Die Welt ist ein Dorf

=   Bezahlbare Damenbinden. Es klingt beinahe wie ein Märchen, glücklicherweise ist es aber keins.  Angefangen hat alles mit einem schmutzigen Lappen.  Kurz nach seiner Heirat entdeckte Muruga bei seiner Frau Shanti ein blutiges Stück Stoff, das sie vor ihm verstecken wollte.  Als Bruder von vier Schwestern begriff Muruga sofort.  Menstruation ist immer noch ein Tabu, und auf dem Land, wo die meisten Frauen wohnen, bestimmt Aberglaube das Leben.  Damenbinden sind teuer; sie kosten so viel wie ein halber Liter Milch.  Der Schlosser Muruga analysierte die Einlagen von Markenherstellern und beschloss eine Maschine zu bauen, die preiswerte Binden produziert.  Das ist nun 20 Jahre her.  Jetzt will Muruga erreichen, daß Frauen selbst Binden produzieren und einen Beruf daraus machen.  Die Maschinen seien leicht zu bedienen und preiswert in der Herstellung.  Nur jede zehnte der 400 Millionen Inderinnen benutzt eine Binde.  (GuP)

= Kinderärztin entwickelt Geburtshilfe-App.  Ein furchtbares Szenario:  Lebensbedrohliche Komplikationen während einer Geburt, und die Helferin weiß nicht, was zu tun ist.  In Entwicklungsländern ist das keine Seltenheit.  Stine Lund, Kinderärztin mit Lehrstuhl in Kopenhagen, hat mit der dänischen Maternity-Foundation die „Save Delivery App“ entwickelt, die man umsonst im Internet herunterladen kann.  Sie vermittelt Basis-Wissen bei Geburtshilfe-Notfällen und soll helfen, die Sterberate von Müttern und Babys zu senken.  Die Anwendung basiert auf kurzen Videos, die in Sequenzen abgespielt werden können, bei Bedarf auch während eines Notfalls auf Handys, die vor allem in Afrika weit verbreitet sind. Und ist die Zeit knapp, werden über digitale Aktionskarten klare Anweisungen geschickt.  2014 wurde die App in 78 Gesundheitsstationen im ländlichen Äthiopien getestet.  Bis Ende 2018 soll die App an 20.000 Helferinnen in Laos, Indien und Kenia verschickt werden.  (GuP)

=  Palmach heißt die Eliteeinheit, die in Israel für ihre Heldentaten im israelisch-arabischen Krieg von 1948 berühmt wurde.  Der Historiker Benny Morris wollte die Geschichte des Palmach schreiben und durfte die geheimen Akten des Palmach-Archivs einsehen, bis man ihn blockierte, weil die Veteranen die Geschichte ihrer Einheit selbst schreiben wollten.  Morris spornte das nur an, er forschte weiter und veröffentlichte 1987 eine Studie in England („The Birth of the Palestinian Refugee Problem 1947 – 1949“), die die öffentliche Meinung über den Krieg veränderte.

Morris brach mit dem Mythos des Militärs von der „Reinheit der Waffen“ und lenkte den Blick auf die bis dahin systematisch geleugneten Vertreibungen der Palästinense und auf die von der israelischen Armee begangenen Massaker. Obwohl Morris die arabische Mitverantwortung für die Entstehung des palästinensischen Flüchtlingsproblems ebenfalls  thematisiert hatte, wurde er der Geschichtsfälschung bezichtigt.

=  Die Hörfunkjournalistin Bettina Rühl erhielt für ihre Berichterstattung aus Afrika den Robert Geisendörfer Sonderpreis 2018.  „Bettina Rühl sucht in ihren Hörfunkfeatures mit Empathie die Nähe zu den Menschen.  Sie geht mit ihnen durch ihre abgebrannten Dörfer im Kongo, macht Stimmen hörbar von Müttern, einfachen Soldaten, ehemaligen Rebellen und Kindern, die sonst kaum wahrgenommen werden. Damit macht sie die Fluchtursachen für die Hörer begreifbar.“  (chrismon)

=  Entwicklungsminister Gerd Müller weiß, daß die sozialen und politischen Probleme Afrikas mit einer Verbesserung des Investitionsklimas und damit der wirtschaftlichen Entwicklung angegangen werden müssen.  Müllers Ministerium hat jetzt  Marokko, Senegal und Äthiopien eine Reformpartnerschaft angeboten und will damit europäische Unternehmen zu Investitionen animieren.  Finanzielle Unterstützung soll es nur für jene afrikanischen Staaten geben, die ihre Rahmenbedingungen verbessern, die Korruption eindämmen und die Menschenrechte respektieren.

