Ist unsere Demokratie in Gefahr ?

Heute lese ich in der Zeitung, dass schon wieder ein Bürgermeister angekündigt hat, nicht mehr für sein Amt zu kandidieren, weil er und seine Familie massiv bedroht werden. Vor ein paar Tagen wurde gemeldet, dass der Mitgliederschwund bei der CDU und der SPD dramatische Ausmaße angenommen hat. Im Jahr 2019 gab es 1300 politisch motivierte Straftaten gegen Politiker – davon 450 rechts und 250 links motiviert. Ein Polizeichef kritisiert die AfD-Hetze im Internet und wird daraufhin mit dem Tode bedroht.

Es sind nicht nur unwissende Primitivlinge, die unsere Politiker beschimpfen und diffamieren, sondern Selbstdarsteller wie Thilo Sarrazin und Radikale von links und rechts und große Teile der Medien und auch „gebildete“ Zeitgenossen; Beispiele:

  • „Aus Erfahrungen haben die Politiker nichts gelernt, daher pflegen sie eine profilneurotische Wirkungsweise, Politik genannt, für deren Ausgang und Fehler sie ohnehin keine Verantwortung übernehmen.“ (FAZ-Leserbrief)
  • „Wie kommen Sie dazu, zu behaupten, die Parteien hätten zu unserem Glück beigetragen ? Und sie hätten uns gefüttert ? Hier kommt schlimmstes Obrigkeitsdenken zum Vorschein. In Wahrheit ist doch genau das Gegenteil der Fall. Alles, was die Deutschen erreicht haben, haben sie sich selbst erarbeitet, und zwar gegen die Parteien.“ (FAZ-Leserbrief)
  • „Das Steuerecht folgt den Interessen der Parteien, die sich schamlos am Steuertopf bedienen. Die Reserven der Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung werden zugunsten unfinanzierbarer Wahlversprechen geplündert.“ (Dr. Wolfgang Lauth)

Auf die notorische antipolitische Hetze vieler scheinbarer Qualitätsmedien habe ich mehrfach hingewiesen; zwei Großjournalisten muss ich nochmals erwähnen:

  • Michael Stürmer in der WELT mit der Schlagzeile: „Wie verlogen ist Politik ? Der Geldschmelze folgt, wenn das 20. Jahrhundert etwas lehrt, die Kernschmelze der Politik.“ (Kommentar: Großer Journalist – Große Aussage – Keine Geldschmelze – Vielleicht Gehirnschmelze bei Stürmer ?)
  • Und der sattsam bekannte Ulrich Wickert muss sein Buch mit dem Titel „Gauner muss man Gauner nennen“ verkaufen und bewirbt es so: „Aus purem Populismus sagen Politiker den Bürgern nicht die Wahrheit.“
  • Eine gewisse Marina Weissband darf bei Maybritt Illner absondern: „Jeder hat den Eindruck, dass man in der Politik nur noch durch Korruption weiterkommt, daß im Prinzip kein hochrangiger Politiker eine saubere Weste hat.“

Liebe Leser, die folgende Schlagzeile aus der ZEIT verdeutlicht die inkompetente und verlogene Hetze gegen die Politik: „Der Niedergang von Thyssenkrupp ist nur Sinnbild eines Landes, in dem Politik und große Unternehmen zentrale Zukunftsfragen liegen gelassen haben.“ Die ZEIT pickt sich aus den tausenden erfolgreichen deutschen Unternehmen (davon 500 Weltmarktführer) eines heraus, das wegen der Krise der Stahlindustrie und wegen einiger Management-Fehler Probleme hat und macht dafür die Politik verantwortlich !!! Kann man daraus schließen, dass die Politik auch für die großartigen Erfolge der anderen Unternehmen verantwortlich ist ?

