Süddeutsche Zeitung – Das Zentralorgan des Antikapitalismus

= „Der Unternehmer als Soziopath“ Diese Schlagzeile beschreibt die krankhafte Verachtung von Unternehmern, Konzernchefs, Top-Managern und generell von Vorgesetzten durch die S.Z. Beispiele:

  • „Vorgesetzte sind eben auch Menschen. Und die hören nun mal von Natur aus lieber, dass ihre Ideen ganz toll, ihre Einschätzung der Lage brillant und sie selbst total hippe Typen seien, die außerdem – ungelogen ! – auch noch irre jugendlich rüberkommen.“
  • „Firmenchefs haben einen schlechten Ruf. Jeder Dritte hält Führungskräfte für korrupt, zeigt eine Umfrage.“
  • „Angstfrei zum Erfolg. Manager treffen häufig Entscheidungen, die wenig riskant für sie sind. Zu diesem Ergebnis kommt eine Arbeitsgruppe des Psychologen Gerd Gigerenzer: „Defensive Entscheidungen verursachen Mehrkosten und wirken sich negativ auf Innovationskraft, Mitarbeiterführung und Kundenzufriedenheit aus. Damit Manager die besten Entscheidungen treffen, braucht es eine Fehlerkultur statt einer Absicherungskultur.“ (Kommentar: Selten so gelacht !)
  • „Führen durch Demütigungen in der Arbeitswelt ist weit verbreitet. Oft sind es winzige Nadelstiche von Chefs, die bei Mitarbeitern bis zum Kollaps führen. Zwei Wissenschaftlerinnen haben das Phänomen jetzt erforscht. Kleine Seitenhiebe vereinzeln einen Mitarbeiter mehr als ein brüllender Chef alter Schule.“ (Kommentar: Noch mehr gelacht)
  • „Seid demütig ! Manager tun gerne so, als seien sie allwissend. Gerade im digitalen Zeitalter ist jedoch etwas anderes gefragt: Führungskräfte sollten zugeben, dass sie oft viel weniger wissen als ihre Mitarbeiter. Es geht um Respekt vor den Mitmenschen. Daran mangelt es oft.“
  • „Deutschlands Firmen müssen demokratischer werden.“
  • „Generation Gier. Der soziale Zusammenhalt geht verloren, wenn Firmenchefs sich wie Halbgötter benehmen.“
  • „Der amerikanische Wirtschaftspsychologe Babiak will herausgefunden haben, dass Chefetagen oft von dissozialen Personen besetzt sind, die zwar auf den ersten Blick visionär und freundlich wirken, in Wirklichkeit aber nazisstisch und nicht ungefährlich sind. Sein Fazit: Für einen guten Teamgeist ist ein Würtschen als Boss viel vorteilhafter.“
  • „Unethisch ? Kein Problem. Jeder vierte deutsche Chef ist zu nicht sauberen Geschäftspraktiken bereit. Das eigene Management mit falschen Infos versorgen, Externe täuschen, Fehlverhalten anderer ignorieren – das alles findet jeder vierte deutsche Chef völlig in Ordnung, wenn es darum geht, seine Karriere voranzutreiben oder sich sonst einen Vorteil zu verschaffen.“ (Kommentar: Jeder vierte Chef ist also kriminell)
  • „Ausspionierte Mitarbeiter. Wie manche Arbeitgeber in Deutschland ihre Macht ausnutzen. Immer öfter gehen Firmen mit fragwürdigen Methoden gegen Beschäftigte vor.“
  • „Eine Führungskraft schaut, dass sie überall mitredet, um ihre Macht abzusichern.“
  • „Seit Jahren bemüht sich die Politik um mehr Mitbestimmung und mehr Frauen in Top-Positionen. Von Unternehmern wird das hintertrieben.“

Die Feinde der linken Schickeria und der Sozialisten und der S.Z.: „Kuschen vor Konzernen.“ + „Angehörige der Oberschicht ignorieren Mitmenschen.“ + „Neoliberalismus pur: Du darfst keine Angst haben, anderen weh zu tun.“ Gleichzeitig hat die hochmoralische S.Z. keinerlei Hemmungen, in ihrem Magazin ständig für sündhaft teure Mode zu werben und dabei Werbung und redaktionelle Texte zu vermischen.

Die S.Z. meldete auch, dass 46 Prozent unserer Bevölkerung gegen die Marktwirtschaft sind und dass weite Teile der Bevölkerung verarmen und dass Wissenschaftler das Entstehen von Armenvierteln in den Großstädten befürchten. (Sozialismus ist die Alternative !)

