkte unterhalten und deren Militäretat so groß ist wie jener der Länder China, Russland, Saudi-Arabien, Frankreich, England, Indien, Deutschland, Japan und Südkorea zusammen!!!!! Ich wünsche mir, dass Europa und die Weltgemeinschaft dabei hilft, die USA auf friedlichem Weg einzufangen. Auch die USA können mit ihren Wissenschaften und ihrer hochkompetenten Wirtschaft vom freien Welthandel profitieren.

Wenn die USA diesen Weg nicht mitgehen wollen, dann plädiere ich für den Austritt der europäischen Länder aus der NATO und für die Neugründung einer Europäischen Verteidigungsgemeinschaft.

Und mein Herzenswunsch wäre ein für alle Zeiten funktionierendes friedliches Verhältnis der EU zu Russland und eine Freihandelszone von Wladiwostok bis Lissabon.

 

Die Welt ist ein Dorf

= Christen und andere religiöse Minderheiten in Pakistan werden oft didkriminiert und sogar verfolgt. Trotzdem versuchen Vertreter von Islam und Christentum miteinander zu reden.

= Die Wirtschaftssanktionen gegen Syrien, mit denen das Regime Assad in die Knie gezwungen werden soll, müssten sofort beendet werden. Das fordert das Hilfswerk „Kirche in Not“. Denn am meisten leide die Bevölkerung unter dem Boykott, der den dringend notwendigen Wiederaufbau des Landes blockiert und der dazu führt, dass die Bevölkerung hungern muss. Die Christen sind davon besonders betroffen, weil sie zusätzlich unter der Diskriminierung durch muslimische Nachbarn leiden.

= Zentrum gegen Terror. Ägyptens Ministerium für religiöse Stiftungen will mit einem neuen Zentrum für religiöse Forschung extremistischem Gedankengut entgegenwirken. Ziel ist eine moderne Formulierung rationalen, aufgeklärten und moderaten religiösen Denkens.

= Ägyptens Präsident al-Sisi will mit Äthiopiens Regierungschef Abiy die festgefahrenen Gespräche über einen umstrittenen Staudamm am Blauen Nil wieder aufnehmen; ein Treffen dazu sei in Russland geplant. Ägypten befürchtet, dass mit dem Bau der Talsperre in Äthiopien weniger Wasser nach Ägypten gelangt. Landwirtschaft, Industrie und Haushalte in Ägypten sind fast ausschließlich auf den Nil angewiesen.

= Vietnam und Kambodscha haben nach mehreren Jahrzehnten den Verlauf ihrer gemeinsamen Grenze abschließend geklärt. Mit zwei Dokumenten besiegelten die Regierungschefs in Hanoi den Verlauf der letzten 16 Prozent der gemeinsamen Grenze, die bisher nur durch ungenaue Landkarten dokumentiert war.

= In einer privaten Koranschule in Nigeria ist wieder ein „Folterzimmer“ entdeckt worden. Die Polizei teilte mit, dass dort über 300 Jungen angekettet, gefoltert und missbraucht wurden.

= Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier: „Wir wissen, dass es ein Paradies auf Erden nicht gibt. Und wer immer es in der Vergangenheit erschaffen wollte – und den neuen Menschen gleich dazu – er hat nichts als Verderben angerichtet. Diese Einsicht bedeutet nicht, die Welt so zu lassen, wie sie ist. Wir können uns nach dem einen Knoten den nächsten zu lösen vornehmen. Und uns bei dieser geduldigen Arbeit von dem Anspruch leiten lassen, den ich mit den berühmten Worten von Ernst Bloch formulieren möchte, dass nämlich die Welt für uns Menschen zu dem werde, was „allen in die Kindheit scheint und worin noch niemand war: Heimat.“

 

Die Welt ist ein Dorf

Fluchtpunkt – In Argentinien leben so viele deutschstämmige wie indigene Einwohner. Einige sind erfolgreiche Unternehmer. Ihre Eltern waren Nazis, Spieler oder jüdische Flüchtlinge. (Carl Moses – FAZ)


 

Rettet die Kultur des christlichen Abendlands !!