Das Ehepaar Ulrike und Clemens Binninger zieht sich nach 15 Jahren hauptamtlicher Tätigkeit aus der Politik zurück. Clemens Binninger sagt dazu: „Politik und ein erfülltes Privatleben schließen sich nicht grundsätzlich aus, aber die Politik lässt einem sehr wenig private Zeit. Ein freies Wochenende haben wir einmal im Quartal. Das ist alles in Ordnung, aber nach 15 Jahren ist es auch mal gut.“ Und der Bundestagsabgeordnete Franke sagt zum gleichen Thema: „Wir haben den größten Teil des Jahres eine Sieben-Tage-Woche, volle Düse. In den Sitzungswochen bin ich von Montag bis Freitag in Berlin, gehe morgens um halb neun ins Büro und bleibe regelmäßig bis abends um zehn. Oder abends ist noch eine Veranstaltung, dann wird es später. Am Wochenende geht es für mich als Direktabgeordneten weiter. Mein Wahlkreis in Hessen ist sehr groß. Oft habe ich Freitagabend noch Termine, Samstag und Sonntag ebenfalls, und Sonntagabend geht es wieder nach Berlin. Immerhin frühstücke ich sonntags lange mit meiner jüngeren Tochter, die noch zur Schiule geht; ich bin alleinerziehender Vater, weil meine Frau vor zweieinhalb Jahren gestorben ist.“

Ich bin mit der Arbeit unserer Bundesregierung sehr zufrieden, weil sie das Soziale immer weiter stärkt und gleichzeitig der deutschen Wirtschaft genug Freiräume lässt und sie mit zahlreichen internationalen Abkommen unterstützt. Deutschland gehört zu den sichersten Ländern der Welt. Die Migration wird zunehmend geordnet und begrenzt. Kriminelle Ausländer werden abgeschoben. Ein einmaliges Wohnungsbauprogramm wurde aufgelegt. Die Digitalisierung der Verwaltung schreitet voran. Das friedliche Miteinander der Religionsgemeinschaften wird gefördert. Griechenland und Portugal u.a. wurden nach der Finanzkrise gerettet. Pflegereform, Gesundheitsreform, Facharbeitereinwanderungsgesetz, Asylverfahren werden beschleunigt, Pflegereform, Förderung von Kindertagesstätten und und und……. Deutschland ist eines der führenden Länder bei der Entwicklungshilfe und hat in den letzten Jahren bei einigen internationalen Konflikten erfolgreich vermittelt. Deutschland hat über 44 Millionen sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse und trotz einer leichten Krise wenig Arbeitslose. Wir sind das einzige größere Industrieland, dass seine Schulden in den letzten zehn Jahren deutlich gesenkt hat.

Deutschland geniesst auf der ganzen Welt Respekt. Die Leistungen unserer Wirtschaft und auch die unserer Politiker werden bewundert.

Auf die Gefahr hin, dass ich mich bei einigen Weltbuerger-Lesern unbeliebt mache: Ich schätze die Arbeit unserer Bundeskanzlerin sehr; so denken auch:

  • Wolfgang Kaup/Leserbrief FAZ: „Die Kanzlerin hat ihren Kredit verbraucht ? Was für eine Fehleinschätzung. Genau das Gegenteil ist richtig. Denn Merkels Scheck ist gedeckt: wirtschaftlich, politisch, moralisch. Unsere Kanzlerin ist eine feste Größe, um die wir in der Welt beneidet werden.“
  • Dr. Boje Maassen/Leserbrief FAZ: „Nicht die starke Wirtschaft, nicht die wissenschaftlichen oder sportlichen Erfolge waren bisher die überzeugende Antithese zu Hitler-Deutschland, sondern diese Entscheidung (die Flüchtlinge ins Land zu lassen) war es, die es auch uns erlaubt, uns als Teil der Menschheit zu fühlen. Das Unrecht ist damit nicht beseitigt, aber vielleicht verziehen – und das wäre sehr viel. Deswegen habe ich absolut kein Verständnis für die gegenwärtige, ständig anschwellende Demontage von Angela Merkel.“
  • Susan Vahabzadeh: „An Angela Merkel wird jeder gemessen werden, der ihr nachfolgt. Dass sie immer über allem stand, auf keine Beleidigung reagierte und ihrerseits nie jemanden auf unziemliche Weise angegriffen hat, das hat einfach Klasse. Angela Merkel hat es geschafft, 19 Jahre lang am Stück nie aus der Rolle zu fallen. Auch das ist eine Kunst.“

