Kann es wieder passieren ?

Primo Levi hat Auschwitz überlebt und in einem seiner Bücher geschrieben:

„Es ist passiert – also kann es wieder passieren!“

Der Thüringer AfD-Landtagsabgeordnete Thomas Rudy teilte auf Facebook die Fürsorgepflichtverordnung der Weimarer Republik „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen!“ mit dem Kommentar: „Ruckzuck würden sich die Asylheime leeren.“

Und der AfD-Bundestagsabgeordnete und frühere Staatsanwalt Seitz, der den Ex-Präsidenten Obama als „Quotenneger“ bezeichnet hat, dieser Herr bezeichnet Flüchtlinge als  „Invasoren“ oder  „Migrassoren“ oder postet ein Foto, auf dem der Koran die Toilette runtergespült wird.

Und der Seitz-Kollege Sänze: „Es gibt ja viele Kulturen auf der Welt. Aber es gibt nur eine Zivilisation, das ist die europäische.“

Diese Hetze verbreiten die Herrschaften in einer Zeit, in der es den Europäern so gut geht, wie nie zuvor in der Geschichte; was passiert eigentlich, wenn sich durch eine erneute verschärfte Finanzkrise eine dramatische Wirtschaftskrise mit zehn Millionen Arbeitslosen  und eine Hyperinflation ergibt?

Wer von den z.Zt. 19,3 Millionen in Deutschland lebenden Menschen mit Migrationshintergrund „soll dann nicht mehr essen“?  Oder werden nur die Muslime entsorgt und der Koran verboten? Sollen dann nur „europäisch zivilisierte“ Menschen überleben? Die Italiener, Ungarn und Portugiesen haben also eine Chance? Und die Bosnier, Bulgaren, Kroaten und Polen?  Sind doch sicher unzivilisierte Europäer! Also weg damit?!

 

Gefährlich! Nicht integrierbar!

Österreich hat bittere Erfahrungen mit tschetschenischen Asylbewerbern gemacht, die in großer Zahl (ca. 30.000) nach den beiden Kriegen zwischen der russischen Zentralmacht und den tschetschenischen Terroristen eingereist sind. Gewalttätige Auseinandersetzungen in den Auffanglägern waren an der Tagesordnung und hunderte – vor allem junge Leute – radikalisierten sich und schlossen sich dem IS an. Der tschetschenische Islamist Achmed Tschatajew war Drahtzieher des Anschlags auf den Istanbuler Flughafen 2016, bei dem 45 Menschen getötet wurden.

(Während der beiden Tschetschenien-Kriege wurden die Russen in Deutschland von den üblichen links/grünen Meinungsmachern einseitig verurteilt und der terroristische „Freiheitskampf“ der Tschetschenen wurde glorifiziert; über die tschetschenischen Terrorakte in Russland wurde kaum gesprochen !).

In den letzten Jahren haben auch in Deutschland zahlreiche Tschetschenen Asyl beantragt (die genaue Zahl ist mir nicht bekannt). Schnell machten sie mit Schießereien auf sich aufmerksam; schnell dominierten sie z.B. in Berlin das Rauschgiftgeschäft, weil sie die „Konkurrenz“ vertrieben und schnell musste das Bundeskriminalamt eingeschaltet werden.

Tschetschenen haben seit Jahrhunderten Familien-Clan-Strukturen; die Familienoberhäupter oder die Ältestengerichte bestimmen, was die Familienmitglieder zu tun oder zu lassen haben und bestrafen mit brutaler Härte jene, die sich nicht daran halten. Diese Erziehung bzw. Programmierung beginnt schon im frühesten Kindesalter, so dass kaum jemand die Chance hat, sich aus diesem Milieu zu befreien und sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Kinder werden auch gerne für Straftaten eingesetzt, weil sie noch nicht strafmündig sind.

Der Rechtsstaat ist in Deutschland das wichtigste Fundament unseres Gemeinwesens und kein tschetschenisches Verbrechen darf dazu führen, unser Recht zu beugen. (Wenn ich König von Deutschland wäre, würde ich die Kinder im Babyalter aus den betroffenen Familien nehmen und für Adoptionen oder Pflegeeltern vermitteln).

Was tun? Die Kriminalpolizei muss technisch und personell alle Möglichkeiten bekommen, diese Clans zu überwachen und zu überführen und abzuschieben.

Was können wir noch tun? Auf keinen Fall dürfen wir zulassen, dass das Verhalten der Tschetschenen dazu dient, Flüchtlinge pauschal zu verurteilen, was dann den Hetzern aus dem konservativ/rechten Spektrum in die Hände spielt.

 

Wie geht es mit Europa voran ?

= Wir dürfen nicht akzeptieren, dass Russland, China oder USA Länder der EU gegeneinander aufbringen und die EU spalten. Dann kommen die Le Pens und Wagenknechts und Gaulands an die Macht.

= Falls erforderlich, muss der Zugang europäischer Unternehmen in andere Märkte durchgesetzt werden, indem der Zugang zum europäischen Binnenmarkt davon abhängig gemacht wird.

