F a k e N e w s

Am 10.1.2019 schreibt ein Herr Schiltz auf der Titelseite der WELT a.S. einen Kommentar mit der Überschrift: „Merkel und die Pipeline“. Dort heißt es u.a.:

= Kanzlerin Merkel hat in Europa erstaunlich viele Fehler begangen. Mit dem damaligen Präsidenten Sarkozy hat sie eigenmächtig eine Reform des Stabilitätspaktes beschlossen. Ebenso falsch ist es von Merkel, bis heute mit einer beispiellosen Intransigenz auf die Verteilung von Flüchtlingen nach Quoten in der EU zu beharren. Ein dritter Fehler schließlich: Merkel hat dem Ausbau des EU-Rettungsfonds ESM für Krisenstaaten zu einem gigantischen europäischen Transferautomatismus einfach zugestimmt. Und jetzt drückt Berlin auch noch mit der Brechstange ein Projekt in Brüssel durch, das Europa spaltet: die Gaspipeline Nord Stream 2. Jetzt kann nur einer die Kanzlerin zähmen: US-Präsident Trump. Der in letzter Sekunde gefundene Kompromiss zu Nord Stream 2 hat die deutsch-französische Freundschaft nun noch stärker belastet.“

Am gleichen Tag schreibt die seriöse FAZ a.S.: „Beruhigend wirkt, dass der deutsch-französische Interessenausgleich allen Anfechtungen zum Trotz funktioniert. Obwohl der Bau der Pipeline Nord Stream 2 auf französischer Seite auf Vorbehalte stößt, fanden Berlin und Paris im gesamteuropäischen Interesse zu einem Kompromiss. Sie zeigen damit, dass der Aachener Freundschaftsvertrag hält, was er verspricht.“

Angela Merkel konnte mit Sarkozy nichts „eigenmächtig“ beschliessen, weil in solche Entscheidungen alle EU-Länder eingebunden sind; das gilt auch für den Ausbau des EU-Rettungsfonds ESM, der übrigens den Euro und damit die EU und letztlich auch Deutschland vor dem Kollaps gerettet hat.

Ben Rhodes war acht Jahre lang einer der engsten Berater von Präsident Obama; auch er hat in der FAZ a.S. die Arbeit von Merkel kommentiert:

„Obama mochte Angela Merkel so gern, weil sie eine der wenigen Politikerinnen war, die Dinge getan haben, die nicht immer in ihrem politischen Interesse waren, ob es nun die Sanktionen gegen Russland waren, die Euro-Krise oder die Aufnahme von Flüchtlingen. All das hat ihr wenig politisches Kapital eingebracht, trotzdem hat sie es durchgezogen, weil sie sie für richtig hielt. Merkels Hauptaufgabe bestand immer darin, Europa zusammenzuhalten, anstatt als eine globale Führerfigur aufzutreten. Sie hat allerdings 2017 eine wichtige Sache getan, die einflussreicher war, als viele Menschen wahrhaben wollen: Als alle noch versucht haben, herauszufinden, wie man mit Trump umgeht, kam sie aus dem ersten Nato-Treffen und hat klargemacht, dass man sich darauf gefasst machen muss, ohne die USA auszukommen. Dafür hat Macron ein Jahr gebraucht. Ich glaube, sie versteht Trump, weil sie gelernt hat, mit Putin umzugehen.“

 

Die Welt ist ein Dorf

= G o l d C o a s t : Der Strand an der australischen Südostküste ist weiß und schier endlos, fast immer scheint die Sonne, und nachts ist es nicht weit bis zur nächsten Party.

Diese Küste ist der ewige Sehnsuchtsort, der alle Moden und Generationen überlebt.

= A c c r a : „Afrika`s Capital of Cool“ nennt man Ghanas Haupstadt, die gar nicht dem Bild entspricht, das viele von Afrika so gerne beschwören. Hier eröffnen neue Galerien, Sportplätze und Strandbars, während die Luft nach dem Salz des Golfs von Guinea riecht. Wer Ghanas Hauptstadt kennt, will nicht nach Europa.

= C h o n g q i n g : Die Menschen wollen in die Städte, vor allem nach Chongqing. Mexiko-Stadt ist ein Dorf gegen die chinesische Metropole: Sie ist 82.000 Quadratkilometer groß, wie Österreich, und hat mit 32 Millionen Menschen so viele Bewohner wie die Schweiz, Österreich, Tschechien und die Slowakei zusammen.

= Kaldarbek Abdramanow, Chirurg in Kirgisistan, nutzt das Licht von Handys, wenn in seinem Operationssaal der Strom ausfällt. Der Stausee, der das Kraftwerk für die Stromerzeugung antreibt, führt zu wenig Wasser. Für den fehlenden Generator sucht Abdramanow einen Sponsor oder eine Stiftung. Die teilweise mit Handy-Beleuchtung durchgeführte Herzklappenoperation ist gelungen.

= Im Januar feierte die katholische Kirche in Deutschland den Afrikatag. Die Kollekte ist die älteste gesamtkirchliche Sammlung der Welt. 1891 rief Papst Leo XIII. sie ins Leben. Damals bat er um Spenden für den Kampf gegen die grausamen Menschenjagden der Sklavenhändler.

= Ich ging als Arzt nach Afrika und operierte in einem Busch-Spital in Uganda, einer der ärmsten Gegenden der Welt. Ich sah unermessliches Elend. Und doch: Es war die bisher schönste Zeit meines Lebens. (Franz Martig)

= In einem Land wie Nigeria gibt es über 500 Sprachen, in Botsuana mit gut zwei Millionen Einwohnern 55 verschiedene. Es stimmt traurig, wie mit dem Sprachensterben auch Kulturen unwiederbringlich untergehen. Die menschliche Sprache, die mit hochkomplexer Kommunikationsfähigkeit jede andere – tierische – Signalsprache weit übertrifft, ist aus schöpferischer Hirnrevolution hervorgegangen. Für Glaubende ein Ausdruck göttlicher Schöpfermacht.

= Zur wahrscheinlich größten Wallfahrt der Welt, dem hinduistischen Fest Kumbh Mela in Indien, werden 140 Millionen Pilger erwartet. Gläubige Hindus strömen ins nordindische Allahabad, wo die heiligen Flüsse Ganges und Yamuna mit dem mythischen Saraswati zusammenfließen. Die Wallfahrer tauschen in den heiligen Strom ein und wollen so im Wasser, das sich nach der Legende in den Honig der Unsterblichkeit verwandelt, ihre Sünden abwaschen, damit sie schneller den Kreislauf der Wiedergeburt verlassen können.

= Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ scheint bald Geschichte, die Städte und Dörfer der Ninive – Ebene im Irak sind befreit. Jetzt hoffen die wenigen verbliebenen Christen auf einen Neuanfang. Nach der Flucht wollen sie ihr Leben wieder aufbauen. Es ist vielleicht der letzte Versuch.

= Der neuen Regierung in Tunesien gehört auch ein jüdischer Minister an.

 

Kluge Sätze von J. Krishnamurti

= Wir sollten sehr tief auf die Frage der Meditation eingehen, denn Religionen und Meditation gehören zusammen. Das heißt, Religion ist nicht Idee, sondern Ihr Verhalten im täglichen Leben. Ihre Gedanken, Ihre Sprache, Ihr Verhalten sind die eigentliche Essenz von Religion; ohne sie kann Religion nicht existieren. Sie können herumgehen und viele Worte abspulen, in verschiedene Zirkuszelte gehen, aber das ist nicht Religion. Nicht die Flucht in irgendeine schwärmerische mystische Vision und dieses ganze Zeug bringt dich ans Ziel, sondern eine alltägliche Lebensweise, in der jede Art von Konflikt ein Ende gefunden hat.