 

Drei Gedichte

=   Ilma Rakusa  –  Gedicht gegen die Angst

Streichle das Blatt  –  küsse den Hund  –  koste das Holz  –  hüte den Mund  –  zähme den Kamm  –  reime die Lust  –  schmüccke den Schlaf  –  plätte den Frust  –  neige das Glas  –  wiege das Buch  –  liebe die Luft  –  rette das Tuch  –  schaue das Meer  –  rieche das Gras  –  kränke kein Kind  –  iss keinen Frass  –  lerne im Traum  –  schreibe was ist  –  nähre den Tag  –  forme die Frist  –  lenke die Hand  –  eile und steh  –  zögere nicht  –  weile wie Schnee  –  öffne die Tür  –  lade wen ein  –  schenke dich hin  –  mache dich fein  –  prüfe dein Herz  –  geh übers Feld  –  ruhe dich aus  –  rühr an die Welt.

=   Karoline von Günderode  –  Die eine Klage

Wer die tiefste aller Wunden hat in Geist und Sinn empfunden.  Bittrer Trennung Schmerz;  wer geliebt, was er verloren, lassen muß was er erkoren, das geliebte Herz,  der versteht in Lust  die       Tränen und der Liebe ewig Sehnen Eins in Zwei zu sein,  Eins im anderen sich zu finden, dass der Zweiheit Grenzen schwinden und des Daseins Pein.

Wer so ganz in Herz und Sinnen konnt ein Wesen liebgewinnen  O !  den tröstet`s nicht, dass für Freuden, die verloren, Neue werden neu geboren:  Jene sind`s doch nicht.

Das geliebte, süße Leben, dieses Nehmen und dies Geben, Wort und Sinn und Blick,  dieses Suchen und dies Finden,  dieses Denken und Empfinden gibt kein Gott zurück.

=   Hermann Hesse

Darum ist uns irrenden Brüdern Liebe möglich noch in der Entzweiung,  und nicht Richten und Haß,  sondern geduldige Liebe,  liebendes Dulden führt uns dem heiligen Ziele näher.

 

Zwei Buchempfehlungen

  1.  Falls Sie die Nase voll haben von dem ganzen Weltunterganngsgequatsche:  Lesen Sie Martin Schröders Buch „Warum es uns noch nie so gut ging und wir trotzdem von Krisen reden.“   Ich zitiere den Klappentext:  „Auf die Frage, zu welchem Zeitpunkt der Menschheitsgeschichte man gerne geboren wäre, ist die beste Antwort zugleich auch die überraschendste: Heute !  Denn noch nie haben so viele Menschen ein so langes , sicheres und zufriedenes Leben geführt.  Dutzende Indikatoren zu Wohlstand, Demokratie, Gewalt und Lebensqualität beweisen, daß die Welt in fast jeder Hinsicht besser wird.  Dennoch ist allerorten von Krisen die Rede und die Pssimisten beherrschen die Schlagzeilen.  Die Zukunft kann sogar noch besser werden, wenn wir aufhören, ständig in kopflose Panik auszubrechen.“
  2. „Erstmals ein gesamteuropäischer Blick auf den Antisemitismus und den Weg in den Holocaust.  Der Holocaust ist nicht allein aus der deutschen Geschichte heraus erklärbar.  Sowohl in West- als auch in Osteuropa hatte die Judenfeindlichkeit seit 1880 sprunghaft zugenommen  –  angetrieben von Nationalsozialismus und sozialen Krisen.  Ohne die Schuld der deutschen Täter zu mindern, zeigt der Historiker Götz Aly, wie Rivalität und Neid, Diskriminierung und Progrome vielerorts dazu beigetragen haben, den Boden für Deportationen und Morde zu bereiten.  Erstmals wird so der moderne Antisemitismus als grenzüberschreitendes Phänomen dargestellt und damit eine neue, umfassende Perspektive auf die europäischen Vorgeschichten eröffnet, die zum Holocaust beitrugen.  (Götz Aly  –  Europa gegen die Juden  –  1880 – 1945  –  Verlag S. Fischer)
 