Süddeutsche Zeitung: „Die Duisburger Forscher Bosch und Kalina fordern die Politik auf, eine besere Bezahlung vieler Tätigkeiten durchzusetzen.“ Kommentar: Das ist eine wirklich gute Idee ! Damit hatten schon Stalin und Mao einen Riesenerfolg. Man liess ein paar Dutzend Millionen Bürger verhungern oder auf andere Art krepieren und konnte so den Lebensstandard der übrigen Bevölkerung um ein Ei pro Tag verbessern.

Süddeutsche Zeitung – Serie „Macht uns der Kapitalismus kaputt ? S O S !!“ In dieser Serie heißt es u.a.: „Der Ökonom Niko Paech plädiert für ein Wirtschaftssystem ohne Wachstum. Er weiß, dass das weniger Industrie bedeutet. Um dies abzufedern, sollen Jobs umverteilt und die Arbeitzeit für jeden reduziert werden.“ + „Wachstumsrücknahme: Radikal schrumpfen.“ + „Grundeinkommen: Geld für alle.“ + „Gemeinwohlökonomie: Ethischer Profit“ + „“Postwachstumsökonomie: Weg vom Konsum“.

Zum Schluss für heute noch eine Gegenüberstellung. Am gleichen Tag schreibt die Süddeutsche Zeitung:

„Ungleichheit schadet der Wirtschaft. Der Unterschied zwischen Arm und Reich ist so groß wie seit 30 Jahren nicht mehr.“ Und die FAZ schreibt:

„Einkommensverteilung in Deutschland ist stabil. Die OECD hebt die Verteilung der deutschen Einkommen im internationalen Vergleich als überdurchschnittlich hervor.“

Fortsetzung folgt.

 

Zur aktuellen Lage

= „Abwärtstrudel“ ? N e i n !! „Rezession“ ? N e i n !! Steigende Arbeitslosigkeit ? N e i n !! Auch zu meiner Überraschung wurde soeben gemeldet, dass die Arbeitslosigkeit im September auf den n i e d r i g s t e n Stand seit der Wiedervereinigung gesunken ist und dass Deutschland im September 85.000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen hat. Die Arbeitslosenquote fiel auf 4,9 Prozent !

Ja, das Wirtschaftswachstum fällt in diesem Jahr mit wahrscheinlich 0,6 Prozent niedrig aus; aber wir wachsen (!!!) auf sehr hohem Niveau. Ich vermute, dass die anstehenden Verhandlungen über ein Handelsabkommen zwischen den USA und China positiv verlaufen und dass es n i c h t zu einem ungeregelten Brexit kommt – dann werden die Zuwachsraten im nächsten Jahr weltweit wieder ansteigen und auch Deutschland wird wieder etwas stärker wachsen. Falls beide Vorhaben scheitern, erwarte ich trotzdem eine moderate Erhöhung des Bruttosozialprodukts von einem Prozent. Die deutsche Wirtschaft ist stark und bleibt stark.

= Auch mit unserer Bundesregierung bin ich zufrieden. Ich bewundere die Frauen und Männer, die sich für unser Land den Arsch aufreißen und die entfernt von ihrer Familie und ihrer Heimatstadt in Berlin ihre 60-Stundenwochen akzeptieren und sich von Medien und ignoranten Bürgern beleidigen und beschimpfen lassen. Dazu drei Beispele:

  • Die Beteiligung an Kommunalwahlen sinkt oft unter 30 oder gar 20 Prozent. Begründung dieser Ignoranten: Man kann ja doch nichts ändern.
  • Nachdem Greta Thunberg ihre einstudierte Hassrede abgesondert hat und die Bundesregierung in Berlin einen vernünftigen Kompromiss in Sachen Klima gefunden hat, lautet die Schlagzeile der ZEIT: „In New York fordert Greta Thunberg eine andere Welt. In Berlin bleibt alles beim Alten.“
  • „Fuck the EU“ – das leitartikelt der Chefredakteur der Zeitschrift „Der Aktionär“. Dieser Herr Hontrich schreibt: „Auch die EU und die Regierungskoalition haben eine nachdrückliche Beschimpfung nötig, weil sie und insbesondere Kanzlerin Merkel es nicht für nötig halten, das zu tun, wofür sie gewählt wurden. Nämlich als gewählte Vertreter den Willen des Volkes in der Politik umzusetzen. Was hat man stattdessen gemacht ? Richtig, nichts.“

= Im Sozialen Wohnungsbau tut sich was ! Die Stadt Berlin kauft 6000 Wohnungen zurück, um sie als Sozialwohnungen zu vermieten. Viele Städte und Gemeinden kaufen große Ländereien, um auch dort bezahlbaren Wohnraum zu schaffen; die Stadt Münster kaufte vor wenigen Tagen weitere 100 Hektar.