„Kultur beruht auf der richtigen Ermutigung des Schönen, Wahren, Guten – und der Entmutigung des Destruktiven, Menschenfeindlichen, Zügellosen. Das Christentum lehrt uns Nächstenliebe, Gelassenheit und Demut im Bewusstsein eigener Irrtumsanfälligkeit. Katholischer Faschismus ist nicht nur ein historisches Problem. Dummheit und Stolz wachsen auf gleichem Holz.“ (Andreas Püttmann)

Die Story vom christlichen Abendland oder vom christlich-jüdischen Europa ist ein Märchen; zuletzt war das in der Berliner Ausstellung „Juden, Christen, Muslime“ zu erkennen. Die abenteuerlichen Wege der „Kulturen“ oder des Weltwissens im Mittelalter und die seit Jahrtausenden bis heute stattfindenden Völkerwanderungen beweisen das.

Was hat sich denn in den letzten 120 Jahren auf dieser christlich/kulturellen Basis in Europa und vor allem in Deutschland ereignet ? Wo war diese kulturelle Prägung, als sich die gesamte deutsche Bevölkerung einschließlich (!!) ihrer Dichter und Denker mit Begeisterung in den völlig unsinnigen 1. Weltkrieg mit Millionen Toten geworfen hat ?

Wo war diese Kultur und das Christentum, als vor 1933 die Chance auf eine demokratische Republik vertan wurde ?

Auf dieser wunderbaren christlich/kulturellen Basis hat dann das deutsche Volk den schlimmsten Krieg aller Zeiten verursacht und in höchster kulturell-kreativer Weise einen Massenmord realisiert. (Von der kulturellen Vielfalt der Völker Mussolinis, Francos u.a. wollen wir nicht reden).

Nach dem 2. Weltkrieg haben die Alliierten (vor allem die Amerikaner) den Boden für ein vorbildliches Grundgesetz und eine funktionierende Demokratie bereitet. Die Deutschen haben mit Fleiß und Kreativität und mit Hilfe von Millionen Gastarbeitern ein Wirtschaftswunder vollbracht. Das hält bis heute an. Aber haben wir uns auch politisch und kulturell und moralisch weiter entwickelt ? Als ich politisch erwachsen wurde, war ich fest davon überzeugt. Aber ich wurde eines Besseren belehrt. Große Teile der Arbeiterschaft wandern auf die rechte Seite; mehr als die Hälfte der ehemaligen DDR-Bürger wählt entweder nicht oder die AfD. Über 50 Prozent der deutschen Wahlberechtigten, das dürften mehr als 30 Millionen (!!!!!) sein, wählen nicht oder die radikalen Nachfolgeparteien der Kommunisten bzw. der Nazis.

Und es sind eben nicht nur Ungebildete, die gegen Flüchtlinge hetzen und nicht wählen gehen. Viele Wissenschaftler, Schriftsteller, Professoren etc. äußern sich inhaltlich auf dem gleichen Niveau; z.B.:

Dr. Heinz Gilch schreibt in einem Leserbrief: „Die Industrie hat Ende der fünfziger Jahre Menschen aus aller Welt nach Deutschland geholt, die bereit waren, für geringen Lohn zu arbeiten. Ob sie überhaupt fähig waren, sich in Deutschland zu integrieren und ob sie das überhaupt wollten, spielte keine Rolle. Viele von ihnen waren schlecht ausgebildet oder sogar Analphabeten. Die Politik ließ die Industrie gewähren, ja unterstützte sie noch. An dieser Politik hat sich bis heute nichts geändert. Unsere Einwanderungs- und Asylantenpolitik braucht eine Reform an Haupt und Gliedern.“ Und Herr Dr. Johannes von Biberstein in seinem Leserbrief: „Was die „Willkommenskultur“ anbelangt, erteilte mir der Prospekt eines exclusiven Golfclubs Aufschluss über diese Vokabel: Er versprach diese Willkommenskultur zahlungsstarken Gästen. Die Merkel-Regierung gewährte die Willkommenskultur auf Kosten der ungefragten Wähler/Steuerzahler nicht nur Hilfsbedürftigen aus Syrien, sondern leichtfertig auch Hunderttausenden von sich tarnenden Unberechtigten und allerlei gänzlich Unwürdigen, die unser Gemeinwesen belasten. Sie zeigt bis heute keine Wege auf, wie man sie zurückschafft.“ Die beiden Herren Doktoren werden eines Tages glücklich sein, wenn die sich tarnenden Unberechtigten ihnen im Altenheim den Hintern abputzen, denn einen deutschen Steuerzahler werden sie dafür nicht finden.