= Die Entscheidungsprozesse der EU  in der Außen- Wirtschafts- und Militärpolitik müssen zukünftig mit qualifizierter oder gar mit einfacher Mehrheit abgeschlossen werden können. In diesen Bereichen muss das Prinzip der Einstimmigkeit fallen. Die Europäisierung der Verteidigungs-,  Außen- und Sicherheitspolitik wird langfristig zu Einsparungen bei den Militär-Budgets führen und die Chancen der Wirtschaft auf den Weltmärkten steigern.

= Die Wirtschaft muss im internationalen Wettbewerb konkurrenzfähig bleiben. Europa braucht Investitionsbedingungen, die Grundlagenforschung, Unternehmensgründungen, Innovationen und die in Deutschland schon praktizierte Zusammenarbeit zwischen Universitäten und Unternehmen fördern.!

= Die Soziale Marktwirtschaft in Deutschland und einigen anderen Ländern Europas ist beispielhaft und großartig !  Die Finanzierung dieses sozialen Budgets (in Deutschland fast eine Billion Euro p.a.)  ist nur so lange möglich, wie die internationale Konkurrenzfähigkeit der europäischen Wirtschaft erhalten bleibt !! (Ein Koreaner ist so intelligent wie sein deutscher Kollege, arbeitet aber im Durchschnitt unter Berücksichtigung von Urlaub, Feiertagen und Wochenarbeitszeit sechzig (!) Prozent mehr als sein deutscher Kollege und verdient  deutlich weniger).  Wenn dann noch die relativ hohen Steuern und Abgaben hinzukommen, wird es eng.

 

Auf dem Weg der Besserung?

Der ehemalige Bild-Chef  Tiedje schreibt eine wöchentliche Kolumne in „Euro am Sonntag“ und schlägt in unsachlicher, polemischer und manchmal hetzerischer Manier auf seine Lieblingsfeinde ein: Angela Merkel, die Politiker, alle linksliberalen und linken Überzeugungen und vor allem auf die Befürworter von Immigration. Konstruktive Kritik habe ich bei Herrn Tiedje immer vermisst. Deshalb war es überraschend, eine positive und erhellende Kritik über das Buch „Die Chinesen“ von Stefan Baron und Guangyan Yin-Baron zu lesen. Ich zitiere:

  • „China ist nicht unser Feind. Die KPCh ist weniger eine kommunistische als eine patriotische Partei. Ihr Marxismus ist Popanz.“
  • „China strebt nach alter Größe, aber ohne Krieg.“
  •  „Die Chinesen verspüren (im Gegensatz zu den Amerikanern) kein Sendungsbewusstsein, sie sind nicht kriegerisch, aber traditionell defensiv (Große Mauer). Die allermeisten sind nicht religiös. Sie sind realistisch, pragmatisch, flexibel, nutzorientiert, sie denken ganzheitlich und bevorzugen Kompromosse.“
  • „Chinesen denken nicht kollektivistisch. Die Familie steht über allem, für sie ist fast alles erlaubt. Und Ausländer haben große Vorteile, wenn sie Chinas Kultur kennen. Das schätzen die Chinesen.“
  •  „Das Buch ist ein Werk, das fröhlich macht!“

Ich kenne China ein wenig aus eigener Anschauung und weil ich alles lese, was mir objektiv erscheint; wenn der Buchautor mit seiner Einschätzung „traditionell defensiv“ richtig liegt, dann hat das gößte Auswirkungen auf die Zukunft unseres Erdballs, weil China in zwanzig bis dreißig Jahren die  USA als Wirtschaftssupermacht abgelöst haben wird. Denn wirtschaftlicher Erfolg bei außenpolitischer und militärischer Zurückhaltung bedeutet, dass die anderen asiatischen Multi-Millionen-Einwohner-Länder (Indien, Pakistan, Indonesien, Malaysia incl. Japan, Australien) den gleichen Weg gehen können; das würde die ganze Welt wirtschaftlich und politisch weiterbringen.

Europa wird sich (hoffentlich) wirtschaftlich, militärisch und politisch von den USA unabhängiger machen, ohne die positiven Teile der Zusammenarbeit zu vernachlässigen.

 

Fluchtburg Fußball

von Walther Seinsch

Da wir alle zwei Jahre aus den Medien lernen, dass wir alle über kurz oder lang an der Vogelgrippe oder an Ehec sterben und unsere Meere von der Öl-Plattform verseucht werden und Fukushima unseren Salat ung eniessbar macht und der Euro unsere Rücklagen aufzehrt und Europa von China verdrängt wird und Putin die Komunalwahl auch in Augsburg fälschen wird wegen dieser und anderer Risiken hat sich der Fußball schließlich auch noch zur letzten Fluchtburg von Lebensfreude und Loyalität entwickelt.

 

Auf Ihre Gesundheit !!

= „Darmspiegelung ist echte Prävention. Sie verhindert, dass Menschen an Darmkrebs erkranken.“ (Prof. Brenner – Dt. Krebsforschungszentrum Heidelberg)

=  Geniessen Sie Ihr Frühstücksei !! Forscher der Uni Peking haben die Daten von 500.000 Menschen ausgewertet und kamen zu dem Schluss, dass der Verzehr von Eiern womöglich einen positiven Effekt auf das Herz haben kann.

=  Informieren Sie sich !!! Viele Krebspatienten sterben vorzeitig, weil sie in Kliniken operiert werden, die mit den komplizierten Eingriffen wenig Erfahrung haben.