= Das wird uns von Kindheit an beigebracht, das ist unsere Erziehung: Kämpfen, nicht nur mit uns selbst, sondern mit dem Nächsten und ihn trotzdem lieben; es wird so lächerlich. Gibt es also einen Weg ohne Konflikt zu leben ? Ich sage, es gibt ihn. Das Erkennen der Zersplitterung, die Konflikte hervorruft, die Teilung hervorruft, die diesen ständigen Kampf, die Angst, die Anspannung und das Herzversagen verursacht, dies ist es, was geschieht. Das erkennen und wahrnehmen bringt ein Handeln hervor, das sich vollkommen vom Handeln im Konflikt unterscheidet. Denn das Handeln aus einem Konflikt heraus schafft seine eigene Energie, die wiederum Teilung verursacht, die zerstörerisch und gewalttätig ist. Aber die Energie des Wahrnehmens und Handelns ist vollkommen anders. Und diese Energie ist die Energie der Schöpfung. Alles, was aus der Schöpfung entsteht, kann sich nicht im Konflikt befinden. Ein Künstler, der sich im Konflikt mit seinen Farben befindet, ist kein schöpferischer Mensch, obwohl er handwerklich und technisch perfekt sein mag.

 

Ignorantes Geschwätz

Die ZEIT kritisierte unter der Schlagzeile „Gute Laune für alle !“ mal wieder die sogenannten Konzerne:

„Trotz unsicherer Zeiten schütten Deutschlands Konzerne so viel Geld aus wie seit Jahren nicht. Wie lange geht das noch gut ?“

Das kann nur jemand schreiben, der 27 Semester Wirtschaft studiert und deshalb keine Ahnung hat. Relevant ist nicht die Höhe der Ausschüttung, sondern die Höhe der Ausschüttungsquote; die meisten Unternehmen schütten weniger als 50 Prozent des Gewinns aus. Außerdem ist die Branche relevant, weil ein etabliertes Software-Unternehmen wegen der geringeren Fixkosten durchaus 80 Prozent seines Gewinns ausschütten kann, während bei Industrieunternehmen mit geringen Margen und hoher Verschuldung die Stärkung des Eigenkapitals im Vordergrund stehen muss.


 

Zu ehrlich für die Lügenliga

Die Süddeutsche Zeitung bestätigt mal wieder ihren Hass auf den Profifußball. Unter der obigen Schlagzeile heißt es: „Die Fähigkeit zur Lüge oder auch: die Kunst, nicht die Wahrheit zu sagen – das gehört zur Grundausstattung der Handelnden im Profifußball.“

Die Fußball-Hasser-Kollegen vom SPIEGEL titeln „Blutige Tore“ und schreiben: „Es gab Zeiten, da war der Fußball eine schöne Ablenkung von den unschönen Seiten der Politik. Heute wird er zunehmend zum Gehilfen dunkler Mächte.“

Seit Jahren schreiben sich Journalisten von der S.Z. die Finger wund, um dem Fußball Doping im großen Stil anzuhängen; ein S.Z.-Redakteur hat sogar ein ganzes Buch darüber geschrieben, ohne einen einzigen Beweis vorzulegen. (Auf dieses Thema komme ich noch zurück)

Der SPIEGEL schickt ganze Heerscharen von Reportern auf die Reise, um Schandtaten wie Steuerhinterziehung und Bestechung im Fußballgeschäft aufzudecken; erwartet wurde ein Elefant – geboren wurde eine Maus.

Im Feministinnen- und Intelligenz-Blatt DIE ZEIT darf die beim HSV gescheiterte Frau Kraus gleiche Bezahlung für Frauen und Männer im Profifußball verlangen und sogenannte Wissenschaftler dürfen ihre sogenannten Analysen über das Geschehen im Fußball absondern.

Zahlreiche selbstverliebte Typen wie der Rapper Samy Deluxe versuchen sich zu profilieren, indem sie den Fußball auf absurde Weise verleumden: „Die salonfähigste Art, Rassismus in Deutschland zu promoten, ist für mich der Fußball.“

Da dürfen die Gutmenschen von den Grünen nicht fehlen. Die stellvertretende Vorsitzende Janina Schäfer: „Nationale Gemeinschaftsgefühle sind, sogar beim Fußball, grundsätzlich gefährlich.“

Etwa zwei Milliarden Menschen auf der Welt sind Fußball-Fans. Es gibt keine Religion, keine politische Idiologie, keine Religion und keine Institution auf der Welt, die so viel Freude, Frieden, Antirassismus und Gleichberechtigung verbreitet wie der Fußball.

Zum Schluss Rudi Völler: „Ihr kennt doch bestimmt die Anekdote von den zwei Journalisten, die abends in der Kneipe sitzen. Jeder hat schon acht Schnäpse getrunken. Da sagt der eine zum anderen: „Hast du auch gehört, dass der Jupp Derwall entlassen wird ?“ Und am nächsten Morgen schreibt der andere, der sogar zehn Schnäpse getrunken hat: „Wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren haben, soll Jupp Derwall entlassen werden.“

 

Kurz und interessant

= „Die EU ist wie der Kölner Dom: Er muss von jeder Generation weitergebaut werden.“ (Der gebürtige Kölner Alexander Graf Lambsdorff)

= In China haben Arbeitnehmer Anspruch auf zehn Tage Urlaub pro Jahr – falls sie mindestens zehn Jahre in ihrer Firma beschäftigt sind; die anderen Arbeitnehmer erhalten fünf Urlaubstage.

= „Ich möchte zur Aktualität der Gottesfrage empfehlen, einmal beim Mystiker Meister Eckhart nachzulesen: Gott ist der Seelengrund des Menschen. Gott ist keine Person. Gott ist kein Wesen. Gott ist nicht einmal etwas Seiendes. Gott ist reine Intellektualität und sonst gar nichts. Sehr deutlich wird das dann noch, wenn man wie im ersten Johannesbrief (Kap. 4) das Wort „Gott“ durch „Liebe“ ersetzt. Dann wird klar: Das Göttliche ist niemals außerhalb, sondern als Seelengrund das Ureigentliche des Menschen. Das Göttliche wird im Lieben und Geliebtwerden sichtbar und erfahrbar.“ (Manfred Flerus)

= „Ich habe von meiner Mutter gelernt, dass die Liebe am größten ist, und habe als Kind auch miterlebt, wie sie anderen Menschen geholfen hat. Damals waren viele unterwegs, die bei uns an die Tür klopften und um eine Schnitte Brot bettelten. Meine Mutter bat sie herein, und sie aßen in unserer kleinen Küche. Das war mir nicht so lieb, aber sie sagte etwas, was ich nie vergessen habe: Man zwingt Menschen nicht, im Stehen zu essen.“ (Franz Müntefering)

= „Der Erzherzog genießt, dass er kaum zwei Wochen nach der Jagd mit Kaiser Wilhelm nun mit King George V. in der Nähe von Schloss Winsor auf Fasanenjagd gehen darf. Franz Ferdinand und der König werden von drei Herzögen begleitet, während die Damen im Schloss Windsor parlieren und Konzerten lauschen. Am Dienstag werden von den adligen Schützen tausend Fasane und vierhundertfünfzig Wildenten erlegt, die ihnen die Treiber vor die Flinte scheuchen. Am Mittwoch waren es dann bei Sonnenschein siebzehnhundert Fasane und zehn Sauen; der Erzherzog regte beim Abendessen an, dass doch ein Gedenkstein künftig an seine Treffsicherheit erinnern möge.“ (Fundstück)

= „Im Dezember 1975 enthüllte der SPIEGEL, dass der Staatsapparat der DDR Kinder zur Adoption freigab, deren Eltern bei der Flucht erwischt worden waren. Nach der Wende wurden weitere politisch motivierte Zwangsadoptionen bekannt, doch bis heute ist das Unrecht nicht aufgearbeitet.“ (SPIEGEL)

= „900 Millionen Euro für die Sanierung der Städtischen Bühnen in Frankfurt, darunter machen wir es nicht: Wer ist hier verrückt geworden – und warum?“ (FAZ)

= Aktien im Wert von 3,17 Milliarden Dollar hat Warren Buffett an die Stiftung von Bill und Melinda Gates sowie an vier Wohltätigkeitsorganisationen seiner eigenen Familie gespendet. Seit 2006 spendete er insgesamt 27 Milliarden Dollar an fünf Organisationen, davon 22 Miliarden an die Gates-Stiftung.