Mehr aus der Kultur des Abendlands:

  • Sehen Sie sich die FS-Werbung für Partnervermittlung an.
  • Ich schaue Bundesliga-Fußball auf Sky; in der Halbzeit wird ein Film und eine Filmserie beworben; dabei werden innerhalb von 90 Sekunden siebzehn Menschen auf brutalste Weise ermordet; die Werbung ist natürlich jugendfrei.
  • Junge Mädchen erfreuen die Kosmetikindustrie: Zwei Drittel der 10- bis 14-jährigen Mädchen schminken sich mehrmals die Woche.
  • In Baden-Baden fordern mehrere mit Smartphone filmende Menschen einen Mann zum Selbstmord auf.
  • Für 70 Euro kommt jetzt das „intelligente Kondom“: Kein Gummi, sondern ein Ring mit Sensoren, den sich der Mann vor dem Sex über den Penis streift, um hinterher eine genaue Auswertung seiner Performance zu erhalten. Aufgezeichent werden Kalorienverbrauch, Stoßzahl, Durchhaltevermögen. Nutzer sollen ihre Ergebnisse auf Social Media teilen.

Die gedruckten überregionalen Tageszeitungen und Zeitschriften haben in den letzten 15 Jahren über 50 Prozent ihrer Auflagen eingebüsst. Dafür hat die Klatschpresse, die ihre Leser betrügt und belügt, einen ungebrochenen Erfolg. Allein die Klambt – Mediengruppe verkauft im Jahr 100 Millionen Zeitschriften. Das folgende Titelblatt von „Freizeit Spass“ ist ein Beispiel für die Kultur des christlichen Abendlands:

 

G e d i c h t e

Peter Hacks – Gründe der Liebe:

Warum muss es die sein, so hör ich euch fragen; ich muss kein Genie sein, um hierauf zu sagen:

Der Bund aller Bünde hat eherne Gründe. Ich liebe sie, und nun wisst ihr den Grund.

Sie hat schmale Lenden und sehr lange Beine; die Beine, sie enden ganz woanders als meine.

Sie hat keinen Bauch und winzige Brüste, und vieles fehlt auch, wo der Hintern sein müsste.

Sie hat just die Länge, die ich eben habe; wir gehen durch die Menge wie Knabe und Knabe.

Sie stiehlt mir das Hemde, sie nimmt keinen Puder; oft halten uns Fremde für Bruder und Bruder.

Sie ist so gescheit und trägt eine Brille; die Hälfte der Zeit vergisst sie die Pille.

Sie hat lila Schatten im goldenen Haare; sie hörnt ihren Gatten im siebenten Jahre.

Sie liest Marx in acht Bänden und Hegel und Heine; doch die Beine die enden ganz woanders als meine.

Wie heißt es bei Paul, geborenem Saul ? Habt ihr die Liebe nicht, ist schon was faul.

Peter Hacks – Tagtraum:

Ich möchte gern ein Holperstein in einer Pflasterstraße sein.

Ich stell mir vor, ich läge dort Jahrhunderte am selben Ort, und einer von den Kunsteunuchen aus Medien und Kritik käm beispielsweise Hacks besuchen und bräch sich das Genick.

Heinrich Heine – Epilog:

Unser Grab erwärmt der Ruhm. Torenworte ! Narrentum ! Eine beßre Wärme gibt eine Kuhmagd, die verliebt uns mit dicken Lippen küßt und beträchtlich riecht nach Mist.

Gleichfalls eine beßre Wärme wärmt dem Menschen die Gedärme, wenn er Glühwein trinkt und Punsch oder Grog nach Herzenswunsch in den niedrigsten Spelunken unter Dieben und Halunken, die dem Galgen sind entlaufen, aber leben, atmen, schnaufen, und beneidenswerter sind, als der Thetis großes Kind – Der Pelide sprach mit Recht:

Leben wie der ärmste Knecht in der Oberwelt ist besser, als im stygischen Gewässer Schattenführer sein, ein Heros, den besungen selbst Homeros.

Heinrich Heine – Buch der Lieder/Lyrisches Intermezzo:

Sie saßen und tranken am Teetisch, und sprachen von Liebe viel. Die Herren waren ästhetisch, die Damen von zartem Gefühl.

Die Liebe muss sein platonisch, der dürre Hofrat sprach. Die Hofrätin lächelt ironisch, und dennoch seufzte sie: Ach !