= Vorsicht Fliegen !! Ein Forscherteam hat Schmeiß- und Stubenfliegen untersucht und fand bei 116 dieser Insekten über 300 verschiedene Keime – darunter viele Krankheitserreger.

= Kein vorgeschnittenes Obst oder Gemüse kaufen !! Auf den zerkleinerten Blättern oder dem in Stücke geschnittenen und in Plastikschalen verpackten Obst bilden sich Bakterien ! Auch E.coli-Bakterien – sogenannte Ehec-Erreger ! Frische (?) und vorgeschnittene Salate und Kräuter und mundgerecht geschnittene Ananas und Mangos oder vorgeschälte Möhren lachen den Kunden im Supermarkt an. Lachen Sie nicht zurück !

= Der Markt für Energiedrinks boomt. Diese industriell gemixte süße Koffeindroge gefährdet die Gesundheit ! Ein Verbot für Kinder und Jugendliche ist überfällig ! (WHO)

= Stangenspargel hat so gut wie keine Kalorien – ist aber reich an Vitamin C, B1, B2 und E sowie an Folsäure, Kalium und Calcium.

= Lecker und gesund:  Walnüsse ! Etwa acht Walnüsse täglich senken das schlechte Cholesterin im Blut und verändern die Darmflora positiv. Außerdem senken sie das Risiko von Übergewicht und Diabetes. Aber auch hier gilt: Mehr als ein bis zwei Handvoll Walnüsse pro Tag bringen nicht mehr Gesundheit – sondern schaden.

 

Erinnern

Liebe Leser,

wir Deutsche müssen uns hin und wieder an die Verbrechen, die von Deutschen begangen wurden, erinnern. Ich kann Ihnen nicht empfehlen, sich so intensiv und im Detail mit diesen Verbrechen zu befassen, wie ich das über viele Jahre getan habe; möglicherweise gefährden Sie Ihre mentale Gesundheit.

(mehr …)

 

Die Welt ist ein Dorf

=  Daniel Mminele ist Vize-Gouverneur der South African Reserve Bank und wurde 1965  in Südafrika geboren; er spricht Deutsch mit westfälischem Akzent und hat in Hamm die Schule besucht, weil sein Vater, ein evangelischer Pfarrer, einst in Deutschland Kirchenmusik studiert hatte und die Ausbildung in Südafrika noch nicht optimal war. Daniel arbeitete und studierte in Deutschland und England und erhielt das Bundesverdienstkreuz, weil er sich für die deutsch-südafrikanischen Beziehungen einsetzt; seine beiden Kinder studieren auch in Deutschland. Daniel Mminele wird wegen seiner Genauigkeit und Pünktlichkeit von seinen Kollegen „the German“ genannt.

= Die berühmte Verhaltensforscherin Jane Goodall über Deutschland: „Ich denke, es gibt in Deutschland einen sehr starken Grund für Hoffnung. Als ich ein Kind war, herrschte Krieg zwischen Deutschland und England; unser Hass auf Hitler übertrug sich auf die Deutschen. Meine Mutter war sehr weise und schickte mich nach dem Krieg nach Deutschland, wo ich mit einer deutschen Familie zusammen lebte; ich sollte verstehen, daß nur wegen Hitler und der Nazis nicht alle Deutschen schlechte Menschen sind. Vor kurzem saß ich mit drei deutschen Freunden zusammen und sagte: Ist es nicht sonderbar, daß unsere Väter sich gegenseitig umgebracht haben und Ihr seid einige meiner besten Freunde ? Ich habe auch ein Stück Berliner Mauer bei mir. Ich würde es gerne Donald Trump zeigen und ihm sagen: Du kannst diese teure Mauer zwischen dir und Mexiko bauen – aber sie wird nicht bestehen bleiben !“

= Vom Flüchtling zum Manager: Mit 14 musste er aus Kabul fliehen, heute ist Cawa Younosi Personalchef von SAP Deutschland. Deutsch lernen und offen sein für Neues, rät er den Flüchtlingen von heute.

= Deutsch-Tschechischer Kongress „Unsere Heimat – Kulturerbe Europas“ in Augsburg: In tausend Jahren gemeinsamer Geschichte haben Tschechen und Deutsche in den Böhmischen Ländern miteinander eine einzigartige Kultur aufgebaut, die wir im Zeichen des Europäischen Kulturerbe-Jahres 2018 sichtbar machen und weiterentwickeln wollen.

= Der Niederländische König Willem-Alexander: „Europa und die Welt können sich glücklich schätzen, daß ein großes Land wie Deutschland so viel Mitverantwortung für das Wohl der Weltgemeinschaft verspürt. Das Verbindende zu suchen, statt lauthals die eigene Position zu verkünden, diese Rolle ist manchmal etwas undankbar.“

= Kanada macht beispielhaft vor, wie man Kinder aus Einwandererfamilien und damit völlig anderen Kulturräumen erfolgreich integriert.

 

Vom Cowboy zum Weltpolizisten

Die Militärausgaben der USA belaufen sich im Jahr 2018 auf über 700 Milliarden Dollar und sind damit fast doppelt so hoch wie jene von China, Russland, England, Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien zusammen.

Etwa ein Drittel der weltweiten Waffenexporte gehen auf das Konto der USA.