= Kompostierbare Espresso-Kapseln sind der letzte Schrei. Dabei verrotten sie in Wirklichkeit gar nicht.

= Der amerikanische Professor Mark Lilla: „Die Identitätspolitik hat einzig bewirkt, dass die Konservativen unsere Institutionen immer fester im Griff haben. Es wäre höchste Zeit, dass die Linksliberalen eine Spitzkehre machen und sich wieder zu ihren Grundprinzipien bekennen: Solidarität und gleiche Chancen für alle: Nie hat das Land dies mehr gebraucht.“

= „Wir wissen heute, dass es zig Trillionen von Sternen gibt. Das kann sich kein Mensch vorstellen, und das will auch kein Mensch wissen. Die Menschen wollen glauben, dass sie im Zentrum des Universums stehen. Dass sie wichtig sind.“ (Volker Reinhardt)

= „Ehren wir Deutschland, indem wir seinen Namen nicht den Dumpfen überlassen. Etablieren wir d e u t s c h als Qualitätssiegel für Zivilcourage und Humanität.“ (Fundstück)

= „Wir werden uns nie alle einig sein und wir sollten es auch nicht unbedingt sein müssen. Wir müssen uns nur darum bemühen, Bedingungen zu schaffen, in denen Uneinigkeit gewaltfrei, stilsicher, anspruchsvoll in einer Debatte der Worte ausgedrückt werden kann. Diese Arbeit hat gerade erst begonnen.“ (G. Ash)

= Die vielgestaltigen Formen der Wolken inspirierten den Dichter Johan Wolfgang von Goethe so sehr, dass er sie in Verse kleidete. In „Wolkenbildung“ beschreibt er poetisch die vier Grundformen, die der Forscher Luke Howard kurz zuvor erstmals definiert hatte: Cirrus, Cumulus, Stratus, Nimbus. (Fundstück)

 

Der Iran bleibt gefährlich !

Im Iran ist der oberste Ajatollah als „Revolutionsführer“ nicht nur Stellvertreter des seit dem Jahre 941 in der Verborgenheit weilenden zwölften Imams, der am Ende der Zeiten wiederkehren werde, sondern gemäß Verfassung auch der oberste Rechtsgelehrte, der als nahezu unfehlbar gilt und der auch in der Pseudodemokratie Iran das letzte Wort hat. (Im Jahre 2007 sollte der verborgene Imam schon erscheinen; doch er kam nicht.)

Die dem Revolutionsführer unterstehenden Revolutionsgarden verbreiten Angst und Schrecken; wann immer mal wieder Protestbewegungen im Volk aufflammen, dann werden Tausende gefoltert, eingesperrt oder hingerichtet; Vergewaltigungen in den Gefängnissen gehören zum Disziplinierungsprogramm der Garden.

Hunderttausende iranische Mädchen unter 15 Jahren sind zwangsverheiratet worden. Ein Paragraf des iranischen Zivilrechts, das auf der Scharia beruhlt, erklärt Mädchen ab dem 13. und Jungen ab dem 15. Lebensjahr für heiratsfähig; Eltern können ihre Töchter per Gerichtsbeschluss sogar schon früher für „heiratsreif“ erklären; Opfer sind häufig Kinder armer Eltern, die gegen ein hohes Brautgeld vermählt werden.

Breits unter Präsident Ahmadineschad wurde verkündet, dass der Iran eines Tages den Erzfeind Israel vernichten und das Land dem Erdboden gleich machen würde; erste Versuche wurden und werden im Syrienkrieg mit Hilfe des Libanon unternommen. Es ist gut zu wissen, daß Israel militärisch deutlich überlegen ist und daß die Syrer, Iraner und Libanesen nicht in der Lage sind, einen überregionalen Krieg vom Zaun zu brechen – auch weil Russland und die Türkei das nicht zulassen würden.

Der Austritt der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran ist ein Fehler, weil die durch das Abkommen ermöglichten Kontrollen im Iran das Risiko zwar nicht auf Null stellen, aber minimieren. Hoffentlich bleiben die Europäer gegenüber dem Iran wachsam und gleichzeitig kooperativ.

 

Das Geheimnis des fünften Evangeliums

In diesem Buch von Elaine Pagels (C.H.Beck-Verlag) wird gefragt, warum das ursprünglich so vielfältige, reichhaltige und bis heute faszinierende Christentum ein so enges dogmatisches Glaubenskorsett entwickelt hat.

Ein Buch-Zitat: „Jeder, der schon einmal Dummheit, Sentimentalität, Verblendung und mordgierige Wut in der Maske von Gottes Wahrheit daherkommen sah, weiß, daß für das Problem, das man im Altertum als „Prüfung der Geister“ bezeichnete, keine Patentlösung existiert. Die Orthodoxie mißtraut unserer, des christlichen Fußvolks, Fähigkeit, Prüfungen dieser Art selbst vorzunehmen, und besteht darauf, das Geschäft an unserer Stelle zu erledigen und uns die Ergebnisse fix und fertig zu servieren. In Anbetracht der notorischen Begabung des Menschen zur Selbstüberschätzung können wir der Kirche sogar in gewissem Maß dankbar sein. Viele von uns ersparen sich gern die Mühe eigener Geistesanstrengung und geben sich daher ohne weiteres mit dem zufrieden, was die Überlieferung lehrt.

Aber der Umstand, daß wir die Antwort nicht aus dem Ärmel schütteln können, gibt uns nicht das Recht, der Frage auszuweichen oder sie fallenzulassen. Wir sehen ja auch, welche Gefahren – und sogar schreckliches Leid – die fraglose Hinnahme religiöser Autoritätsansprüche nach sich ziehen kann. Die meisten von uns stellen früher oder später fest, daß es an kritischen Punkten in unserem Leben gar nicht anders geht, als daß wir uns auf uns selbst verlassen und uns aus eigener Kraft einen Weg bahnen, wo keiner ist. An der Fülle und Mannigfaltigkeit unserer religiösen Traditionen – und den Gemeinschaften, die sie pflegen – erfreut mein Herz am meisten, daß sie die spirituelle Entdeckerfreude unzähliger Menschen bezeugen. So bedeuten sie Ermutigung für alle jene, die sich von dem Jesuswort leiten lassen:

„S u c h t , u n d i h r w e r d e t f i n d e n .“

 

Die Sonne der Gerechtigkeit kommt nicht mehr durch !

Unter dieser Überschrift haben engagierte Katholiken und namhafte Theologen einen offenen Brief an den Vors. der deutschen Bischofskonferenz Kardinal Marx geschrieben. Dort heißt es u.a.:

„Der Eindruck, es solle am Ende doch alles beim Alten bleiben, hat das Misstrauen gegen die Amtskirche bei vielen Zeitgenossen zemetiert. Und anders als früher macht das Misstrauen an den Türen der Kirche nicht halt. Die aktiven Katholiken in Deutschland tragen in ihrer großen Mehrheit die vormoderne Ordnung der Kirche nicht mehr mit. Sie ertragen sie nur noch. Und jedes Jahr sind es Zigtausende, die die Last abwerfen und austreten.

Wir appellieren deshalb an unsere Bischöfe: Vertrauen Sie dem Glaubenssinn Ihrer Gläubigen, und gewinnen Sie der Kirche Wahrhaftigkeit und Weite zurück, ohne die das Evangelium nicht atmen kann ! Nehmen Sie Ihre geistliche Vollmacht für mutige Reformen in Anspruch: Binden Sie sich selbst durch echte Gewaltenteilung – das passt besser zur Demut Christi und in den Rahmen der für alle geltenden Gesetze. Bauen Sie die Überhöhungen des Weiheamtes ab, und öffnen Sie es für Frauen. Stellen Sie den Diözesanpriestern die Wahl ihrer Lebensform frei, damit der Zölibat wieder glaubwürdig auf das Himmelreich verweisen kann.