Fußball – Fetischist: Einwurf

= Soziale Verantwortung !  Bei Schalke 04 gibt es die vereinseigene Stiftung „Schalke hilft !“  Kapitän Ralf Fährmann besuchte mit 13 Kollegen der Königsblauen die Kinderkrebsstation der Uniklinik Essen und 13 weitere Schalke-Profis um Nationalspieler Mark Uth kamen in die Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen-Buer.

Und in Dortmund wurden Marco Reus und Julian Weigl neue Botschafter des SOS-Kinderdorf e.V.  Die Spieler wollen die Aufmerksamkeit auf benachteiligte Kinder in Deutschland lenken.  Ab 2019 unterstützen die beiden Kicker das neue SOS-Kinderdorf in Dortmund.

= Schauspieler Fahri Yardim liebt Fußball als „unnachahmliches Drama über alles.  Bei mir jodeln die tiefsten Kammern des Herzens.  Fußball, du geiles Opium.“  Yardim bezeichnet Fußball als „Proletarier – Tennis.“

= Nationalspieler Toni Kroos hat eine Stiftung gegründet, mit der er kranke Kinder unterstützt.  Kroos kümmert sich auch persönlich intensiv um die Kinder.

= Politisch engagierte Hooligans haben dem DFB „den Krieg“ erklärt.  Diese Hooligans werden auch dann mit Gewalt agieren, wenn der DFB nicht mehr existiert.  Zahlreiche dieser Politiktreibenden haben sich in der AfD zusammengefunden; sie werden ihre Menschenverachtung natürlich nicht ablegen, wenn kein einziger Flüchtling mehr nach Deutschland kommt.

=  „Einfach nur Sport machen und die Schnauze halten ?  Der Bayreuther Profi Bastian Doreth will keine Afd-Wähler beim Basketball sehen.“  Doreth engagiert sich gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus.  (FAZ)

= Es war keine gute Entscheidung von Deutschlands bester Fußball-Zeitschrift „Kicker“,  den Ex-Nationalspieler Thomas Berthold eine Kolumne schreiben zu lassen.  Das liest sich dann so: „Der Fußball kann machen, was er will.  TV-Zeiten ausufern lassen, Turniere aufblähen, immer nur die eigene Gier, den eigenen Profit und Vorteil im Auge haben.“  Berthold sollte zur Süddeutschen Zeitung wechseln; dort sind solche Fußball-Hasser-Kommentare willkommen.  Berthold hat seine Profiverträge sicher in größter Bescheidenheit ausgehandelt und dann einen Teil seines Gehalts für soziale Zwecke gespendet.

Dazu passt folgende Meldung aus der FAZ:  In der deutschen Bevölkerung überwiegt die Freude darüber, daß die Fußball-Europameisterschaft 2024 hier ausgetragen wird.  Jeder Zweite (also über 30 Millionen) freut sich auf die EM im eigenen Land!

= Der Fußball-Liebhaber Christian Eichler in der FAZ zum „deutschen Classico“  BVB gegen Bayern:  „Zwei großartige Teams und das exzellente Schiedsrichter-Team boten eine Leistung, die vier Monate nach dem WM-Debakel den deutschen Fußball wieder aufs schönste ins Schaufenster stellte.  Eine Halbzeit lang zeigten die Bayern ihre alte Klasse, eine Halbzeit lang die Borussen ihre junge Energie.“

= Der DFB und die Nationalmannschaft haben zusammen mit der Bundesregierung 270 Amatuerclubs in Deutschland finanziell unterstützt und damit die Aufnahme von Flüchtlingen und die Finanzierung von Mitgliedsbeiträgen, Fahrdiensten, Sprachkursen, Trikots und Fußballschuhen ermöglicht.  Außerdem haben sich bundesweit zwanzig aus Proficlubs, Amatuervereinen und lokalen Akteuren bestehende Willkommensbündnisse gebildet, die zur Integration von jungen Flüchtlingen beitragen sollen.