Die USA unterhalten in 120 Ländern der Welt Militärstützpunkte. Beispiel: „Mir war nicht klar, wie wichtig Sizilien heute für das US-Militär ist. Die globale Kommunikation des Militärs läuft über Satellitenschüsseln, die sich auf der Insel befinden. Auch für Drohnenangriffe der Amerikaner ist Sizilien von zentraler Bedeutung; die Drohnen, die im Jemen oder in Somalia zum Einsatz kommen, werden von Piloten in Nevada gesteuert. Doch die Signale werden über Funkstationen weitergeleitet, die sich in Ramstein oder auf Sizilien befinden. Wenn Menschen von US-Drohnen getötet werden, ist Europa involviert. Das wirft einige rechtliche und moralische Fragen auf.“  (Die amerikanische Filmemacherin  und Journalistin Laura Poitras  im SPIEGEL)

Nach 9/11 hatte Poitras aufgedeckt, daß die amerikanische Regierung nationales und internationales Recht bricht: „Wir müssen uns nur den Fall von Khaled el-Masri ansehen, den unschuldigen Deutschen, den die CIA falsch identifiziert, entführt und gefoltert hat und dem mit Hilfe des sogenannten State Secret Privilege das Recht abgesprochen wurde, die amerikanische Regierung zu verklagen, um uns klar zu machen, welchen Alptraum  Menschen mit weniger Schutz als ich in der Ära nach dem 11. September 2001 erleben können.“  „Guantanamo, gezielte Tötungen mit Hilfe von Drohnen, Beobachtungslisten, Tötungslisten, präventive Kriege – diese Politik wird auf uns selbst zurückfallen.

Diese Politik bricht internationales Recht.“

Europa muss die absurden Forderungen von Herrn Trump nach deutlich höheren Militärausgaben ignorieren und die militärische Kooperation der EU-Länder massiv vorantreiben – bis hin zu dem Ziel von nur noch   e  i  n  e  m   Militär für ganz Europa!

Der französische Präsident Macron verkündet das Projekt eines weltpolitisch „souveränen Europas“, das sich zum globalen Kraftzentrum formiert; er verlangt, Machtinstrumente zu schmieden: diplomatisch, militärisch, ökonomisch. Macron:

„Europa muss stark genug werden, um entscheiden zu können und nicht erdulden zu müssen.“

 

Fake News

In der aktuellen Debatte um Fake News entblöden sich einige Leute nicht, ein Verbot von Falschmeldungen zu fordern. Es geht nicht um faktische Fehler in der Berichterstattung. Es geht nicht darum, daß Journalisten nicht die Wahrheit schreiben, weil es eine objektive Wahrheit nie geben kann.

Das Problem mit den „fake News“ verweist auf ein grundsätzliches Problem: auf eine Kultur, die jenen kritischen Umgang mit dem Wissen ablehnt, für den Aufklärer seit der Antike kämpfen.

Die Überzeugung, daß niemand die Wahrheit kennt, daß es sich aber lohnt, fortwährend danach zu suchen und daß es dafür anerkannte Werkzeuge gibt: der Blick auf eine Frage aus verschiedenen Perspektiven, die Unterscheidung zwischen überprüfbaren Fakten und Interpretation, das Zugeständnis, wenn man etwas (noch) nicht weiß oder falsch lag. Es ist eine Haltung, die idealerweise die Wissenschaft prägt und in abgeschwächter Form auch den Journalismus. Abgeschwächt darum, weil Journalismus nicht nur Aufklärung, sondern auch Kunst und Unterhaltung ist. (Schweizer Monat)

 

Es wird besser !

= Die Barber Angels touren durch Deutschland und schneiden Obdachlosen die Haare. Sie schenken ihnen damit nicht nur eine Gratisfrisur, sondern auch ein Stück Würde. Melanie Bauer zum Beispiel hat dadurch wieder ins Leben zurück und einen neuen Job gefunden.

= „Ich bin froh, daß ich in Deutschland lebe, denn so hat mein Kind die Möglichkeit, mit  7 4 0  Gramm auf die Welt zu kommen und zu leben.“  (Kathrin Montero Gonzales)

= Der Wandel durch Digitalisierung hat bisher mehr Arbeitsplätze geschaffen als vernichtet.

= Die Studenten der OTH Regensburg haben einen Filter entwickelt, der bei Materialkosten von 30 Euro eine Familie mit bis zu 50 Liter Wasser am Tag versorgen kann. Das Gehäuse wird mit aufbereitetem Bruchsand gefüllt, durch welches das Wasser langsam sickert; weil das lange dauert, bleiben die Krankheitserreger im oberen Bereich stecken; dort bildet sich ein Biofilm, in dem sich die Keime gegenseitig fressen. So werden fast alle Bakterien und Viren und sämtliche Würmer beseitigt. Der Filter ist schon im Einsatz.

= In Südkorea sind die Tirolerinnen Marianne Stöger und Margit Pissarek für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen worden, weil sie nach dem Ende des Koreakrieges in den sechziger Jahren auf der abgelegenen Insel Sorok die medizinische und soziale Versorgung der von ihren Familien abgeschobenen Leprakranken aufbauten. Sie konnten erreichen, daß Lepra nahezu ausgerottet wurde. Die beiden Damen leben heute in Innsbruck – in Südkorea werden sie „blauäugige Engel“ genannt.