= In vielen Lebensbereichen unterliegt die Welt der amerikanischen Dominanz. Fast alle Länder – so auch Europa – sind abhängig von amerikanischen Zahlungssystemen und Ratingagenturen und Stimmrechtsberatern. Hinzu kommt die mehr oder weniger willkürliche Verhängung von Sanktionen, mit denen oft und knallhart die wirtschaftlichen Interessen der USA durchgesetzt werden. So bedrohen die USA jene Länder, die mit Russland Geschäfte machen, mit hohen Strafen, während die USA selbst inzwischen zum größten Investor in Russland aufgestiegen sind. Über 40 Milliarden Dollar haben amerikanische Unternehmen in Russland investiert.

= Es schreit zum Himmel, mit welcher Abgebrühtheit die katholische Kirche die Schmerzensgeldzahlungen für Missbrauchsopfer regelt: Wenn diese Taten noch nicht verjährt sind und gerichtliche Urteile drohen, dann einigt man sich auf hohe 6-stellige Zahlungen; bei verjährten Fällen wird jahrelang geschachert, bis man niedrige 5-stellige Zahlungen leistet. Mit der gleichen Arroganz beanspruchen die „geweihten“ Männer die alleinige Deutungshoheit über das, was Kirche ist. „In den letzten fünf Jahren ist so gut wie nichts geschehen, was die Gleichstellung der Frauen in der Kirche angeht“, sagt die Benediktinerin Philippa Rath bei einem Frauenforum in Siegburg.

Jetzt haben die Bischöfe mit verbalem Getöse den „Synodalen Weg“ angekündigt: Frauen sollen mehr Einfluss und Macht bekommen – das Priesteramt ist natürlich nicht vorgesehen. Das Wort „synodal“ ist ein Beispiel für die seit Jahrhunderten praktizierte Wortakrobatik, die kein Mensch versteht und mit der das von Menschen formulierte „Wort Gottes“ die Macht der Priester und Kardinäle und Päpste legitimieren soll. Z.B.: „Das von Gott Geoffenbarte, das in der heiligen Schrift enthalten ist und vorliegt, ist unter dem A n h a u c h e des Heiligen Geistes aufgezeichnet worden; denn aufgrund apostolischen Glaubens gelten unserer heiligen Mutter die Bücher des Alten wie des Neuen Testaments in ihrer Ganzheit mit a l l e n ihren Teilen als heilig und kanonisch, weil sie, unter Einwirkung des Heiligen Geistes geschrieben (….) Gott zum Urheber haben und als solche der Kirche übergeben sind.“

Das Alte Testament, das voll von primitivem Mord und Totschlag an Menschen, Kindern und Tieren ist, wurde vor Christus Geburt geschrieben; also muss der Heilige Geist herhalten (bzw. „hauchen“), um die Verbindung zu Gott herzustellen.

Die Katholische Kirche braucht keinen Synodalen Weg und keine Haucherei – sie muss das Alte Testament zu den Akten legen und die v ö l l i g e Gleichberechtigung von Frauen und Männern herbeiführen.

Christlische Hetze

Vor einigen Monaten erhielt ich ein Probeexemplar von „Christ in der Gegenwart“; da ich nach Gründen suche, in den Schoß der Kirche zurückzukehren und da ich Jesus Christus verehre und weil das Probeexemplar zwei gute Texte enthielt, habe ich die Zeitschrift aboniert. Mit der Lektüre hatte ich bei einigen Texten Erkenntnisgewinn und Freude; für die meisten Texte reichte wegen der bekannten verschwurbelten und nebulösen Sprache meine Bildung nicht. Dann habe ich leider einen Artikel des Chefredaktuers von CiG (Johannes Röser) mit der Überschrift „Das Private ist politisch“ gelesen; ich sage leider, weil der Inhalt mich extrem wütend und aggressiv gemacht hat und ich eine lange Abkühlphase benötigte, um zu versuchen, einigermaßen sachlich darauf einzugehen. Zunächst zitiere ich Herrn Röser:

  • „Viele sorgen sich hingegen mehr vor sozialen Verwerfungen, weil sich die Kluft zwischen Bestvermögenden und Wenigvermögenden, zwischen Superreichen und Billiglohnabhängigen eklatant vergrößert hat.“
  • „Fest steht nur, daß die Hoffnungen, eine sogenannte Große Koalition könne notwendige Sozialreformen in Angriff nehmen und durchsetzen, enttäuscht wurden.“
  • „Vor allem geht es darum, ob es für die jüngeren Generationen noch Chancengerechtigkeit gibt, nachdem die älteren ihnen Schulden über Schulden aufgebürdet, Kosten über Kosten produziert und in einem Wohlfahrtskonsumrausch wenig vorgesorgt haben – von der Ökologie über die Rente bis zur Pflege im Alter und Krankheit. Dafür sollen nun die Jungen, vor allem auch jene, die nichts zu erben haben, mit magerem Lohn, befristeter Zeitarbeit oder Teilzeitarbeit büßen.“
  • „Walter Kohl, der Sohn des ehemaligen Bundeskanzlers diagnostizierte im ZEIT-Magazin: Wir werden von Parteisoldaten regiert, die sich gern in Symbol- und Klientelpolitik verlieren; es wird nicht mehr gestaltet, sondern nur noch reagiert, herumgewurschtelt.“
  • Das Handelsblatt beobachtet: Seit der Finanzkrise rebellieren die Menschen gegen ein Wirtschaftssystem, das die Kleinen hängt und die Großen laufen lässt.“
  • „Erwachsene sind darüber zu Kindern geworden, die meinen, die Gier nach mehr und ihre rasche Befriedigung seien der Maßstab eines sinnerfüllten Lebens, selbst wenn es auf Kosten vieler, vor allem der Nachfolgenden geht. Nach mir die Sintflut.“
  • „Es braucht Politik, Gesetze, auch zur Regelung des Marktes, der Wirtschaft, der Vermögensverteilung.“
  • „Nach wie vor geschieht Sinnstiftung in den meisten Kulturen über Religion.“

Hat Herr Röser Frau Wagenknecht zu Rate gezogen ? Soll man auf dieses Primitiv-Niveau eingehen ? Lassen wir zwei andere Personen antworten:

  • „Der Kapitalismus ist alternativlos und das die Freiheit des Einzelnen am wenigsten gefährdende System. Der anarchische Kapitalismus muss durch gezielte staatliche Eingriffe gezähmt werden.“ (Tony Judt)
  • „Christliche Sozialethiker haben es einst gewusst: Der Kapitalismus ist sozial ! Das Wort Kapitalismus steht heute für Ungerechtigkeit, Rücksichtslosigkeit und Ausbeutung. Insbesondere in kirchlichen und sozial engagierten Kreisen wird dieser Wortgebrauch gepflegt.“ (Diese Sätze stammen von einem katholischen Priester und Professor, dessen Name ich vergessen habe.)

Der Kapitalismus deutscher Prägung heißt „Soziale Marktwirtschaft“; für das „Soziale“ wird in Deutschland über eine Billion Euro zur Verfügung gestellt . Es gibt noch immer Gerechtigkeitslücken, vor allem die immer noch verbreitete Chancenungerechtigkeit, gegen die wir einschreiten müssen. Aber ein besseres Wirtschaftssystem hat es in der Geschichte der Menschheit noch nicht gegeben !

P.S.: Würde ich mich auf das Niveau von Herrn Röser begeben, dann müsste ich monieren,dass seine Eminenz, Kardinal Marx, einen zu großen Dienstwagen mit Chauffeur fährt, ein zu hohes Gehalt bezieht und in einer Dienstvilla wohnt, die mit 8,7 Millionen Euro renoviert wurde.

 

Buchempfehlung: „Lachen gegen die Ohnmacht – DDR-Witze im Visier der Stasi“ von Bodo Müller

Daraus einige Zitate: „Fragt der Staatsbürgerkundelehrer: „Was gab es vor dem Sozialismus ?“ Meldet sich Fritzchen: „Mein Opa sagt: alles.“

Honecker und Mielke reden über Hobbys. „Ich sammle alle Witze, die über mich in Umlauf sind“, sagt Honecker. „Da haben wir fast das gleiche Hobby“, antwortet Mielke. „Ich sammle alle, die die Witze in Umlauf bringen.“

„Wer ist der größte Feldherr aller Zeiten ? Walter Ulbricht. Er hat 2,5 Millionen Gegner in die Flucht geschlagen und 17 Millionen Gefangene gemacht.“