= Selten war ich so stolz darauf, mit dem Fußball-Virus infiziert zu sein:  Nach dem Attentat in Paris spielten die Franzosen gegen England im Wembley-Stadion. Als dort 70.000 Zuschauer die Marseillaise sangen,  wurde mir warm ums Herz (und ich war den Tränen nah).

= „Die Mädchen vom Bolzplatz haben einen Traum.  Eine richtige Nationalmannschaft der Frauen kann Tibet nicht haben.  Aber das Fußball-Team von jungen Exil-Tibeterinnen, das von einer Amerkanerin trainiert wird, ist ziemlich nahe dran.  In Sachen Stolz sowieso.“  (Fabian Weiss)

 

Auf Ihre Gesundheit !

= Heute morgen habe ich in der Bäckerei eine Verkäuferin angemotzt, weil sie meine Brötchen mit der Hand anfasste: „Das ist total unhygienisch !“  Die Dame zeigte mir daraufhin eine Bestätigung vom Gesundheitsamt, daß von Geldscheinen oder Münzen keine schädlichen Keime übertragen werden.  Absurd !!  Wie alle Menschen schwitzen auch Verkäuferinnen – an den Händen, auf der Stirn und unter den Achselhöhlen und genau da fassen sie sich unbewusst hin, wenn sie schwitzen; sie fassen die Kassenschublade und das Brotregal und das Geld u.a.m. genau so mit ihren Händen an, wie die Käsescheiben, die sie auf das bestellte Sandwich legen.  Und das alles soll hygienisch sein ?

Soeben lese ich in einer Fachzeitschrift, daß laut einer Studie von britischen Wissenschaftlern beim Händeschütteln jede Menge Keime übertragen werden.

Wenn wir schon mal bei diesem Thema sind, hier noch ein paar Tips:

  •  Vor dem Kochen Hände waschen und mit einem sauberen Tuch abtrocknen.
  • Gemüse, rohes Fleisch oder Fisch nie mit demselben Messer schneiden; dabei können Salmonellen übertragen werden.
  • Tiefgefrorenes auf einem Sieb auftauen, nie in der Flüssigkeit liegen lassen.
  • Geflügel und Schweinefleisch immer gut durchgaren oder durchbraten.
  • Lappen und Küchenschwamm regelmäßig wechseln oder solche kaufen, die bei 60 Grad waschbar sind.

= Verwenden Sie zum Braten und für das Salatdressing gesunde Fette wie Raps- oder Olivenöl; es gibt spezielles Brat-Olivenöl.  Sonnenblumenöl und Kokosfett sind nicht so gut.

=  Besser lauwarm trinken. Für Menschen, die rauchen oder regelmäßig Alkohol trinken, erhöhen sehr heiße Getränke das Risiko für Speiseröhrenkrebs deutlich.  Das geht aus einer Analyse der Daten von 500.000 Personen hervor, die im Fachmagazin Annals of Internal Medicine veröffentlicht wurde.  Bereits 2016 stufte die Internationale Agenur für Krebsforschung Heißgetränke mit einer Temperatur von mehr als 65 Grad generell als  „wahrscheinlich krebserregend“ ein.

= Stehen ist besser als sitzen. Gehen ist besser als stehen.  In einer Analyse von 46 Studien wurde festgestellt, daß beim Stehen neun Kilokalorien pro Stunde mehr verbraucht werden, als beim Sitzen. Das hilft nicht nur beim Abspecken, sondern senkt auch das Risiko für Herzinfarkt oder Typ-2-Diabetes.

 

Nikolausgedicht !!!

Gedicht der Frau:

Müde bin ich,  geh zur Ruh,  mache meine Augen zu.

Lieber Nikolaus, bevor ich schlaf,  bitte ich dich noch um was.

Schick mir mal `nen netten Mann,  der auch wirklich alles kann.