Hören Sie auf das Zeugnis der Bibel und auf die Erfahrungen von Gläubigen, und machen Sie einen Neuanfang mit der Sexualmoral – eine verständige und gerechte Bewertung von Homosexualität inclusive.“

 

Umwelt-Mafia gegen Blech-Lawine

Gute Nachrichten sind schlechte Nachrichten: Vor ein paar Tagen wurde bekannt, dass die Luft in München besser als gedacht ist. Das war für die links/grüne Süddeutsche Zeitung eine schlechte Nachricht, denn sie schrieb: „Bisher liess sich der Kampf gegen die Blech-Lawine trefflich auch mit den Stickstoff-Dioxid-Werten führen. Dieses Argument verliert nun an Schlagkraft. So gesehen kommt die gute Nachricht über die besseren Luftwerte zur Unzeit.“ Alles klar !?!

Seit dem erfundenen Waldsterben hat Deutschland eine Million Hektar Wald hinzugewonnen und seit der Hysterie um Fukushima („Keinen Salat essen !“) kämpfen die Untergangs-Propheten mit Lügen und Viertel-Wahrheiten, mit einer beispiellosen Hetze gegen Politiker und Industrie und Wissenschaftler für ihre Ziele. Mir persönlich fällt es schwer, ein Urteil über die wirkliche Gefährdung unseres Planeten zu fällen; da aber 90 Prozent der Medien inclusive ARD und ZDF in das Horn der Untergangs-Propheten blasen, möchte ich einige Mitbürger zitieren, die anderer Meinung sind:

= Der Journalist und Energieexperte (!) der ARD Jürgen Döschner: „Die Automafia vergast jedes Jahr zehntausend Unschuldige.“

= Der Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH) Jürgen Resch: „Herr Laschet opfert die Lungen der Bürger den Profitinteressen der Automobilindustrie.“ Die DUH spricht auch gerne von Staatsversagen, rechtsfreien Räumen und einer von der Industrie gesteuerten Bundesregierung. Die DUH verdient übrigens 30 Prozent ihres Etats durch Abmahnungen.

= Im größten Wald Hessens wollen die regierenden Grünen ihre Windkraftpläne realisieren. Naturschützer sind empört.

= Die neue Dieseltechnik ist so sauber wie kein Benziner.

= Niemand hat sich bis heute Gedanken gemacht, wo denn der Strom für die Millionen täglich nachzuladenden Elektro-Autos herkommen soll. Aus dem Ausland, wo der Strom mit Kohle und Atom produziert wird ?

= „Erst bei Dosen von 800 – 1000 Mikrogramm werden unbehandelte Asthmatiker etwas reagieren.“ (Ex-Präsident der deutschen Gesellschaft für Pneumologie)

= „Es wird ein extrem teurer Ausstieg aus der Kohle beschlossen, obwohl niemand weiß, wie Kohle und Atomstrom rasch ersetzt werden können, die heute mehr als die Hälfte der deutschen Stromerzeugung ausmachen. Darf man hoffen, dass die CDU doch noch zur Besinnung kommt und im Sinne der Gemeinschaft die Koalition platzen lässt, bevor sich die CDU/CSU vom SPD-geführten Umweltministerium das nächste Klimarettungsplanwirtschaftsgesetz diktieren lässt ?“ (H.Steltzner FAZ) Der Feuilleton-Kollege von Herrn Steltzner heißt Edo Reents und der schreibt im Ernst: „Warum nicht jede unnotwendige Fahrt genehmigungspflichtig machen oder, wie das Rauchen in der Öffentlichkeit, einfach verbieten ?“ Ein FAZ-Leser meint dazu, man müsse Feuilletonisten verbieten, vor dem Schreiben von Artikeln bewusstseinserweiternde Substanzen zu sich zu nehmen.“

= Der Physiker Jochem Marotzke im SPIEGEL: „Die Menschheit hat mehr Zeit, die globale Erwärmung zu stoppen.“

= Man will in Deutschland gerade fertiggestellte Kohlekraftwerke mit modernster, umweltschonender Technik, die Milliardenbeträge gekostet hat stillegen (plus ca. 70 Milliarden Euro für die Kompensation des Kohleausstiegs), während im Ausland über 1000 (wahrscheinlich nicht mit deutscher Spitzentechnik ausgestatteten) Kohlekraftwerke bals eröffnet (491) und geplant (weitere 790) werden.

= Die Luftqualität hat sich in den vergangenen Jahren epochal verbessert.

= DieWindenergie leistet einen höheren, aber unsteten Beitrag zur Stromerzeugung als die Sonnenenergie; aber Windräder und Trassen stossen auf beträchtlichen Widerstand, merkwürdigerweise gerade bei den Grünen.

= Zur grünen Propaganda, der Diesel sei verantwortlich für tausende Tote, sagt Matthias Klingner, Professor am Fraunhofer Institut in Dresden: „Deutsche Dieselfahrzeuge zeichnen sich im weltweiten Vergleich durch hervorragend niedrige Schadstoffemissionen aus. Nicht ein Mensch stirbt in Deutschland an Emissionen, die aus Dieselmotoren deutscher PKWs stammen.“

 

Fußballer sind auch nur Menschen

Die meisten Fußbll-Profis, die ich kennengelernt habe, sind sympatische, disziplinierte und loyale Typen. Aber es gibt natürlich auch einige weniger intelligente Profis – so z.B. Oliver Kahn, der sich so äußerte: „Nur wer wie jeder abstumpft in diesem Geschäft, kommt durch.“ Aha !! Herr Kahn, der im Fußball „durchgekommen“ ist, leidet also an Abstumpfung ! Lieber Herr Kahn, da Sie jetzt im Wettgeschäft tätig sind, ist Ihre Moral sicher wieder intakt.

Matìas Jesùs Almeyda meint: „Die Summen, die Fußballer verdienen, schaden mittlerweile dem Geist des Fußballs.“ Herr Almeyda hat sicher „wegen dem Geist des Fußballs“ zu hohe Gehaltsangebote immer abgelehnt.

(Milliarden Menschen auf der ganzen Welt sind fußballverrückt und wollen im Stadion oder am Fernseher jeden Tag Fußball schauen; das treibt die Einnahmen der Verbände und Clubs. Aber anders als z.B. im Bereich der Hochkultur, die von Abermilliarden Steuergeldern subventioniert wird, verdient der Fußball sein Geld selbst und z a h l t hunderte Millionen an Steuern und Abgaben)

Auch Max Kruse von Werder Bremen hat eine hohe Meinung von sich selbst; man könnte auch sagen: er trieft vor Eitelkeit. Das hört sich dann so an: „Ich lasse mich nicht verbiegen“. Soll heißen: Ich halte nichts von lebenslangem Lernen. Oder Kruse großzügig: „Das Geld steht für mich nicht mehr im Vordergrund.“

Auch Andreas Schürrle hat nicht „H i e r ! “ gerufen, als der liebe Gott die Intelligenz zugeteilt hat. Bei jedem seiner diversen Clubs küsste er gerne das Vereinslogo, aber seine Leistung ließ immer mehr nach. Als Aubameyang nach England wechseln wollte, kritisierte er öffentlich die Eskapaden, Extravaganzen und Gerüchte um den Gabuner – so kann man gut von sich selber ablenken.