Liebe Leser, ich wiederhole meine herzliche Bitte: Treten Sie einer der demokratischen Parteien bei (CDU/CSU – SPD – FDP – Grüne) und stärken Sie unsere Demokratie !

 

Der Kapitalismus ist schlecht – Was ist besser ?

Ganze zwölf Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass unser Wirtschaftssystem ihnen nützt und 55 Prozent sagen, dass der Kapitalismus in seiner aktuellen Ausprägung schädlich ist. 77 Prozent sind skeptisch, was ihre eigene wirtschaftliche Zukunft betrifft.

Offensichtlich haben die antikapitalistischen Kampagnen des paritätischen Wohlfahrtsverbands oder der Süddeutschen Zeitung oder sogenannter Experten Erfolg. Der Wohlfahrtsverband kommt regelmäßig mit einer mit Obdachlosen bebilderten“Studie“ und behauptet: „Deutschland ist armutspolitisch eine tief zerklüftete Republik, in der die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden.“ Und so rechnet der Verband: Wenn sich das Einkommen der „Armen“ von z.B. 30.000,- Euro auf 60.000,- Euro verdoppelt und sich das Einkommen der „Reichen“ ebenfalls von z.B. 80.000,– auf 160.000,- Euro verdoppelt, dann haben die „Armen“ zwar einhundert Prozent mehr – aber weil der Abstand zu den Reichen steigt, vergrößert sich die Armut. Verdoppeln sich in einem Land alle Einkommen, bleibt die Armut gleich. Das ist natürlich absurd und verlogen.

Amtliche Daten zeigen, dass über vier Prozent unserer Bevölkerung in ärmlichen Verhältnissen leben und dass dieser Wert seit zehn Jahren fällt. Auch die viel kritisierten Hartz-Reformen haben die soziale Kluft verringert.

Die linke Propaganda spricht auch ständig von drastisch steigender Altersarmut. Das Statistische Bundesamt hat aufgrund konkreter Zahlen festgestellt, dass noch 2,4 Prozent der deutschen Ruheständler in armen Verhältnissen leben – mit sinkender Tendenz. Auch die Süddeutsche Zeitung hat jahrelang von steigender Altersarmut schwabuliert; und dann plötzlich den Spiess rumgedreht: „Ungerechte Wohltaten. Die Politik verhätschelt gut versorgte Alte – statt sich um die bedürftigen Jungen zu kümmern.“

Für die Linkspartei gehört es zum Geschäftsmodell, das Vertrauen in unseren Sozialstaat zu erschüttern; aber auch andere Medien und sogar die Deutsche Presseagentur machen fleißig mit: In Übereinstimmung mit der Linkspartei meldet die DPA, dass fast sechs Millionen ältere Menschen von Armut bedroht seien. Laut Eurostat leben 404.000 Ruheständler in objektiv armen Verhältnissen – auch hier sinken diese Zahlen von Jahr zu Jahr.

Die Linkspartei und der Wohlfahrtsverband werden vom Politologen Butterwege mit der folgenden aberwitzigen Behauptung in den Schatten gestellt: „Die seelischen Verheerungen von Harzt IV sind mit den beiden Weltkriegen zu vergleichen.“

Der Freiburger Ökonom und Wirtschaftsweise Lars Feld: „Deutschland ist in einer hervorragenden wirtschaftlichen Verfassung. Die Flüchtlingskrise stellt keine existenzielle Gefahr für die Wirtschaft oder die Öffentlichen Haushalte dar. Die Arbeitslosigkeit sinkt deutlich und Löhne und Gehälter gehen nach oben. Die öffentlichen Finanzen sind auch wegen der Niedrigzinsen solide.“

In der „Financial Times“ wurde der sogenannte GINI-Koeffizient, der die weltweite Ungleichheit misst, veröffentlicht. Bei den großen Industrieländern weist Deutschland dabei die geringste Ungleichheit auf; Frankreich liegt an zweiter Stelle, Japan an sechster, Großbritannien an neunter und die USA an zehnter Stelle.