Der Domherr öffnet den Mund weit: Die Liebe sei nicht zu roh, sie schadet sonst der Gesundheit. Das Fräulein lispelt: Wie so ?

Die Gräfin spricht wehmütig: Die Liebe ist eine Passion ! Und präsentiert gütig die Tasse dem Herrn Baron.

Am Tische war noch ein Plätzchen; mein Liebchen, da hast du gefehlt. Du hättest so hübsch, mein Schätzchen, von deiner Liebe erzählt.

Walter Helmut Fritz – Nichts weiter:

Wie es einer gedacht hat, Sterben:

Sich drehn von der Seite der Erfahrung auf die

der Leere, ungeängstigt, ein Wechseln der Wange,

nichts weiter.

 

Gutes Deutschland

Darf man angesichts der Wiedergeburt des Nationalismus sagen „Ich liebe Deutschland“ ? Ich fühle mich als deutscher Patriot u n d als beigeisterter Europäer u n d als hoffnungsvoller Weltbürger.

Ich liebe den Allgäu, besonders dann, wenn ich gegen Abend von Garmisch oder Füssen Richtung Bodensee fahre und die untergehende Sonne Wälder, Wiesen und Dörfer in ein besonderes Licht taucht. Dann ist meine Seele froh.

Ich liebe das Voralpenland mit seinen wunderschönen Seen und ich liebe das Rheinland zwischen Bingen und Bonn einschließlich der ganzen Mosel.

Ich liebe Bäume und Vögel und die unbeschreibliche Farbenpracht, die mir aus den Gärten und Wäldern entgegenspringt und das Herz erwärmt.

Ich bin zutiefst dankbar, dass Millionen Frauen und Männer, Arbeiter, Gastarbeiter, Imigranten, deutsche Vertriebene, Unternehmer, Manager, Gewerkschafter und Politiker unser am Tiefpunkt seiner Geschichte befindliches völlig zerstörtes Land wieder aufgebaut und den nachfolgenden Generationen eine Lebensperspektive hinterlassen haben, die nach dem 2. Weltkrieg völlig utopisch schien.

Ich danke Gorbatschow und Russland, dass sie die friedliche Wiedervereinigung ermöglicht haben und ich danke den von mir oft kritisch beäugten Amerikanern, dass sie uns nach dem Krieg einen Neustart ermöglicht und die Wiedervereinigung ebenfalls vorangebracht haben.

Ich bin stolz auf die Historiker, die seit den achtziger Jahren die deutschen Verbrechen seriös und unideologisch erforschen und dokumentieren und damit meine Wut auf die schamlose Vertuschung und Verlogenheit der Jahrzehnte zuvor abbauen.

Ich bin jeden Tag froh, dass wir in Sicherheit und in einem Rechtsstaat leben, dass der Kalte Krieg vorbei ist, dass wir in der Nato und in der EU eingebunden und deutsche Alleingänge nicht mehr möglich sind.

Es erwärmt mein Herz, wenn ich sehe, wie Behinderte, die im Nazi-Deutschland zu Abertausenden ermordet wurden und die auch nach dem 2. Weltkrieg teilweise wie Tiere gehalten wurden, heute leben können und unterstützt werden.

Den hunderttausenden Ehrenamtlichen, die sich um Flüchtlinge, Obdachlose, arme und kranke Menschen u.v.a.m. kümmern, möchte ich ganz herzlich danken.

Jenseits von Sozialismus und Turbokapitalismus ist unsere Soziale Marktwirtschaft ein Erfolgsmodell, das viele Gerechtigkeitslücken ausgleicht und das auch von der aktuellen Bundesregierung ständig verbessert wird. (Die Chancenungerechtigkeit ist nach wie vor ein brennendes Problem)

Zur Zeit lese ich wieder in den sogenannten Qualitätsmedien, wie schlecht es unserer Wirtschaft geht: Wir stecken mitten in einem Absturz oder in einer Rezesseion und der Handelskrieg macht alles kaputt. Erstaunlich, wie die Fakten ignoriert werden: Auf s e h r hohem Niveau hat Deutschland im laufenden Jahr einen (geringen) Zuwachs, der auch im nächsten Jahr anfallen wird.