Mario Basler hat von sich selbst eine hohe Meinung: „Heute sagen Spieler immer das Gleiche, keiner meckert oder schimpft mal. Ich war anders; ich habe damals in Kaiserslautern einen Pepita-Hut aufgesetzt. Im Fußball geht es um zu viel Kohle, der Kommerz hat den Fußball total im Griff. Ich hätte noch ein , zwei Jahre spielen können, kam mit dem Zirkus aber nicht mehr klar.“

Zum Schluss geht es um den als Trainer und Sportdirektor extrem erfolgreichen Matthias Sammer, der den von mir sehr geschätzten Rudi Völler in den Senkel stellt: „Die hoch bezahlten Jungstars werden zum Werkclub gelockt; Bayer ist eine von Bequemlichkeit geprägte Wohlfühloase. Wenn Moral und Anstand da wären, müsste man die Mannschaft hinterfragen.“ Wer lässt hier Moral und Anstand vermissen? Liebe Leser, wenn Sie mal richtig lachen wollen, dann schauen Sie sich die Bundesliga-Analysen von Sammer bei Sky an !!


 

Fragen eines lesenden Arbeiters

Wer baute das siebentorige Theben ? In den Büchern stehen die Namen von Königen. Haben die Könige die Felsbrocken herbeigeschleppt ? Und das mehrmals zerstörte Babylon – wer baute es so viele Male auf ? In welchen Häusern des goldstrahlenden Lima wohnten die Bauleute ? Wohin gingen an dem Abend, als die chinesische Mauer fertig war, die Maurer ? Das große Rom ist voll von Triumphbögen. Wer errichtete sie ? Über wen triumphierten die Cäsaren ? Hatte das vielbesungene Byzanz nur Paläste für seine Bewohner ? Selbst in dem sagenhaften Atlantis brüllten in der Nacht, wo das Meer es verschlang, die Ersaufenden wohl nach ihren Sklaven.

Der junge Alexander eroberte Indien. Er allein ? Cäsar schlug die Gallier. Hatte er nicht wenigstens einen Koch mit ? Philippp von Spanien weinte, als seine Flotte untergegangen war. Weinte sonst niemand ? Friedrich der Zweite siegte im Siebenjährigen Krieg. Wer siegte außer ihm ? (B. Brecht)


 

Gedichte (Von Peter Hacks)

= „Laß mir deiner Blumen eine, eine nur aus deinem Strauß,

Oder ich fall um und weine mir vor Gram die Augen aus.

Schenk mir einen Blick beim Scheiden, wenn ich geh in fremdes Land,

Oder sprich: Ich mag dich leiden, oder nimm mich bei der Hand.

Gib mir einen Kuß zum Scheine, eine einzige Silbe sprich.

Lass mir deiner Blumen eine und den Wahn du liebtest mich.

= „Seit du dabist auf der Welt, seit du mit mir lachst und schweigest,

Seit du mit mir liegst und steigest, seit auf dich mein Jammer fällt.

Und in blöder Tage Lauf kämpfend du mit mir ermüdest,

Lächelnd, Himmlische, als lüdest du dir eitel Wonne auf.

Weiß ich endlich, was mich hält, daß ich nicht in Tollheit ende.

Ganz verbindlich schüttl` ich Hände, seit du dabist auf der Welt.

= „Als mein Mädchen zu Besuch kam, unerwartet wie ein Lied,

Als ich sie dann auf das Tuch nahm, das mein Bette überzieht.

Als die Frösche und die Vögel munter quarrten in der Nacht,

Habe ich von Gottes Regel besser als zumeist gedacht.

Als mit Lachen und mit Stöhnen, als mit zärtlichem Gelüst

An der Schönheit meiner Schönen ich mich noch nicht sattgeküßt,

Als der Morgensonne Prangen aus den Wiesen sich erhob,

Wußte ich dem Unterfangen seiner ganzen Schöpfung Lob.

Diese Nacht war von den Nächten, wo der Mensch die Liebe spürt,

Wo die Knoten sich entflechten, die man ihm ums Herz geschnürt.

Als mein Mädchen zu Besuch kam, unerwartet wie ein Lied,

Und wo ich sie aufs Tuch nahm, das mein Bette überzieht.


 

Welche Werte geben Sie Ihren Kindern mit ?

Erstens: Du musst teilen. Ein Leben ohne teilen ist ein armes Leben. Teilen ist die Hauptregel der Welt. Teilen ist ein Liebesakt.

Zweitens: Du musst respektieren. Du musst die Natur respektieren, du musst deine Mitarbeiter und deine Konkurrenten respektieren. Respekt ist ein Liebesakt.

Drittens: Du musst verzeihen. Man kommt nur durch das Leben durch Misserfolge. Jeder Irrtum bringt mich näher an den Erfolg. Jedes Kind fällt hundertmal um, bevor es stehen und laufen lernt.

 

Theorie (und Praxis)

Der M e i s t e r erzählt dem Prediger eine Parabel: Ein Tausendfüßler ging zu einer alten weisen Eule und klagte über Gicht. Jedes einzelne seiner vielen Beine tat ihm weh. Was lässt sich dagegen tun ?

Nachdem die Eule gründlich darüber nachgedacht hatte, gab sie dem Tausendfüßler den Rat, ein Eichhörnchen zu werden. Mit nur vier Beinen wären 996 Promille seiner Schmerzen beseitigt.

Sagte der Tausendfüßler: „Eine glänzende Idee ! Jetzt sag mir nur noch, wie ich ein Eichhörnchen werden kann.“

„Plag mich nicht damit“, erwiderte die Eule. „Ich zeige nur den Ausweg.“

 

Kurz und interessant

= „Wenn wir Kindern und Jugendlichen in der Schule in allen Fächern überzeugend beibringen, sich zunächst Wissen anzueignen, bevor sie ihre Meinung kundtun, wäre vielleicht auf Dauer gegen viele der Auswüchse in der öffentlichen sogenannten Diskussion ein Kraut gewachsen.“ (Ingrid Becker-Ross)

= Die letztjährigen Fernseh-, Radio- und Online-Programme sind für viele Bürger Grund zur Besorgnis. Das meldet das Portal „Programmbeschwerde.de“. Es gingen dort mehr als 2100 Proteste ein, doppelt so viele wie im Jahr zuvor. Viele Menschen kritisieren die exzessive Erotik-Werbung und zahlreiche nicht kindgerechte und von brutaler Gewalt besetzte Werbetrailer für nachfolgende Sendungen. Der Jugendschutz ist nicht mehr gewährleistet.

= Verbesserung der Mütterrente, Familiengeld, Ausbau der Kita-Angebote (teilweise kostenlos), Baukindergeld: Alles in den vergangenen Monaten eingeführt ! Dank an die Politik !!!

= „Dieser Film ist so lustig wie eine Wurzelbehandlung ohne Narkose.“ Rex Reed im „Observer“ über Till Schweigers amerikanisches Remake von „Honig im Kopf“.

= Bertolt Brecht: „Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“

= „Das Grundgesetz ist ein Glücksfall, nicht nur für Deutschland. Über siebzig Jahre hinweg ist es zu einem Referenzmodell geworden. Diesen Erfahrungsschatz gilt es auch künftig zu nutzen – und nicht gegen die Europäische Union in Stellung zu bringen.“ (Thomas v. Danwitz in der FAZ)

= Wir müssen aufpassen und rechtzeitig handeln: Deutschland entwickelt sich zu einem Hochsteuerland für Unternehmen. Von 36 Mitgliedstaaten der OECD belasten nur vier Länder ihre Kapitalgesellschaften mehr als Deutschland. Hier ist die durchschnittliche Steuerlast 29,8 Prozent; in Frankreich ist die Belastung mit 34,4 am höchsten, Paris will aber den Steuersatz auf 25 senken. In den USA beträgt die Belastung 25,8 Prozent, in England 19 Prozent, in Irland 12,5 Prozent und in Ungarn nur neun Prozent.

= Ich mag Italien und viele Menschen, die ich dort kenne. Aber die politische Reife der Mehrheit der Italiener ist seit Mussolini noch mehr abgedriftet. Ohne die EU und den Euro würde das Land hinter Griechenland abfallen. Jetzt hetzen die regierenden Poltiker gegen Frankreich. Minister di Maio: „Wenn wir Leute haben, die Afrika verlassen, dann deshalb, weil einige europäische Länder, allen voran Frankreich, nie damit aufgehört haben, Afrika zu kolonialisieren.“

= Im Nordosten Deutschlands kämpfen Städte gegen den Wegzug junger Leute. Aber Löcknitz boomt. Das liegt an der Nähe zur polnischen Grenze.