= Die Zahl der Todesfälle durch Malaria nahm in den vergangenen zehn Jahren um 43 Prozent im Vergleich zu den Jahren 1995 bis 2005 ab.

= Heilung an Bord: Wer in Madagaskar erkrankt, wird oft verstoßen. Ohne Zugang zu medizinischer Hilfe droht jahrelanges Leid. Für Hoffnung sorgt ein  internationales Team aus Ärzten und Spitzenmanagern an Bord des größten Hospitalschiffes der Welt.

 

Cool bleiben!

Liebe Leser, wollen Sie fürs Alter Vorsorgen oder für eine Immobilie sparen oder einfach nur Geld anlegen ? Dann denken Sie an Warren Buffet und machen nur, was Sie verstehen und was Sie bis zum letzten Cent nachvollziehen können.

(mehr …)

 

Professor. Volkswirt. Inkompetent. Gefährlich.

Ein typisches Beispiel für krasse Inkompetenz und gefährliche Ratschläge ist ein gewisser Thorsten Polleit, der in den letzten acht Jahren nach der Finanzkrise mit absurden Analysen und Prognosen versucht, seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Dabei kündigt er sich mit folgendem Werdegang an:

  • Studium Wirtschaftswissenschaften
  • Promotion
  • Chefvolkswirt bei ABN Amro
  • Chefvolkswirt bei Barclays
  • Chefökonom bei der Goldhandelsfirma Degussa
  • Honorarprofessor an der Frankfurt School of Finance and Management
  • Ökonom und Berater des P & R – Fonds

Herrn Polleit gelingt es immer wieder, mit großen Artikeln und Interviews in den Medien seine Interessen zu vertreten:

  • Im Jahr 2010 spricht er von einem „Scheinaufschwung“ Deutschlands und kündigt ein „Abtauchen der Weltwirtschaft in eine Rezession“ an; dann prognostiziert Polleit einen DAX-Stand von 4.500 Punkten und einen DOW-JONES von 8.500 Punkten und liegt mit beiden um über 50 Prozent daneben (Ist 6.800 und 12.200 Punkte).
  • Weil die EZB die Staaten und Banken Europas mit Niedrigzinsen am Leben hält, kündigt Pollei im Jahr 2012 eine Hyperinflation an. (Darauf warten wir noch)
  • Dann trommelt der in FOCUS-Money als „Top-Finanzexperte mit geballtem Fachwissen“ vorgestellte Polleit für  G o l d  als „sicherer Hafen“ und „ultimatives Zahlungsmittel“. Die in die Welt gesetzten Prognosen für den Goldpreis wurden um mehrere hundert Prozent   u  n  t  e  r  s  c  h  r  i  t  t  e  n  .
  • Im Juli 2018 stellt Polleit einen „monetären und politischen Umbruch“ fest und fordert  n e u e s  Denken auch bei der Geldanlage. „Die konkrete Antwort auf dieses neue Denken ist der P & R Real Value Fonds, für den Polleit  jetzt arbeitet. „Wir suchen weltweit wachstumsstarke Firmen, die an der Börse noch günstig zu haben sind“  –  sagt Polleit.  Wow !!! Das ist ja mal eine richtig gute Idee!
 

Gebildet müsste man sein !

Sogenannte Journalisten und Kunstkritiker führen mir immer wieder vor Augen, dass meine Deutschkenntnisse völlig unzureichend sind und dass ich mich mit einem Lexikon zu bewaffnen habe, wenn ich z.B. die Süddeutsche Zeitung lesen will. Beispiel aus einer Buchkritik: „Kleine Zeichnungen, unterschiedliche Satzspiegel, der Trommelwirbel von Versalien und eine Interpunktion voller Synkopen beleben den Band.“

In einem an Dummheit und Arroganz kaum zu überbietenden FAZ-Bericht über Mozarts „Zauberflöte“ bei den Salzburger Festspielen trifft man auf das folgende Kauderwelsch: „Kalmieren, Presto-prestissimo-Jagd, phantasmagorisches Geschehen, beteiligte Dramatis Personae, dystopische Gegenwelt, technizistische bombastische Menschenwelt, fellinineske Figuren, beiläufige depotenzierte Episoden, eskamontierter höherer Sinn, Goldtraum einer Societas humana, hypertroph-bombastische Szene mit Augenpulver, rubatoselige Verlamsangungen, fließende legato-Phrasierung, mit sordiniertem Beifall.“

Noch schlimmer finde ich, wenn der  einfach gestrickte Brasilianer Neymar mit seinen Verletzungs-Show-Einlagen bei der WM  in der S.Z. mit Shakespeare und Kollegen in Verbindung gebracht wird: „Im Theater geht der Trend ja weg vom klassischen Schauspiel hin zu Performance, Diskurs und Authenzität. Selbstwenn Stücke von Schiller, Kleist und Shakespeare gespielt werden, tut das keiner mehr pathetisch-deklamatorisch mit großer Geste. So ist Neymar zum Beispiel ein Meister des Quotrierens und der Melodramatik; Neymar spielt das, als sei es eine Szene aus Aischylos „Die Perser.“