Außer im eigenen Land erfährt Deutschland auf globaler Ebene eine große Anerkennung für die Stärke der Wirtschaft und deren Weltklasseprodukte und für die finanzielle Unterstützung zahlreicher Entwicklungsländer und für die Moderatorenrolle, die wir an dutzenden politischen Brennpunkten in der Welt übernommen haben.

Ja ! Man darf das mal festhalten: Wir gehören zu den am meisten respektierten Ländern der Welt. (Auch daran sind unsere Politiker nicht ganz unschuldig)


 

Die linke Gefahr

Obwohl ich politisch ganz gut informiert bin und obwohl ich mich sehr intensiv mit dem Nationalsozialismus bechäftigt habe: Vor zehn Jahren hätte ich jeden für verrückt erklärt, der die Wahlerfolge der AfD angekündigt hätte. So schnell kann das gehen ! Millionen Deutsche haben diese nationalistische und gefährliche Partei gewählt, obwohl unser Land im internationalen Vergleich politisch und wirtschaftlich sehr erfolgreich ist. Was passiert, wenn wir eine ernsthafte Wirtschaftskrise mit z.B. acht Millionen Arbeistlosen bekommen ? Wird uns unsere Mitgliedschaft in der EU davor bewahren, dass sich 1933 wiederholt ?

Seit den Erfolgen der AfD ist die LINKE aus dem Blickfeld geraten; deren Funktionäre spielen sich als Retter der Demokratie und als Gegner der Antisemiten auf, obwohl sie von ihren vielfach geäußerten kommunistischen Grundsätzen nie abgerückt sind. Die Wiedergeburt des rechten Faschismus sollte uns daran erinnern, dass uns der linke Faschismus, der übrigens von Teilen der Sozialverbände und Kirchen unterstützt wird, genau so bedroht. (Peter Furth: „Der Antifaschismus ist ein moralisches Herrschaftsmittel, das der Ausgrenzung der Andersdenkenden dient.)

Einige Zitate aus meinem „Stalin-Archiv“:

  • Um Stalins Verbrechen vergessen zu lassen, versuchte die Internationale Linke, Lenin in den Vordergrund zu rücken und ihn als Chefideologen und Revolutionär heilig zu sprechen. In Wolfgang Ruges Buch „L e n i n“ heißt es dazu: „Lenin hat gegen alle Ideale verstoßen, als er während des Bürgerkriegs Menschen in großem Stil töten ließ, um Angst und Schrecken zu verbreiten. Lenin verachtete das Recht und seine Institutionen, weil er an die Machbarkeit der Welt durch Gewalt glaubte.“ Während der Krimblockade unter Lenin wurde den Bauern das Vieh und das Saatgetreide weggenommen und das Blut von tausenden Erschossenen färbte das Meerwasser an der Küste rot. Unter Stalin wurde die Lockesche Ideologie von der Veränderbarkeit der menschlichen Natur sogar auf Weizen angewandt. Trofim Lyssenko behauptete – und jeder, der ihm widersprach, wurde erschossen -, Weizen könne nicht nur durch Zucht, sondern auch durch Erfahrung frostbeständiger gemacht werden. M i l l i o n e n von Hungertoten widerlegten ihn.
  • Aus Anne Applebaums Buch „Roter Hunger. Stalins Krieg gegen die Ukraine“: Schon währen der „Entkosakisierung“ 1919 wurden 12.000 Menschen hingerichtet, aber das war nur ein Vorspiel. Am Ende der Enteignung der wohlhabenden Bauern und dann aller Familien, die etwas anbauten, wurden durch den Entzug von Nahrungsmitteln und durch direkten Terror fast vier Millionen Menschen in der Ukraine getötet.
  • Die Führer in Moskau schoben die Schuld für vieles den Funktionären vor Ort zu; als 1937 eine Volkszählung ergab, dass acht Millionen Menschen fehlten, Opfer des Hungers und entsprechend weniger geborene Kinder, wurden die obersten Volkszähler reihenweise erschossen. Was man den Millionen Hungertoten weggenommen hatte, exportierte die Sowjetunion, um an Devisen zu kommen. Für Mundraub wurde die Todesstrafe eingeführt; schon sechs Monate nach Einführung dieses Gesetzes waren 4500 Personen deshalb hingerichtet worden.
  • Sandra Kalniete war von 2002 bis 2004 lettische Außenministerin. Geboren wurde die Kunsthistorikerin 1952 in sibirischer Verbannung; ihre Eltern waren mit ihren Familien nach Sibirien deportiert worden, nachdem die Sowjetunion Lettland besetzt hatte. Von sechs Deportierten starben drei im Lager. Den stalinistischen Terror hat Sandra Kalniete am Beispiel ihrer Familie in dem Buch „Mit Ballschuhen im sibirischen Sommer“ beschrieben. Kalniete ist der Überzeugung, dass die Sowjetunion nach dem Sieg über Hitler den Völkermord in Osteuropa fortgesetzt hat und dass Kommunismus und Nationalsozialismus gleich verbrecherisch waren.
  • Gorbatschows Weggefährte Alexander Jakowlew auf die Frage der FAZ: „Wie viele sind durch Stalins Terror ums Leben gekommen ?“ – „Das ist unmöglich zu beantworten. Wir finden immer noch Massengräber und wissen nicht, wer da liegt. Kürzlich hatte ich den Fall eines Parteisekretärs aus der Ukraine; der hat persönlich 3000 Leute erschossen. Das Politbüro hat 1937/1938 Quoten zur Erschießung für Hunderttausende festgelegt. Während der Kollektivierung wurden fünf Millionen Bauernfamilien hinter den Ural deportiert – wie viele von ihnen sind umgekommen ? Während der Deportation der Kaukasus-Völker sind vierzig Prozent von ihnen umgekommen, vor allem Kinder. Ich glaube, dass es z w a n z i g bis v i e r z i g M i l l i o n e n Opfer Stalins gibt.“