Der mir Komplimente macht,  nicht über meinen Hintern lacht,

mich stets nur auf Händen trägt,  sich Geburtstage einprägt,

Sex nur will,  wenn ich grad mag und mich liebt wie am ersten Tag.

Soll die Füße mir massieren und mich schick zum Essen führen.

Er soll treu und zärtlich sein und mein bester Freund obendrein.

Gedicht des Mannes:

Lieber Nikolaus,

schicke mir eine taubstumme Nymphomanin, die einen Getränkehandel besitzt

und Jahreskarten fürs Fußballstadion.  Und es ist mir scheißegal,

daß sich das nicht reimt.

 

Ich liebe Europa !

Was müssen wir tun, um Europa weiter voranzubringen ?

1. Das bereits beschlossene Pilotprogramm für militärische Forschung und für einen europäischen Verteidigungsfonds ist auf den Weg gebracht.  Dann müssen europäische Verteidigungskapazitäten aufgebaut und die Waffensysteme vereinheitlicht werden.  Wenn diese Waffen auch noch gemeinsam beschafft werden, ergeben sich erhebliche Einsparpotenziale.  Der vor etwa zwei Jahren beschlossene Aufbau eines gemeinsamen Planungs- und Führungsstabes ist für Ausbildungseinsätze zuständig.

Eine logische und zwingende Konsequenz ist dann die vom französischen Präsidenten vorgeschlagene europäische Verteidigungsgemeinschaft, die  zunächst Mitglied der Nato bleibt, um dann in nicht zu ferner Zukunft ein eigenständiger Partner der  Nato zu werden.

Die USA haben nicht nur in Korea und Vietnam sondern auch vor der Haustür Europas in Lybien, Irak und Syrien bewiesen, daß sie aus wirtschaftlichen und machtpolitischen Gründen zu aggressiven Kriegshandlungen bereit sind und daß sie dabei die Interessen und die Sicherheit ihrer europäischen Verbündeten außer Acht lassen.

Europa wird dann auch mit Russland, China und anderen Großmächten Verteidigungsbündnisse schließen.

2. Die Polizeien und Nachrichtendienste der EU-Länder müssen verstärkt und effektiv zusammenarbeiten – auch zur Bekämpfung terroristischer Angriffe.

3. Wir brauchen dringend eine europäische Digitalunion (europäische Cloud).

4. Der Euro ist zentraler Bestandteil des Weltwährungssystems und gewinnt langsam aber stetig und weltweit an Bedeutung.  Die USA benutzen die Weltleitwährung Dollar auch zu politischen und teilweise erpresserischen Maßnahmen, wie jetzt der Fall Iran zeigt.  Deshalb und natürlich zur Absicherung unserer weltweiten wirtschaftlichen Aktivitäten müßen wir den Euro hegen und pflegen und stark machen.

5. Das sogenannte Bailout-Verbot verhindert, daß Staaten für die Schulden anderer Staaten haften.  Das muss so lange gelten, bis aus der EU die Vereinigten Staaten von Europa mit einer Fiskalunion geworden sind.

6. Die weltweite wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit Europas ist nicht alles  –  aber ohne sie ist alles nichts.  Europa hat gute Chancen, in den nächsten Jahrzehnten mit Nordamerika, China, Japan und Asien und irgndwann Afrika und Südamerika zu konkurrieren.  Das wird kein Selbstläufer. Da wir unsere vorbildliche Soziale Marktwirtschaft beibehalten und finanzieren wollen, sind Bürokratieabbau, Senkung der Unternehmenssteuern, High-Tec-Entwicklung und ein deutlich verbessertes Schulsystem erforderlich.

Im 1957 geschlossenen Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft heißt es:  „Entschlossen, durch gemeinsames Handeln den wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt ihrer Länder zu sichern.“  Darauf kommt es an !!!

 

 

Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa über Kapitalismus

„Die Demokratie an sich – das heißt das politische System, das der Gesellschaft erwiesenermaßen ihre größten Errungenschaften  beschert hat:  Unterdrückung von Gewalt, friedliche Regierungswechsel, Zusammenleben in Vielfalt und die besten Kontrollmechanismen gegen Machtmißbrauch – ist untrennbar verbunden mit dem auf Werten wie Privateigentum beruhenden Kapitalismus.