Jetzt kommt`s: „Overacting als Stilmittel, um Furcht und Mitleid zu erregen:  Jammer (èleos) und Schauder (phòbos) – nach der aristotelischen Poetik sind dies bekanntlich die klassischen Affekte, die die Tragödie beim Zuschauer erzeugt. Neymar, der Kathariker des Fußballs sollte mehr glaubwürdiges Method-Acting  à la Lee Strasberg und Stanislawski und weniger Overacting und Laienspiel anwenden.“  (Ich mache Schluss, andernfalls muss ich auf`s Örtchen und mich übergeben)

 

 

Jean Tigana, der Mann aus Mali.

von Peter Hartmann

Aus Mali rauszukommen, ist schwierig, leicht ist es für Terroristen reinzukommen. Es ist ein Binnenland und einer der zehn ärmsten Staaten der Welt, mit einem Pro-Kopf-Einkommen im Streubereich von null und mit einer Geburtenrate von 6,2 Kindern pro Frau. Als Boubou Tigana mit seiner französischen Ehefrau Mauricette nach Frankreich zog, war Mali noch eine Kolonie und der kleine Jean drei Jahre alt.

(mehr …)

 

Soll ich`s nochmal versuchen ?

Am Montag war bei den Alten Herren in Telgte Training angesagt und am Wochenende haben wir unsere Spiele ausgetragen;  vierzig Jahre lang habe ich mit Begeisterung Fußball gespielt – immer hoch motiviert und manchmal zu aggressiv gegen Schiedsrichter und Gegenspieler. Dann haben die Ascheplätze meine Knie ruiniert und ich musste aufhören. Geht doch noch was ?

Kicken für Ältere

Wer meint, selbst viel zu alt fürs Kicken zu sein, sollte es mal mit „Walking- Football“ versuchen. Die Idee stammt aus England, doch auch in Deutschland erhält der schonende Sport immer mehr Anhänger. Rainer Küpper, der in Essen eine Mannschaft mit über 60-Jährigen im Gehfußball trainiert, sagt: „Hier kann auch einer mit kaputter Hüfte oder einem Ersatzknie mitspielen.“ Die Regeln sind freilich etwas anders: Laufen beispielsweise ist nicht erlaubt, mindestens ein Fuß muss auf dem Boden sein. Reingrätschen, Rempeleien oder das Spielen eines Balls über Hüfthöhe sind ebenfalls verboten.

Den Spielern macht es offensichtlich Spaß; hier spielt jeder so, wie er eben kann; z.B. Heiko Kleska, der zwei künstliche Knie hat. Hauptsache, man kann wieder gegen den Ball treten. Und gut für die Gesundheit ist es auch noch.

 

Selig seid ihr

Selig sind, die Humor haben und über sich selbst lachen können; sie werden nie aufhören, sich zu amüsieren.

Selig, die einen Maulwurfshügel von einem Berge unterscheiden können; sie werden vielen Schwierigkeiten entgehen. Selig, die sich darauf verstehen, zu schweigen und zuzuhören; sie werden viel Neues erfahren.

Selig, die acht darauf haben, was andere brauchen, und sich dabei nicht für unentbehrlich halten; sie werden Leute sein, dieFreude säen.

Selig seid ihr, wenn ihr fähig seid, die Haltung des anderen mit Wohlwollen zu deuten, auch wenn der Augenschein dagegen spricht; man wird euch für naiv halten, aber die Nächstenliebe ist nicht billiger zu haben.  (Helga Kohler-Spiegel)

 

 

Jugend für Europa

Mehr als tausend junge Leute haben sich in Rom zu einer Jugend-Pilerfahrt des Friedens auf Einladung der Basisgemeinschaft Sant`Egidio getroffen. Sie wollten ein Zeichen setzen gegen die wachsenden Trennungen in Europa. Der Kontinent müsse seine humanen und christlichen Fundamente wieder entdecken, hieß es.
Die Jugendlichen trafen sich abschließend zu einem stillen Gebet an den Gräbern der Ardeatinischen Höhlen. Hitlers SS hatte 1944 dort 335 unschuldige Zivilisten erschossen, als Vergeltung für ein Attentat auf SS-Polizisten. (CiG)

 

Lügner und Angeber

Was treibt die von mir geschätzte FAZ, dem ehemaligen Gründer des „Sozialistischen Büros“ der damaligen „Neuen Linken“ eine ganze Seite zur Verfügung zu stellen?

Dieser Herr heißt Streeck und war mal Soziologie-Professor. Streeck hetzt gegen Angela Merkels Politik und gegen die Parteien und gegen den „deutschen und weltweiten Neoliberalismus.“ Schon der erste Satz ist eine Lüge: „Merkels germanozentrische Flüchtlingspolitik hat den Ausgang des Brexit-Referendums mitverursacht.“

Und der letzte Satz ist bestenfalls unseriös: „Eine hinreichend große Zahl von Abgeordneten der CDU wird in der Mitte der Legislaturperiode verlangen, daß Merkel den Hof übergeben wird.“

Dazwischen hetzt Herr Streeck gegen den französischen Präsidenten („Schaufensterpuppe der Finanzwirtschaft“) und geilt sich an seiner Bildung auf, indem er Worte wie „basale Herrschaftstechnik“ und „misogyn“ und „panegyriker“ und „xenophob“ usw. usw. benutzt.