Ich bin unschlüssig, ob ich noch auf die Verbrechen des Kommunisten Mao Tse-tung eingehen soll; Frank Dikötters Buch „Mao`s Great Familiy“ gibt Auskunft; hier nur ein Satz daraus: Maos Politik in den Jahren 1958 bis 1962 kostete 45 Millionen Menschen das Leben; Millionen verhungerten; viele wurden zu Tode gefoltert; viele fielen der Willkür lokaler Parteikader zum Opfer.

Über die kommunistischen Straflager und Gefängnisse gibt es mehrere wichtige Bücher; eines davon stammt von Jewgenia Ginsburg, die einiges vom 20. Jahrhundert verstanden hat und die davon spricht, wie sie, um die Schreie der Gefolterten im Moskauer Butyrki-Gefängniss nicht hören zu müssen, immer wieder Michelangelos Gedicht aufsagte:

„Teuer ist mir der Schlaf und teurer noch, Stein zu sein, während Schmerz und Schande andauern, nicht zu sehen, und nicht zu fühlen ist mir ein großes Glück: Weck mich nicht auf ! Sprich leise.“

Ich befürchte, dass die Links-Partei in Deutschland jederzeit bereit ist, Gewalt anzuwenden, um an die Macht zu kommen. Und ich bin überzeugt, dass die kommunistische Ideologie dann sofort auf die Tagesordnung kommt. Die Bundestagsabgeordnete der Linken Gesine Lötzsch bestätigte das in einer Rede auf der Rosa-Luxemburg-Konferenz:

„Wer glaube, dass der Pfad zum Kommunismus lang und steinig werde, habe noch nicht begriffen, was die Stunde geschlagen hat. Es könne nämlich auch alles sehr schnell gehen: Angenommen der Euro geht als Währung unter, die EU zerbricht, die USA kommen nicht aus der Wirtschaftskrise, die Flüchtlingsströme überrennen die Festung Europa. So soll die Machteroberung nicht eine einmalige, sondern eine fortschreitende sein,, indem wir uns h i n e i n p r e s s e n in den brügerlichen Staat, bis wir alle Positionen besitzen und sie mit Z ä h n e n und N ä g e l n verteidigen.“ Hineinpressen, Zähne und Nägel: Kommen diese Leute an die Macht und wenden wie angekündigt Gewalt an, dann soll niemand sagen, er habe es nicht gewusst.

Und Gesine Lötzsch hält „auch für gangbar“, was ihre Parteifreundin, die ehemalige Terroristin Inge Viett, die einen französischen Polzisten zum Krüppel geschossen hat, meint: „Heraus aus dem Morast parlamentarischer Gestaltungswut, wir brauchen eine revolutionäre kommunistische Organisation, einen Antagonismus zum bürgerlichen Rechtsstaat, zur bürgerlichen Moral und zum Pazifismus.“

Einen Antagonismus zum Rechtsstaat !!!