Der Kapitalismus hat die Gesellschaft von der Sklaverei und Unterdrückung des feudalen Systems befreit, das die Mehrheit der Menchen zu von morgens bis abends schuftenden Arbeitstieren erniedrigte, ohne Rechte, Würde oder Lohn, von den Feudalherren oft unbarmherziger behandelt als ihre Pferde oder Hunde.  Das Leben wurde humaner mit dem Aufkommen von unabhängigen Betrieben, privaten Händlern, der Entwicklung modernen Städte, einem System von privatem Eigentum, Freihandel und offenen Märkten.  Ohne all das wären die Ideen vom selbstbestimmten Individuum, vom Recht eines jeden einzelnen und der Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetz nie entstanden.  Errungenschaften, die sich in diesem einzigen Wort  F r e i h e i t  erfassen lassen  –  ein Begriff, der politische, wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Chancen eröffnete, Veränderungen bewirkte und Werte schuf, die der Menschheit einen Fortschritt bescherten, wie ihn sich unsere Vorfahren niemals hätten träumen lassen.

In Asien und Lateinamerika scheint der Kapitalismus ganz und gar nicht ausgedient zu haben.  Im Gegenteil:  in jenen Regionen der Welt präsentiert er sich kraftstrotzender und zuversichtlicher den je.  Indien, Südkorea, Taiwan, China, Singapur, Indonesien, Malaysia und Südafrika glänzen mit boomenden Wirtschaften, tatkräftigen Privatunternehmen und zahlreichen Investitionen aus aller Welt, die dort Arbeitsplätze schaffen und  eine Mittelschicht heranwachsen lassen.

Das Panorama in Lateinamerika stellt sich nicht minder vielversprechend dar für jemanden, der wie ich daran glaubt, daß nur ein System der freien Unternehmen, des privaten Eigentums. offener Märkte und politischer Freiheit befähigt ist, Elend, Hunger und Ausbeutung ein Ende zu setzen und Gesellschaften zu schaffen, die echten Wohlstand bieten.  Unterdessen verkommt die kubanische Diktatur im Elend, populistische und pseudodemokratische Regime wie jene in Venezuela, Bolivien und Nicaragua lassen ihre Länder verarmen und in Korruption und Gewalt ersticken.

Im Laufe der Geschichte hat das System des freien Unternehmertums seine außergewöhnliche Fähigkeit bewiesen, sich zu erneuern und neu zu erfinden.  Es ist der Moment gekommen, diese Fähigkeiten erneut unter Beweis zu stellen, und zwar in den bekannten Schritten:

1. Es bedarf einer radikalen, aber konstruktiven Selbstkritik hinsichtlich der Ursachen dessen, was schiefläuft.  In diesem Fall handelt es sich dabei um das Wohlwollen und die Toleranz gegenüber jenen, welche die vom Gesetz des freien Marktes und Wettbewerbs festgelegten Spielregeln missachten.  Sie müssen deshalb verurteilt und einer Strafe zugeführt werden.

2. Es bedarf der Zielsetzung und nie nachlassenden Anstrengung, das System wieder auf die ethischen Prinzipien zurückzuführen, die allein ihm seine Rechtfertigung verleihen.  Das heißt, wir sollten die Idee hochhalten, daß der Kapitalismus mehr noch als ein Wirtschaftssystem mit bestimmten Regeln eine auf  Werte begründete Kultur ist – bestehend aus Freiheit, Recht und Gesetz – , die das Leben der Menschen sowohl auf materieller Ebene als auch in puncto Würde, Mitgefühl, Chancen, Achtung vor dem Nächsten, Solidarität und Barmherzigkeit vorangebracht haben.