Die globale Armut ist immer noch viel zu hoch – aber auch hier hat sich vieles geändert. Schätzungen der Weltbank besagen, dass vor 200 Jahren 90 Prozent der Weltbevölkerung in absoluter Armut lebten, im Jahr 1970 waren es noch 60 Prozent und im Jahr 2011 noch 14 Prozent.

Deutschland kann auch stolz auf seine Soziale Marktwirtschaft sein, für die von den Arbeitnehmern und Arbeitgebern pro Jahr fast 1000 Milliarden Euro aufgewendet werden. Eine große Ungerechtigkeit ist auch bei uns noch nicht beseitigt – das ist die Chancenungerechtigkeit. Mangelnde Bildung, fehlende Disziplin, Gewalterfahrung, Drogen und Alkohol, Internet-Sucht u.v.a.m. sorgen dafür, dass die destruktiven Lebensverhältnisse vererbt werden. Auf dieses wichtige Thema komme ich zurück.

 

Die Welt ist ein Dorf

= Wir müssen Indien die Daumen drücken ! Nach einigen wirtschaftlichen Fortschritten in den letzten Jahren ist das ganze Land in Protestlaune. Die großen Gewerkschaften haben hunderte Millionen Bürger aktiviert und einen Generalstreik auf die Beine gestellt. Neu ist, dass auch Studenten und Filmstars und andere Promis dagegen protestieren, dass die Bürgerrechte zu Lasten der Muslime geändert werden sollen und dass dann die Hindunationalisten dringend notwendige Strukturreformen verhindern. Viele Unternehmen sind überschuldet. Die Ratingagenturen haben den Ausblick für Indien von „stabil“ auf „negativ“ gesenkt.

Die Zahl der Einwohner in Indien und China ist ungefähr gleich. Vor fünfzig Jahren waren beide Länder in einer ähnlich desolaten Verfassung. China ist nach Maos Tod den Weg des Staatskapitalismus gegangen und hat damit von niemandem für möglich gehaltene Erfolge. Die spannende Frage ist, ob Indien die Demokratie besser aufgeschoben und mit einer Autokratie ähnliche Erfolge wie China realisiert hätte.

= Kavon Hakimzadeh wurde im Iran geboren, floh als Kind vor den islamistischen Revolutionären in die USA und kommandiert heute das wichtigste Kriegsschiff in der Golfregion – einen US-Flugzeugträger.

= Hamburger Jung: Der an der Elbe geborene Peter Kadiru ist Sohn ghanaischer Einwanderer und gilt als deutsche Hoffnung im Schwergewichtsboxen.

= Singapur ist eine Oase der Sicherheit, des Fortschritts, des Wohlstands, der Bildung, der Rechtsstaatlichkeit und punktet in sozialstaatlicher Hinsicht. Das staatliche Wohnungsprogramm gilt als das beste der Welt und durch ein ausgeklügeltes Miet-Kauf-Finanzierungsprogramm können sich 90 Prozent der Einwohner eine Eigentumswohnung leisten.

= Jedes neugeborene Kind in Nigeria sollte personalrechtlich erfasst werden. Das verlangt das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen. Siebzehn Millionen Kinder unter fünf Jahren haben in dem westafrikanischen Land keine Geburtsdokumente erhalten und somit keinen Zugang zum Schul- und Gesundheitssystem. Für den Staat existieren sie nicht.