= Die Theater, Oper und Orchester GmbH (TOOH) in Halle hat einen Jahresetat von sage und schreibe vierzig Millionen Euro. Der Geschäftsführer der TOOH besteht auf der Einhaltung des Budgets und wird vom Opernintendanten und vom Schauspielchef deswegen beschimpft: „Uns fehlt durch diesen Zwang der Freiraum für die Erarbeitung anspruchsvoller Stücke.“ Das muss man sich reinziehen ! Und der Clou ist, dass mehr als 30 Intendanten, Schauspieler, Journalisten und Theaterwissenschaftler aus Deutschland den Oberbürgermeister von Halle auffordern, schweren Schaden vom Theater Halle abzuwenden.

= „Die Art und Weise, wie uns ein amerikanischer Botschafter in Berlin via Brief und durch „die Blume“ zu verstehen gibt, dass die USA die russische Gaspipeline Nord Stream 2 nicht nur ablehnen, sondern alles zu tun gedenken, dieses Projekt um jeden Preis zu verhindern, ist an Frechheit und Dreistigkeit nicht zu überbieten. Es greift in unsere Souveränität und die der EU ein. Wir sollten Ähnliches mal in den USA versuchen – wir würden ausgelacht. Die Amerikaner wollen uns natürlich ihr teureres Flüssiggas verkaufen. Erpressung via Sanktionen dürfen wir nicht zulassen.“ (Sven Jösting)

= Dammbruch in Brasilien mit vielen Toten. Anlage war vom deutschen TÜV geprüft.

 

Psychologen oder Psychopathen ?

Vorsicht, liebe Leser, es kommt jetzt ganz hart ! Wenn Sie ein wenig Ahnung von Fußball haben oder gar Fußball-Fan sind, dann trinken Sie bitte einen Beruhigungstee oder Sie amüsieren sich einfach.

Ein paar sogenannte Forscher (Physiker und Sport-Psychologen) beweisen mal wieder, dass mit Ignoranz gepaarte Arroganz ins Land Absurdistan führt.

Die WELT veröffentlicht eine „Studie“ dieser Forscher zum Thema Trainerwechsel im Fußball. Das hört sich dann so an:

„Physiker und Sportpsychologen der Uni Münster haben das Phänomen Trainerwechsel untersucht. Das e r s c h ü t t e r n d e Ergebnis: Die Forscher konnten hinter den Entscheidungen der Vereine allenfalls eine „Logik des Würfelspiels“ erkennen. Ein Bundesligist verliert oder gewinnt nach einem Trainerwechsel genau so viele Spiele wie ohne einen Wechsel. Letztlich, so heißt es in der Studie, sei es nämlich unerheblich, welcher Trainer einen bestimmten Club trainiert.“

Diese „Studie“ ist keine Satire, sondern ernst gemeint. (Es wäre also egal, ob Guardiola oder Matthäus Manchester City trainiert. Ich möchte den „Forschern“ zurufen, dass der Trainer die wichtigste Person in einem Fußball-Club ist, wichtiger als Manager, Präsident und alle anderen).

Mich würde noch interessieren, ob die Herren Wissenschaftler von unseren Steuern bezahlt werden oder gar noch für diesen Mist ein Honorar eingesackt haben. (Und die WELT ist auch zu den Fußball-Verächtern wie Süddeutsche Zeitung, ZEIT, SPIEGEL etc. übergelaufen.)

 

Subventionierte Massenmörder

Sergej Prokofjews Kantate „Alexander Newski“ ist in Berlin zu hören. Das Stück wurde vom Chefdirigenten Tugan Sokhiev auf das Programm der Konzerte mit den Berliner Philharmonikern gesetzt. Die Kantate ist – jenseits der ästhetischen Betrachtung – eine Huldigung an Stalin und kommt im Westen immer mehr in Mode, so beim Kunstfest in Weimar oder beim Beethovenfest in Bonn.

Stalin hat mit seinen Genossen Millionen unschuldiger Menschen auf dem Gewissen; sie starben den absichtlich herbeigeführten Hungertod oder krepierten in den Lagern oder wurden gefoltert. Das alles ist erforscht und dokumentiert.

Und diese sogenannten Künstler lässt das offensichtlich kalt – ganz nach dem Motto: Kunst darf alles. Aber dass wir Normalbürger diesen Dreck auch noch mit unseren Steuern subventionieren, das kotzt mich einfach an.

Nebenbei erwähnt: Wenn Sie nach Berlin fahren, dann können Sie in einigen Geschäften auch aus Georgien importierten „Wino Stalina“ mit Medaillon des Massenmörders auf dem Etikett oder in Rewe-Märkten Wodka der Marke „Stalinskaya“ kaufen.

 

Kurz und interessant

= „Der Vertrag von Aachen zwischen Frankreich und Deutschland ist ein Wunder. Ultras der deutsch-französischen Annäherung wie ich hätten sich mehr gewünscht. Aber wir leben in einer Zeit, in der der amerikaniscvhe Präsident davon schwadroniert, die USA müssten raus aus der Nato, und sogar vom Weltpostvertrag genervt ist. Da ist der Vertrag von Aachen ein Frühlingsversprechen, eine erfrischende Geste politischen Übermuts.“ (Nils Minkmar/SPIEGEL)

= Bei aller berechtigten Sorge wegen der nationalistischen AfD dürfen wir die Linke nicht aus den Augen verlieren. Es waren Kommunisten, die in der Weimarer Republik vor allem die SPD bis aufs Messer bekämpft haben und z.B. vor 80 Jahren beim Streik der Berliner Verkehrsbetriebe, einem der Sargnägel von Weimar, mit den Nazis ein gemeinsames Streik-Komitee und gemeinsame Streikposten organisierten – vereinbart von Ulbricht und Goebbels.

Es waren Sozialdemokraten, die im Reichstag gegen das Ermächtigungsgesetz gestimmt haben und es waren linientreue Kommunisten/Stalinisten, die deutsche Sozialdemokraten, die vor den Nazis in die Sowjetunion geflohen waren, in Arbeitslager deportiert, gefoltert und massakriert haben.

= Bundespräsident Steinmeier hat den TV Erlangen für dessen Initiative „Rollator-Sport für Hochbetagte“ ausgezeichnet. Die Erlanger haben mit dem Kleinbus ihrer Judo-Abteilung einen Fahrdienst eingerichtet, um die Ältesten am Sport teilhaben zu lassen.

= „Wenn ihr an Geld glaubt, ist das in Ordnung. Aber bewahrt euch euer Mitgefühl. Dann werdet ihr zu glücklicheren Menschen.“ (Rinpoche)

= Die Stadtregierung von Hannover hat ihren elftausend Mitarbeitern eine „geschlechtergerechte Verwaltungssprache“ verordnet. Dadurch werden Wähler zu Wählenden, Lehrerinnen zu Lehrenden und das Rednerpult heißt jetzt „Redepult“. Noch nicht entschieden wurde, ob die Hannoveraner zukünftig Hannoverierende heißen sollen; die Grünen arbeiten noch daran.