Ein Beispiel: „Während links das Versprechen, 2015 werde sich nicht wiederholen, noch einmal als legitimes Tarnmanöver gegenüber einem unheilbar xenophoben Wahlvolk approbiert wurde, reichte es rechts nicht mehr aus, die nach links gerichtete Beteuerung zu neutralisieren, man habe alles richtig gemacht. Am Ende hat Merkel die Bereitschaft der rechten Mitte zur Hinnahme kognitiver Dissonanzen ebenso überschätzt wie die Fähigkeit ihres „breiten Bündnisses“ zur wahlpolitischen Ausbürgerung der neuen Konkurrenz.“

Alles klar?

 

FC Schmiere

von Thomas Becker

Es ist ewig her, und doch weiß Helmut Müller alles noch ganz genau: „Mein erstes Spiel? 30. Dezember ’78. Sechsvier für uns. Sammy brauchte noch sein 100. Tor in diesem Jahr, wie immer. Nach dem Spiel hatte er erst 96. Also sagt er: Mach’ für morgen noch eins aus! Und so haben wir auch Silvester gespielt, 14 Uhr, Neubiberg. Sammy hat zwei Tore gemacht, stand also bei 98. Wie so oft hat er einfach länger spielen lassen – aber nicht mehr getroffen. Irgendwann wollten die anderen heim: Wir haben Gäste zu Hause, es ist Silvester. Dann sind sie vom Platz gegangen – und Sammy war stinksauer.“

(mehr …)

 

Der Gauland-Vogelschiss

Als Walter Klingenbeck von der Gestapo verhaftet wurde, war er erst 17 Jahre alt. Der Münchner, der gerade eine Lehre zum Schalttechniker absolvierte, hatte gemeinsam mit drei Freunden ausländische Radiosender gehört und Nachrichten weiterverbreitet, Flugblätter gegen die Nazis gedruckt, amerikanische „victory“-Zeichen an Hauswände gemalt und im jugendlichen Übermut anderen davon erzählt.
Wenig später wurde er verhaftet.
Im Verhör und im Prozess nahm er die Schuld auf sich und rettete damit wohl seinen Freunden das Leben.
Klingenbeck wurde im September 1942 vom Volksgerichtshof wegen „landesverrätischer Feindbegünstigung“ und „Vorbereitung zum Hochverrat“ zum Tode verurteilt.
Am 5. August 1943 wurde er in Stadelheim mit dem Fallbeil hingerichtet.
Als er starb, war er 19.
An Klingenbecks 75. Todestag, dem 5. August um 11.45 Uhr, wird eine Gedenktafel am Wohnhaus seiner Eltern an der Amalienstraße 44 enthüllt.
(Süddeutsche Zeitung)

 

Ich liebe Europa

= Jeroen Dijsselbloem: „Bei der Bewältigung der Staatsschuldenkrise sind wir gut vorangekommen; das Vertrauen der Investoren ist zurückgekehrt. Die deutsche Regierung ist zu Unrecht von Eu-Staaten scharf kritisiert worden; tatsächlich hat es eine große deutsche Solidarität gegeben.“
= „Wir müssen uns unsere Werte selbst schaffen, Tag für Tag, durch jenes ausdauernde Werken, das solche Werte schließlich ans Tageslicht bringt und zu einer neuen europäischen Kultur zu weihen vermag. Denke ich an das künftige Europa, stelle ich mir ein starkes, selbstsicheres Europa vor, eines, das immer zu verhandeln bereit, doch nie opportunistisch ist.“ (Imre Kèrtesz)
= „Treibstoff der EU waren zwei Weltkriege. Die Menchen waren begeistert von der Idee, es Europas Mächtigen für immer unmöglich zu machen, ihre Völker gegeneinander zu hetzen. Heute ist die Begeisterung bei vielen verflogen, kleinmütige Krittelei hat Einzug gehalten. Prüfen Sie sich selbst: Wann haben Sie das letzte Mal etwas Positives über die Europäische Uniopn gesagt? Menschengemachte Institutionen sind niemals perfekt; wo uns etwas stört, müssen wir mit Meinungskundgabe, Demonstration und passivem Wahlrecht Abhilfe schaffen. Die EU ist unsere einzige Chance – eine zweite wird es nicht geben.“ (FAZ-Leserbrief Lars Meinhardt)
= Papst Franziskus: „Die Gründerväter erinnern uns daran, dass Europa nicht eine Summe von einzuhaltenden Regeln, nicht ein Handbuch von zu befolgenden Protokollen und Verfahrensweisen ist. Es ist ein Leben; eine Art, den Menschen ausgehend von seiner transzendenten und unveräußerlichen Würde zu begreifen und nicht nur als eine Gesamtheit von zu verteidigenden Rechten oder einzufordernden Ansprüchen.“
= „Der Brexit schweißt die EU zusammen, wie auch der Mangel an Führung durch die USA.“ (SPIEGEL)

 

Unter Hooligans

„Unter Hooligans“ heißt ein wunderbarer Artikel in der FAZ; dort heißt es in der Oberschrift: „Jerusalem ist eigentlich der optimale Ort, um Atheist zu werden: Nirgendwo sonst zeigen die Religionen ihr abgründiges Potential deutlicher als in dieser Stadt. Warum ich trotzdem bleiben werde.“ Autor ist Pater Nikodemus C. Schnabel; ich zitiere einige seiner Sätze:

(mehr …)

 

Doppelfehler Özil

Ich schaue mir seit Jahrzehnten fast jeden Abend die Tagesschau an. Gestern war das Theater um Mesut Özil die Topmeldung: Noch nie habe ich einen so langen (ca. sieben Minuten) und überflüssigen Bericht ansehen müssen. Es ging um Fremdenfeindlichkeit, Integration, das deutsch-türkische Verhältnis, einen egomanen und cleveren türkischen Präsidenten, den DFB und die AfD und ungefähr um die Zukunft Europas.