= Estland hat mit der Afrikanischen Union ein Abkommen zur digitalen Entwicklung unterzeichnet. Ein Mädchen in Tunesien kann mit Hilfe des Intenets als Buchhalterin in Europa arbeiten, von Tunesien aus.

 

Fußball ist sozial !

Jugendtrainer haben nicht nur den Auftrag, ihren Spielern das Fußballspielen beizubringen, sondern auch Respekt und soziale Kompetenz und das Ziel einer guten Berufsausbildung (nicht jeder kann Profi werden). Nach jedem Spiel hat man dem Gegner die Hand zu geben, egal ob man gewonnen oder verloren hat. Ein kluger Trainer stärkt das Selbstbewusstsein der ängstlichen oder schüchternen Spieler und bremst die Ego-Shooter ein – ganz nach meinem Lieblingsmotto: Der Starke beschützt den Schwachen. Die deutschen Fußball-Vereine verschaffen vielen tausend Kindern und Jugendlichen, die aus problematischen Familienverhältnissen kommen, die Chance auf ein geregeltes „normales“ Leben; oft wird diesen Jugendlichen von ihren Vereinen oder deren Sponsoren eine Lehrstelle vermittelt.

Tausende soziale und politische Initiativen gehen weltweit vom Fußball aus: So berichtet der Kicker, daß an Chelseas Stamford Bridge ein zwölf mal sieben Meter großes Wandgemälde als Mahnmal an jüdische Fußballer erinnern soll, die Opfer des Naziregimes wurden. Und Marc-André ter Stegen schaffte es in Spanien auf den Titel eines traditionellen Weihnachtsbuches, dessen Erlöse karitativen Zwecken zugutekommen.

 

Wäre ich dabei gewesen…..

wenn ich in Omaha in einer Familie aufgewachsen wäre, die mir von Kindesbeinen an die Minderwertigkeit und Gefährlichkeit der „Nigger“ vermittelt hätte – genau so wie meine Freunde bei den Boy-Scouts und der Pfarrer bei der sonntäglichen Predigt ? Hätte ich auch gelacht und mich gefreut ?

Ich bin fest davon überzeugt, dass die ererbten Gene keine Bedeutung haben. Ab der ersten Lebensminute werden wir von unserem Umfeld geprägt, vom Verhalten und sogar vom Geruch der Mutter, von Lärm, Streit, Gewalt, Warmherzig- und Geborgenheit, von den Verhältnissen in Kindergarten und Schule; bringt uns jemand bei, wie wir als Kind mit Konflikten und Widerspruch und Niederlagen umgehen ? Spätestens bis zur Pubertät ist die seelische und charakterliche und moralische Entwicklung abgeschlossen.

Haben die Philosophen mit ihrer folgenden Meinung recht: „Der Mensch ist mit Vernunft ausgestattet; er ist Leben, das sich seiner selbst bewußt ist. Er besitzt ein Bewußtsein seiner selbst, seiner Mitmenschen, seiner Vergangenheit und der Möglichkeiten seiner Zukunft. Dieses Bewußtsein seiner selbst als einer eigenständigen Größe, das Gewahrwerden dessen, daß er eine kurze Lebensspanne vor sich hat, daß er ohne seinen Willen geboren wurde und gegen seinen Willen sterben wird, daß er vor denen, die er liebt, sterben wird (oder sie vor ihm), daß er allein und abgesondert und den Kräften der Natur und der Gesellschaft hilflos ausgeliefert ist – all das macht seine abgesonderte, einsame Existenz zu einem unerträglichen Gefängnis. Er würde dem Wahnsinn verfallen, wenn er sich nicht aus diesem Gefängnis befreien könnte – wenn er nicht in irgendeiner Form seine Hände nach anderen Menschen ausstrecken und sich mit der Welt außerhalb seiner selbst vereinigen könnte.“ Kommentar: Also würde der junge Mann in Omaha, der nicht abgesondert dem Gefängnis der Einsamkeit ausgeliefert sein will, keine andere Wahl haben, als mitzumachen ? Wenn man diese Frage noch einige moralische Stufen tiefer legt, kommt man unweigerlich auf den deutschen Judenmord.