Wir stehen vor einer schwierigen, aber nicht unlösbaren Aufgabe.  Die Erkennntnis, daß das System, für das wir eintreten, trotz seiner Unzulänglichkeiten immer noch besser ist als alle, die bisher versucht haben, es zu ersetzen mit dem Versprechen, das Paradies auf Erden zu schaffen, während sie den Gesellschaften, die sie in ihren Bann zogen, eher die Hölle auf Erden bescherten, sollte uns ermutigen, diese Aufgabe in Angriff zu nehmen.  Geben wir der politischen Demokratie und der politischen Freiheit ihr moralisches Gewissen zurück, das sie in den besten Momenten ihrer Geschichte besassen.  Zu jenen Zeiten nämlich, als Fortschritt  u n d  Kultur ihre größten Erfolge feierten.

Papst Franziskus ist ein Mann der klaren Botschaft:  „Diese Wirtschaft tötet.“ Mit einem einzigen Satz spricht der Papst aus, was sich Millionen von Menschen denken:  Die Reichen werden immer reicher, während die Ärmsten der Armen vor die Hunde gehen.  Das sei laut gängiger Meinung auch keine Laune der Natur, sondern das Naturgesetz einer heillos ungerechten Spielanordnung, die auf allen Teilen der Erde ihr Unwesen treibe.  Ob man diese Wirtschaft nun Kapitalismus oder freie Marktwirtschaft nennt, ist eine Geschmacksfrage, die am vernichtenden Befund nichtas ändert:  Jene, die schon alles haben, stopfen sich immer mehr die Taschen voll, während es Abermillionen von Menschen am Nötigsten fehlt.  Weil der Überfluss der wenigen seit Generationen in den Entwicklungsländern zusammengestohlen wird.  Wer das für billige Antikapitalismuspolemik linker Obskuranten hält, dürfte schon länger keine wirtschaftspolitischen Diskussionen mit Freunden und Bekannten geführt haben.  Andernfalls wäre klar, daß sich Papst Franziskus` Kapitalismuskritik mittlerweile in den verbliebenen Salons des wohlhabenden Bürgertums etabliert hat.  Sich gegen Kapitalismus und seinen „Fetisch Wachstum“ auszusprechen, ist ebenso chic wie das Beklagen des angeblich von den Geldgebern kaputtgesparten Griechenlands.  Gefolgt vom flammenden Appell, daß „wir“ endlich aufwachen müssen, bevor Mutter Erde erbarmungslos zurückschlagen wird.

„Diese Wirtschaft“ tötet nicht, sie löst die Probleme von Millionen von Verbrauchern in allen Teilen der Welt.  Nicht zuletzt jene der weniger begüterten Menschen.  Es sind nicht gemeinwohlorientierte Genossenschaften, die den ressourcenschonenden Gemeinschaftskonsum möglich machen, sondern die nach Profit strebenden neuen wie eingesessenen Anbieter der Marktwirtschaft.  Auch wenn sich diese Erkenntnis nicht für ein „Evangelii Gaudium“ zu eignen scheint.  Schade eigentlich.“

 

Im Land Absurdistan

=  Schlagzeile in einer großen Tageszeitung:  „So haben wir das nicht gewollt.  S i e  putzt, kauft ein und organisiert.  Er macht nichts.  So sieht der Alltag vieler Paare heute noch aus, obwohl die fünfziger Jahre lang vorbei sind.  Warum nehmen Frauen diese Ungerechtigkeit bloß so oft hin ?  Anke Schipp und Lucia Schmidt suchen Antworten.“

=  Linke Wahrnehmungsstörungen.  Franziska Augstein in der Süddeutschen Zeitung:  „Im wilden Osten.  Als die DDR und die Bundesrepublik vereinigt waren, galt es, die Zukunft der ostdeutschen Staatsbetriebe zu regeln.  Die Treuhandanstalt wurde gegründet.  Sie brachte den Leuten bei, wie es sich anfühlt, ohnmächtig zu sein.  Ihr spätes Erbe sind Rassismus und Nationalismus.“

=  „Wenn Papa zahlen kann.  Akademikerkinder zieht es viel häufiger im Studium in die Ferne.  Experten fordern nun eine „Auslandsgarantie“ für alle.“  (Süddeutsche Zeitung)

=  Malu Dreyer:  „Wir brauchen  P a r i t ä t  von Männern und Frauen in  a l l e n  Positionen, die mit  M a c h t  und  E i n f l u s s  ausgestattet sind.  2018 ist Zeit für halbe-halbe.  Das verlangt der Gleichstellungsauftrag des Grundgesetzes.“   (Zwei Fragen dazu:  1. Parität nur bei bei Positionen mit Macht und Einfluss oder auch bei Fensterputzern, Anstreichern, Fernfahrern u.ä.m.  2. Falls z.B. in der CDU nur 20 Prozent der Mitglieder Frauen sind, sollen trotzdem 50 Prozent der Bundestagsabgeordneten und Minister Frauen sein ?)