Brigitte Bardot reist durch die DDR und besucht auch Erich Honecker. Der wird angesichts der Blondine mit dem Schmollmund und dem prall gefüllten Dekolletè schwach und bietet an: „Bite nennen Sie mir einen Wunsch, den ich Ihnen erfüllen kann.“ —„Herr Generalsekretär, bitte öffnen Sie für eine Stunde die Mauer!“ – „Sie Schelmin, Sie wollen wohl mit mir allein sein ?“

Ein DDR-Bürger schreibt seinem Freund in Holland: „Lieber Jan, bitte schick die Bombe in Einzelteilen, damit die Stasi nichts merkt.“ Zweiter Brief: „Lieber Jan, danke, alles gut angekommen, ich habe die Teile an verschiedenen Stellen im Garten vergraben, damit sie die Stasi nicht entdeckt.“ Dritter Brief: „Lieber Jan, jetzt kannst du mir die Tulpenzwiebeln schicken, die Stasi hat den Garten umgegraben.“

 

Besondere Menschen

Anton Cechov – Sie brauchen meine Biographie ? Da ist sie. Geboren wurde ich 1860 in Taganrog. 1879 beeendete ich das Gymnasium in Taganrog. 1884 beendete ich das Studium an der Medizinischen Fakultät der Universität Moskau. 1888 bekam ich den Puskinpreis. 1890 unternahm ich eine Reise nach Sachalin durch Sibirien und zurück übers Meer. 1891 unternahm ich eine Tournee durch Europa, wo ich sehr guten Wein getrunken und Austern gegessen habe. 1892 habe ich mich mit V.A.Tichonov auf einem Namenstag amüsiert. Zu schreiben begann ich 1879 in der „Strekoza“. Meine Erzählungsbände sind: „Bunte Erzählungen“ + „In der Dämmerung“ + „Erzählungen“ + „Mürrische Menschen“ und die Novelle „Das Duell“. Ich habe auch im dramatischen Fach gesündigt, wenn auch in Maßen. Bin in sämtliche Sprachen übersetzt, ausgenommen Fremdsprachen. Übrigens, die Deutschen haben mich schon längst übersetzt. Die Serben und Cechen finden mich ebenfalls gut. Auch die Franzosen sind dem Austausch nicht abgeneigt. In die Mysterien der Liebe eingeweiht wurde ich, als ich 13 Jahre alt war. Mit meinen Kollegen – Medizinern wie Literaten – pflege ich ausgezeichnete Beziehungen. Junggeselle. Möchte eine Pension bekommen. Praktiziere als Arzt, und zwar so weit, dass ich im Sommer manchmal gerichtsmedizinische Obduktionen vornehme, die ich schon 2 – 3 Jahre nicht mehr durchgeführt habe. Unter den Schriftstellern bevorzuge ich Tolstoj, unter den Ärzten – Zacharjin. Aber das ist alles Unfug. Schreiben Sie, was Sie wollen. Wo keine Fakten sind, ersetzen Sie sie durch Lyrik. (22.Februar 1892 an V.A.Tichonov)

Ivan Bunin über Anton Cechov: „Damit seine komplexe und tiefe Seele ergründbar würde, müßte ein großer, vielseitiger Mensch ein Buch über Leben und Werk dieses, wie Tolstoj sagte, „unvergleichlichen Künstlers“ schreiben. Bis dahin bezeuge ich von ganzem Herzen eines: Er war ein Mensch von seltenem seelischen Adel, seltener Höflichkeit und Eleganz im besten Sinne, von Güte und Zartgefühl bei ungewöhnlicher Aufrichtigkeit und Einfachheit, von Sensibilität, Sanftheit und seltener Wahrheitsliebe.“

 