Was ist passiert?

Ein in Gelsenkirchen geborener junger Mann, der sich offensichtlich von seinem Berater manipulieren lässt und der „seit Jahren keinen Ball mehr getroffen hat“ (Uli Hoeneß) und der mit einem kleinen Gehirn ausgestattet ist und der sich geschmeichelt fühlt – dieser Mesut Özil lässt sich mit Erdogan ablichten. Das war ein Fehler. Aber kein Grund für das ganze Theater.

Der zweite und gravierende Fehler liegt beim Bundestrainer Löw: Er musste wissen, daß Özil nicht in Bestform war (um es freundlich auszudrücken) und er musste wissen, daß Özil nicht mit dem Selbstbewusstsein ausgestattet war, um das Spektakel um sein Erdogan-Foto einfach wegzustecken.

Nebenbei: Özil war nicht der einzige Blindgänger der deutschen Nationalmannschaft in Russland.

P.S.: Es kotzt mich an, daß die Hetzer von der Afd aus dieser Angelegenheit Kapital schlagen wollen.

 

Diagnose: Fußball – Hass

Der Profi-Fußball in Deutschland und in der ganzen Welt boomt ohne Ende. Jedes Jahr kommen in den Stadien und vor den Bildschirmen hunderttausende Fans dazu. Immer mehr Frauen, Familien, Kinder, Ausländer und andere kommen in die Stadien oder gehen in die Fußballkneipen oder sitzen zu Hause vor dem Fernseher.
Man mag das gut finden oder nicht: Für Millionen ist der Fußball neben der Familie zum wichtigsten Lebensinhalt geworden. Hier wird gelitten und gejubelt; hier kann man solidarisch sein mit seinem Club und seiner Stadt und wenn ich will, kann ich jeden Tag die Glotze anmachen und Fußball schauen.
Mit meinen Freunden und Kollegen finden unendliche Diskussionen über Siege, Niederlagen, Traumtore, Lieblingsspieler, Fouls, ignorante Schiedsrichter und falsche Mannschaftsaufstellungen statt.
Manche Medien – wie z.B. der Kicker oder die FAZ mit Christian Eichler – teilen meine Fußballbegeisterung – andere begleiten den Fußball seit der Einführung der Bundesliga mit Verachtung und Häme und Verleumdung und Hass.
Was treibt die Leute an? Ist es der Neid auf die hohen Gehälter nach dem Motto: „Ich habe Abitur und habe studiert und diese tätowierten primitiven Jüngelchen verdienen Millionen“ ?
Oder sind es coole Geschäftsinteressen, weil ein Drittel der Deutschen an Fußball nicht interessiert ist und das sind ja auch einige Millionen, die man als Leser gewinnen kann ?
Beispiel Süddeutsche Zeitung – Ganzseitiger Artikel mit der Schlagzeile „Ende der Spielzeit“:
„Der Profifußball hat sich schon lange von allen ethischen Werten entfernt. Neu ist aber die Entschlossenheit, mit der er sich auf die dunkle Seite zubewegt.“
Muss man das kommentieren? Die unterste Niveau – Stufe ist erreicht !
Der S.Z. – Redakteur Thomas Kistner hat sich im Laufe der Jahre zum Fußball-Meister-Hasser entwickelt; so schreibt er ganze Bücher über Doping auch im deutschen Fußball und verwendet dabei Viertelwahrheiten und pauschale Verleumdungen, ohne einen einzigen Beweis vorzulegen.
Auch zum neu eingeführten Video-Beweis zeigt Kistner sich als Diffamierungs-Genie: Weil der DFB wegen anfänglicher Probleme angeblich erwägt, den Video-Beweis wieder abzuschaffen, konstruiert Kistner folgenden Verdacht:
Weil schon viele Spiele mit Bestechung und anderen Mitteln manipuliert worden seien und weil der Videobeweis solche Manipulationen von Spielern und Schiedsrichtern ans Licht bringen könnte – deshalb stellt der DFB den Videobeweis in Frage.
Kistner schreibt wörtlich in der S.Z.: „Das Videoauge war nie gewünscht bei den Sachwaltern des Fußballs. Obwohl – oder weil ? – der menschliche Irrtum, vebrämt als Tatsachenentscheidung, die selbst im dümmsten Fall Bestand hat, perfekt zur stillen S p i e l m a n i p u l a t i o n taugt. Verschobene Titel und Abstiege in den Topligen von der Türkei bis Spanien wurden nie ernsthaft geklärt.“
Das ist die Methode Kistner ! (von dem hätte sogar die Stasi noch was lernen können).
Übrigens: Der DFB bleibt beim Video-Beweis.