= Die WELT hat einen wunderbaren Aufruf von dutzenden Autoren wie Anne Applebaum, David Grossmann, György Konrad, Milan Kundera, Herta Müller, Orhan Pamuk, Salman Rushdie, Leila Slimani und Mario Vargas Llosa unter dem Titel „Das Haus Europa brennt“ veröffentlicht; dort heißt es u.a.: „Wir glaubten, die Einheit Europas sei eine Selbstverständlichkeit, die keiner Anstrengung bedürfe und für die man sich nicht engagieren müsse. Mit dieser gutgläubigen Zuversicht müssen wir brechen, ein laxes Europa ohne Schwung und Ideen dürfen wir uns nicht leisten. Wir haben keine Wahl. Wo der Populismus brüllt, hilft nur ein vollmundiges Ja zu Europa. Wir dürfen nicht zulassen, wie links und rechts die Ressentiments, der Hass und dessen traurige Auswüchse sich ausbreiten. Wir müssen Alarm schlagen gegen die Brandstifter, die von Paris bis Rom über Dresden, Barcelona, Budapest, Wien oder Warschau mit dem Feuer unserer Freiheiten spielen. Dem Versuch, die liberale Demokratie und ihre Werte zu dekonstruieren und infrage zu stellen und damit alles rückgängig zu machen, worauf wir – erstmalig seit den 30er Jahren – in Europa mit Recht stolz sein dürfen, stellen wir uns entgegen.“

= V e r w e c h s l u n g : „Liebling“, sagte eine Frau auf einer Party zu ihrem Mann, „trink lieber nicht mehr. Du siehst schon so verschwommen aus.“ Wir sehen Menschen und Dinge nicht so, wie sie sind, sondern wie wir sind.

= Im Laufe der Zeit nimmt die Seele die Farbe der Gedanken an. (Anton Korduan)

 

Gefährlicher als Gauland ?

Beim Partei-Chef Gauland und seinen faschistischen Parteifreunden weiß man, was nach einer Machtübernahme der AfD zu erwarten ist.

Aber die Feinde unserer Demokratie sitzen nicht nur in der AfD. Zahllose „Wir-sind-dasVolk-Bürger“ – vom Akademiker bis zum Hilfsarbeiter – verachten d i e Politik und d i e Politiker, sind zu faul, sich seriös mit unserer parlamentarischen Demokratie zu befassen und kompensieren ihren Lebensfrust, indem sie auf „die da oben“ schimpfen oder gar ihrem Hass freien Lauf lassen.

Angeleitet und motiviert werden diese Politik-Verächter von diversen Medien, die in den letzten Jahrzehnten noch nicht einen einzigen positiven Bericht über die Arbeit unserer Politiker zustandegebracht haben und von Autoren, Journalisten und sogenannten Wissenschaftlern, die ihre Bücher oder Zeitungsartikel verkaufen wollen.

Ein Paradebeispiel dieser Hetzer ist ein gewisser Hans-Hermann Tiedje, der früher als Bild-Chef seinem Handwerk nachging und der heute für „Euro am Sonntag“ schreibt. Sein letzter Artikel hat die Schlagzeile: „Scholz oder AKK: Wer kann weniger ?“ Nachdem Tiedje jahrelang gegen Angela Merkel gehetzt hat, bereitet er sich jetzt auf die wahrscheinlichen Kanzlerkandidaten der CDU und der SPD vor. (Auf Herrn Tiedje komme ich demnächst ausführlich zurück).

Wenn ich mich richtig erinnere, war der ebenfalls für „Euro am Sonntag“ schreibende Oswald Metzger mal Bundestagsabgeordneter der Grünen; jetzt nennt er sich Publizist und versucht seit der Finanzkrise, seine Inkompetenz mit absurden und inzwischen widerlegten Prognosen unter Beweis zu stellen. Metzger zitiert zuletzt den Münsteraner Volkswirt van Suntum: „Der Merkelantismus kann (….) als später Sieg des Sozialismus gesehen werden. Jedenfalls ist er das genaue Gegenteil von dem, was einst die Soziale Marktwirtschaft prägte und ihren beispiellosen Erfolg ausgemacht hat.“

Muss man auf solchen Müll eingehen? Zu welchem Zeitpunkt der Geschichte ging es den Menschen in Deutschland so gut? Deutschland ist – bezogen auf die Einwohnerzahl – das erfolgreichste Land der Welt ! Deutschland ist ein funktionierender Rechtsstaat mit einer beispielhaften Verfassung ! Deutschland ist der Motor der Europäischen Union !

Und mit all dem sollen die Politiker und Frau Merkel nichts zu tun haben ?

 

Nur ein Vogelschiss

Paula und Siegfried Jordan konnten sich lange Zeit nicht entschließen, Deutschland zu verlassen, zu sehr liebten sie die Berge, München und Bayern. Beide waren Jahrgang 1989, sie stammte aus Steinach an der Saale in Unterfranken, er war gebürtiger Münchner, beide Eltern waren Viehhändler. Siegfried erlebte den ersten Weltkrieg als Soldat, Paula als Krankenschwester. Nachdem sie 1921 geheiratet hatten, fanden die beiden Eheleute in München ihr Glück. Sie betrieben eine Kunsthandlung an der Blumenstraße, 1923 kam ein Sohn zur Welt, ab 1925 lebte die Familie an der Mauerkirchenstraße 13. Dort blieben die Jordans auch, als die Nazis die Regierung übernahmen, als sie ihre Galerie an einen Schwager übergeben mussten, weil sie Juden waren, und als immer mehr Geschwister in die USA emigrierten; und irgendwann war es zu spät. 1938 wurde Siegfried Jordan vorübergehend ins KZ Dachau verschleppt. Im Mai 1939 gelang es den Jordans, ihren einzigen Sohn Peter nach Großbritannien zu retten. 1941 wurden die Eheleute nach Kaunas in Litauen deportiert und dort am 25. November 1941 von der SS erschossen. In München wurde eine Stele für Paula und Siegfried Jordan enthüllt. (WET)

 

Warum bin ich Fußball-Fetischist ?

Weil Fußball auf der ganzen Welt eine wichtige gesellschaftspolitische, soziale und caritative Institution ist und weil alle mitmachen dürfen: Kommunisten und Kapitalisten, Hindus und Muslime, Schwarze, Gelbe und Weiße, Blinde und Rollifahrer, Israelis und Palästinenser, Pfarrer und Gottlose. Willi Lemke formuliert das so:

„Fußball ist superpolitisch ! Durch den Fußball geschehen unglaubliche Sachen. Es sind in afrikanischen Ländern schon Wahlen durch Ergebnisse der Nationalmannschaft beeinflusst worden. Nach der WM 2006 hatten wir Deutsche einen normalen Umgang mit Flagge und Hymne und die ganze Welt betrachtete uns nicht mehr nur nüchtern-korrekt, sondern fröhlich und heiter.“

Ein paar Beispiele: „Zu schön, um wahr zu sein: Juden und Muslime in einer Mannschaft. Frieden in Israel dank Fußball ? Bei Bnei Sachnin funktioniert`s.“

= Seit 2008 wurden hunderte Athleten aus über 50 Sportarten durch Beteiligung der Bundesliga-Stiftung gefördert.

= Der Unicef-Chef über traumatisierte Kinder und die große Wirkung einer kleinen Kiste: „Sobald der Ball rollt, leuchten ihre Augen.“

= Die Bundesliga-Stiftung und die Robert-Bosch-Stiftung haben in Kaiserslautern und in Saarbrücken ein Lernzentrum gestartet. Für sozial benachteiligte Jugendliche soll durch den Reiz des Fußballstadions ein Zugang zu Bildungsthemen geschaffen werden. Es geht um politische Themen wie Rassismus, Diskriminierung und Gewalt und die Stärkung sozialer Kompetenzen.

= Herberger-Stiftung: Seit 1977 sind über 25 Millionen in soziale Projekte geflossen.

= Der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan: „Als wirklich einziges Spiel der Welt, das in jedem Land und von jeder Rasse und Religion gespielt wird, ist Fußball eines der wenigen Phänomene, das weltweit so einzigartig ist wie die Vereinten Nationen.“

= Alle Bergleute in Donezk sind Fußball-Fans. Schon ihre Väter und Großväter waren Minenarbeiter und Fans, heute gehen die Kumpel mit Kindern, Enkeln, Ehefrauen und Großmüttern zu den Spielen.

= Die Grundschule Kleine Kielstraße in Dortmund erhielt den Deutschen Schulpreis, weil dort Kinder aus 20 Nationen unterrichtet werden. Neben den fachlichen Leistungen wurde auch der „Umgang mit Vielfalt“ ausgezeichnet. Und: Bei Fußballturnieren haben die Kinder schon etliche Pokale gewonnen.