Fußball – Fetischist

= Affentheater: Das öffentliche Geheule von Marc-Andrè ter Stegen über seine Reserverolle in der Nationalmannschaft hat vielfachen Schaden angerichtet. Torleute brauchen Ruhe und Selbstbewusstsein, um erfolgreich zu sein; deshalb sind öffentliche Diskussionen über ihre Qualitäten kontraproduktiv. Jeder Cheftrainer muss klar zeigen, wer seine Nr. Eins ist ! Und er muss das auch intern besprechen. Offensichtlich hat der Bundestrainer Löw das versäumt oder er hat keine Autorität mehr bei seinen Spielern. Jedenfalls hat ter Stegen sich und seinem Kollegen Neuer geschadet. So weit – so klar ! Aber dass sämtliche Medien den Fall benutzt haben, um ihre Sendungen und Seiten zu füllen, zeigt mal wieder, dass in Deutschland nichts los ist. Die WELT, die mit Fußball eigentlich nichts am Hut hat, füllt eine ganze Seite mit dem ter-Stegen-Thema und ein längerer Kommentar kam auch noch dazu; so war es mehr oder weniger in allen Medien. Und dann ging auch noch Uli Hoeneß auf die Barrikaden und reagierte sich mit lächerlichen Drohungen ab. Die Presse freute sich. (Was ist eigentlich mit Hoeneß los ? Nagt die Verrentung an ihm ? Bereut er seinen Entschluss zurückzutreten ? Oder musste er zurücktreten ? Nach seiner peinlichen Grundgesetz-Pressekonferenz mit dem bestenfalls durchschnittlich intelligenten Herrn Rummenigge hatte ich gehofft, dass Hoeneß sich besinnt).

= Im Fußball sind seriöse und kompetente Journalisten genau so selten wie in der Politik; manchmal richten diese Medien großen Schaden an oder vernichten sogar Existenzen. In der folgenden Geschichte von Matthias Paskowsky wird das beklemmend deutlich:

Ganz normale Lügen: Radiomoderator James OBrien predigte auf die Hörerschaft herunter. An diesem Morgen sprach OBrien von einem Mann, dessen ehemalige Verlobte und dessen zwei kleine Kinder aus der gemeinsamen Villa hatten ausziehen müssen, nachdem er sich von ihr getrennt hatte. Während sie nun mit den Kindern und einem gebrochenen Herzen in einer kleinen Wohnung lebt, führt er das Leben eines Junggesellen, reich an Ausschweifungen und frei von den Zwängen einer festen Bindung. Mit deutlichen Worten kommentierte der Moderator die so genannte Story über ein so genanntes Interview von so genannten Journalisten, die die Frau in einem Londoner Nachtclub befragt und um einige deutliche Worte erleichtert hatten. Auf Basis dieses Artikels schätzte OBrien den Mann nun als charakterschwach ein. Das Wort Abschaum ging über den Äther. Dann klingelte in der Redaktion von „LBC“ das Telefon. Der Anrufer war kein Verrückter, sondern der Mann, dessen Leben gerade öffentlich seziert worden war. Und am Ende des live übertragenen Telefonats zwischen James OBrien und Frank Lampard saß ersterer nicht mehr in exponierter Höhe, sondern kauerte – noch ohne es zu wissen – im Büßergewand auf einem klapprigen Angelstuhl vor einem Heer von Anklägern. Denn Frank Lampard machte seine Sache verdammt gut. Er informierte den Moderator nicht nur darüber, dass er drei Tage die Woche auf seine Kinder aufpasse und ihnen und ihrer Mutter gerade ein vernünftiges Haus herrichten lasse. Er fand dabei auch sehr deutliche Worte über die journalistischen Standards, die in England zu herrschen scheinen, und denen offenbar auch OBrien folgt. Bemerkenswert war nicht nur, was, sondern auch, wie er es sagte. Denn Lampard konfrontierte seinen Gesprächspartner erfrischend natürlich und direkt. Mit seiner temperamentvollen Verteidigung stillte er bei den Hörern nicht nur einen wachsenden Hunger nach Echtheit. Er traf mit seiner Kritik an der aggressiven Impertinenz des Boulevards offenbar ins Schwarze, wie das unübliche landesweite Lob für den Chelsea-Akteur zeigte. James OBrien kam nicht so gut dabei weg. Entschuldigen wollte er sich trotzdem nicht, als er danach gefragt wurde. Immerhin rang er sich Worte der Anerkennung für Lampard ab: „Er ist mehr Mann, als ich heute Morgen gedacht habe.“

Liebe Fußball-Fans: Sie können sich sicher noch an den Fußball-Profi Rolf „Eisenfuß“ Bollmann erinnern; der sagte über Journalisten: „Wenn die Leser wüssten, welche zum Teil widerlichen Figuren im Journalismus rumturnen und was für Taugenichtse Artikel schreiben, dann kämen bei ihnen einige Fragen auf. Selbst haben sie ihr Leben nicht im Griff, noch nie irgendwann, irgendwo für irgendetwas Verantwortung übernommen und erlauben sich mit primitiven Artikeln über Menschen zu urteilen, die sie nicht kennen und mit denen sie nie gesprochen haben.“