= Wie stellt sich Klein-Fritzchen und Frau Larissa Holzki von der Süddeutschen Zeitung Personal-Entscheidungen in größeren Unternehmen vor ?  Frau Holzki schreibt:  „Wo ist die Niete hin ?  Sie ist jetzt Chef.  Eine gängige Praxis in vielen Unternehmen.  In vielen Unternehmen etablieren konfliktscheue Vorgesetzte die reinsten Elefantenfriedhöfe.  Mächtige haben  m e i s t e n s  ein Interesse dara, alles beizubehalten, wie es ist.“

=  Deutschlands unseriöseste Zeitschrift (Focus-Money) ist absolut schmerzfrei, stellt seit Jahren völlig abwegige Untergangsszenarien in den Raum, prognostiziert immer wieder rasante Crashs am Aktienmarkt und empfiehlt gleichzeitig den Kauf von Gold.  So auch in der vergangenen Woche mit Riesenschlagzeilen: „Wir befinden uns mitten im Crash.“  „Wir  haben eine Alles-Blase. Nur Gold ist die ultimative Währung für Anleger.“  Wenn ich mich richtig erinnere, hatte Focus-Money schon für das Jahr 2014  einen Goldpreis von 5000 Dollar prognostiziert – eine kleine Überschätzung von 400 Prozent.  Natürlich kann es am Aktienmarkt auch mal richtig crashen und der Goldpreis dann extrem steigen.  Aber die Methode von Focus-Money ist einfach unseriös.

=  „Wandernder Abschwung:  Deutschlands Wirtschaft geht es prächtig.  Einigen Nachbarn wird das wohl zum Verhängnis.   W  e  i  l   die Deutschen sich gesund gespart haben, ist eine Reihe von Ländern nicht mehr wettbewerbsfähig.“   (WELT)   (Das heißt im Umkehrschluss:  Wenn die Deutschen nach der Finanzkrise ihre Schulden drastisch ausgebaut hätten, dann wären Griechenland und Italien jetzt wettbewerbsfähiger !!)

=  „Die Gewerkschaft Verdi fordert, allen Arbeitgebern die sogenannte sachgrundlose Befristung von Arbeitsverträgen zu verbieten. Gleichzeitig arbeitet der Verdi-eigene Bildungsträger DAA  (Deutsche Angestellten-Akademie) bei   a l l e n   Neueinstellungen von pädagogischen Mitarbeitern mit befristeten Verträgen.“  (Steffen Hering)

=  „Rechts und links in der Sackgasse.  Ist eine Vorliebe für Fachwerk und Satteldach ein Hinweis auf faschistoide Tendenzen ?  Über eine verstörend hysterische Architekturdebatte.“  (S.Z.)

=  Kein Witz  !!   Die Süddeutsche Zeitung auf der Titelseite mit der Schlagzeile:  „Künstlerisch interessierte Ärzte verstehen Patienten besser.“

 

An den Dichter Pi Su Yao

Wir haben Talent.  Man nennt uns die führenden Dichter der Gegenwart.  Schade,

unsere Häuser sind dürftig, unser Erfolg trivial.  Hungrig und schlecht gekleidet

strafen uns unsere Frauen mit Verachtung.  In der Mitte des Lebens sind unsere Gesichter runzlig.

Wer kümmert sich um uns und um unsere Sorgen ?  Wir sind unser eigenes Publikum, jeder

lobt die literarischen Qualitäten des anderen.  Unsere Namen werden genannt zusammen

mit denen großer Toter.  Wir trösten uns gegenseitig.  Bestimmt werden wir Nachfolger finden.

Von Du Fu  (FAZ)