= Der Reggae-Musiker Gentleman: „Ich spiele leidenschaftlich gern Fußball. Derzeit kicke ich in einer Benefizmannschaft.“

= Verliebt in den Fußball: Walaa Hussein ist Araberin, Palästinenserin und Israelin – und sie stürmt über politische Grenzen, gesellschaftliche Konventionen und religiöse Schranken hinweg.

= Aus der bekanntesten Gefängnisinsel der Welt, wo Nelson Mandela einsass und wo Fußball die einzige Rettung war, ist eine Touristenattraktion geworden.

= Die Todesfabrik und der Sport. Sport hat in der Hölle von Auschwitz eine Rolle gespielt – als Mordinstrument in den Händen von Sadisten, aber später auch bei der Aufklärung.

= Nach dem Massaker vor vielen Jahren eint der Fußball die Feinde von damals: Tutsi und Hutu spielen gemeinsam für Ruanda in der Nationalmannschaft.

 

Medizin für die Seele

Ein Pfarrer (Felix Evers) und ein Oberst a.D. (Oliver Breithaupt) schreiben einen Leserbrief, der es in sich hat:

„Wo sich die Großväter erschossen, verlieben sich die Enkel. Mit den „Workcamps“ des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge legen deutsche Schüler auch in Rossoschka/Wolgograd 75 Jahre nach der „Schlacht um Stalingrad“ mit gleichaltrigen russischen Jugendlichen Kriegsgräber an, klären Identitäten, erleben durch das Wohnen in Gastfamilien herzlichste russische Gastfreundschaft, verlieben sich sogar bisweilen ineinander. „Versöhnung über den Gräbern“ lautet das Motto dieser Völkerverständigung – eine Mischung aus hautnahem Geschichtsunterricht, kultureller Bildung, Auseinandersetzung mit dem oft so sinnlosen Tod, Freundschaften mit den Enkeln derer, die sich in der Großelterngeneration bekriegt haben, und Gottesdiensten an historisch bedeutsamen Orten.

Mit der Nachricht nach Hause zu einer 90 Jahre alten Dame zurückzukehren, dass deutsche und russische Jugendliche endlich ihren gefallenen Bruder geborgen und gemeinsam ein Grab für ihn angelegt haben, ist die niveauvollste Lernerfahrung aus den Kriegsschrecken von damals sowie die intensivste Präventionspädagogik, heutzutage keinem falschen Propheten auf den Leim zu gehen, der junge Menschen empfänglich machen will für Hass und Gewalt, Rassismus und Ausländerfeindlichkeit. Wir werben sehr dafür, dass alle achten oder neunten Schulklassen aller Schultypen diese Jugendfreizeiten mitmachen. Frieden erlernt man nur über Gräbern und an der Hand der neuen Freunde, die früher noch Feinde waren.“ (FAZ)

Wenn Sie, liebe Leser, die wunderbare Arbeit des „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.“ unterstützen wollen:

Spendenkonto Commerzbank Kassel – IBAN DE23 5204 0021 0322 2999 00 – COBADEFFXXX.

 

Geht Europa nur mit Nationen ?

Die Friedenspreisträgerin Aleida Assmann in einem Interview mit der WELT a.S.: „Die Tatsache der Judenvernichtung war nicht mehr zu leugnen und das Wissen war allseits präsent, aber am Anfang der EU stand der gemeinsame Pakt der Alliierten, die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Am deutlichsten hat das nicht Adenauer sondern Churchill 1946 ausgesprochen: „Wenn Europa vor endlosem Unheil und endgültigem Untergang gerettet werden soll, müssen wir es auf einen Glauben an die europäische Familie und einen Akt des Vergessens aller Verbrechen und Irrtümer der Vergangenheit gründen.“

„Im nachhinein habe ich jetzt kapiert: Wo immer das Wort „Nation“ auftaucht, klingeln bei den Linken alle Alarmglocken, auch wenn es um nichts anderes als ein Demokratie-Museum geht. Man hält sich für kritisch, weil man den Begriff verteufelt und gar nicht mehr weiterfragt, worum es eigentlich geht.“

„Wir müssen eine Debatte um den Nationsbegriff führen. Wie verwandeln sich Nationen, wenn sie in den gemeinsamen Rahmen Europa eintreten? Welche Werte halten sie zusammen ? Ist es nur der Euro ? Wie entsteht ein Gefühl der Solidarität ? Was lässt sie gerade auseinanderbrechen ? Wodurch sind die Nationen z.Zt. am meisten gefährdet: die Panzer und die Hürden der Bürokratie ? Das allgemeine Desinteresse an diesem Projekt ? Das Vergessen der eigenen Geschichte ? Vielleicht ja auch durch eine einseitige Vorstellung von Nation, die mit diesem Begriff zugleich auch Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Zivilgesellschaft über Bord wirft.“

„Es ist symptomatisch für unsere Gesellschaft, dass viele Deutsche mit dem Begriff der Nation nichts anfangen können. Wenn wir Europa retten und stärken wollen, müssen wir dringend anfangen, über unser Verhältnis zur demokratischen Nation zu sprechen. Aufgrund unserer Geschichte haben es die Intellektuellen nicht vermocht, zu einem positiven Nationen-Begriff zurückzukehren, der mit unserer Verfassung, Gewaltenteilung, Menschenrechten und gerade auch mit kultureller Vielfalt verbunden ist; alles Dinge, die wir täglich genießen, ohne sie uns bewusst zu machen und wertzuschätzen – wie lange noch?“

 

Kriminelle Gutmenschen

Im Artikel 20 a unseres Grundgesetzes werden die natürlichen Lebensgrundlagen und – so heißt es seit dem Jahr 2002 – die Tiere geschützt. Das ist gut so ! Seriöse Vereine wie der Tierschutzbund werden damit gestärkt. Aber: Mit dem Staatsziel Tierschutz sind Tiere dem Menschen nicht gleichgestellt. Das ignorieren sogenannte Tierschützer wie die Organisation Peta, die jede Form der Nutzung von Tieren durch den Menschen ebenso ablehnt wie den „agrarindustriellen Komplex in Deutschland als organisierte Kriminalität“. Die als gemeinnützig anerkannte Peta machte vor einiger Zeit mit dem widerwärtigen Werbespruch „Der Holocaust auf Ihrem Teller“ auf sich aufmerksam.

Als die NRW-Landwirtschaftsministerin Schulze-Föcking zurücktrat, verbreitete Peta ein Terrorismus-Fahndungsplakat mit einem Foto der Ex-Ministerin.

Tierschutz-Aktivisten scheuen vor keinem kriminellen Akt zurück; sie brechen in landwirtschaftliche Betriebe ein, filmen angebliche Verstösse gegen die Tierschutzordnung und geben das an Fernsehsender weiter, die das brav senden. Die minderjährigen Söhne von Schulze-Föcking wurden von Kamera-Teams verfolgt und ihr wurde gedroht: „Wir wissen, wo deine Kinder zur Schule gehen.“

Der Gipfel der Tierliebe ereignete sich, als Unbekannte in einen Bauernhof bei Vreden einbrachen, die Alarmanlage deaktivierten und die Stromversorgung der Schweinemastanlage kappten. 900 Tiere verendeten qualvoll, weil die Be- und Entlüftungsanlage ausfiel.

Es gab in den vergangenen Monaten mehrere Brandanschläge auf Geflügelmastanlagen, Ende November brannte im Heidekreis ein Stall ab. Dort hinterliessen die Täter ein Grafitto mit „Animal LiberationFront“. ALF ist eine anarchisch-militante sogenannte Tierbefreiungsbewegung.

Als die niedersächsische Agraministerin Otte-Kinast die Gemeinnützigkeit der Tierrechtsvereine prüfen wollte, wurde sie sofort bedroht.