Über Konfuzius liest man: „Wie bei Sokrates ist auch bei Konfuzius die Erkenntnis des Guten der erste Schritt zur Sittlichkeit. Jeder stellt Ansprüche an den Staat, an den Fürsten oder an die Gesellschaft. Wichtig ist jedoch die Gegenseitigkeit. Pflicht eines jeden ist, mit der Bestätigung der Sittlichkeit bei sich selbst anzufangen, nicht an andere Ansprüche zu stellen, sondern an sich selbst, und das Ideal durch Selbsterziehung zu erreichen.“ Meine Frage an Konfuzius wäre: „Kann man diese Pflicht auch jemandem abverlangen, der von Kindesbeinen an mit brutaler rassistischer Ideologie indoktriniert wurde ? „

Wir Menschen sind zu allem fähig. Lange habe ich geglaubt, wir Deutsche hätten aus dem Massenmord an den Juden gelernt und eine Wiederholung sei völlig ausgeschlossen. Nach der Wiedergeburt des Nationalismus und des Rassismus glaube ich das nicht mehr.

 

Europa ist unsere Zukunft

„Wir müssen selbst über unsere Zukunft entscheiden und brauchen als Europäer mehr Souveränität. Dafür müssen wir kämpfen und jede Generation muss sich auf ihre eigene Art und Weise einbringen. Zwischen unseren Völkern müssen alle Generationen einander immer wieder aufs Neue die Hand reichen und ihre Zurückhaltungen und Hemmnisse überwinden.

Am 5. September 1914 starb der französische Philosoph und Dichter Charles Péguy durch einen Kopfschuss auf dem Schlachtfeld in Villeroy, als er seine Kompanie zum Angriff führte. Der Legende nach soll er wenige Tage zuvor aus der Ferne von dem jungen deutschen Dichter Ernst Stadler, der in Colmar geboren wurde, erkannt worden sein. Ernst Stadler hatte die Gedichte von Péguy ins Deutsche übersetzt. Der junge Deutsche ließ Péguy eine Nachricht zukommen, die dieser auch nach stundenlangem Bemühen nicht entziffern konnte. Er soll darauf geantwortet haben: „Werter Freund, ich verstehe Ihre Worte nicht, aber ich liebe Sie.“ Am 30. Oktober 1914 fiel Ernst Stadler inYpres. Er war 31 Jahre jung. Und genau darin liegt unsere Geschichte: In diesen Tragödien, geprägt von Hoffnung und Verbundenheit.

Kurz vor seinem Tod hatte Ernst Stadler seinen Band „Der Aufbruch“ herausgebracht, in dem diese Verse voller Menschlichkeit zu lesen sind:

„Vielleicht würden uns am Abend Siegesmärsche umstreichen, vielleicht lägen wir irgendwo ausgestreckt unter Leichen. Aber vor dem Erraffen und vor dem Versinken würden unsre Augen sich an Welt und Sonne satt und glühend trinken.“

Und damit auch unsre Augen sich an Welt und Sonne satt und glühend trinken können, haben unsere Vorfahren ihr Leben geopfert. Ja, es stimmt, dass Europa nicht immer in allem ein Vorbild ist. Aber heute zeigt Europa der Welt, wozu die Menschheit imstande ist, wenn die Hoffnung stärker als das Verhängnis ist, wenn die Freundschaft zwischen den Völkern stärker als der kriegerische Wahn ist, wenn wir entscheiden, dass morgen besser als gestern sein wird.“ (Fundstück)

 

Sparschwein

Liebe Leser, zur Zeit sind die Möglichkeiten für Häuslebauer so günstig wie nie zuvor. Schon für ein Prozent können Sie ihre Eigentumswohnung oder ein Haus finanzieren; wenn Sie einen festen Job mit einem guten Gehalt haben, dann püfen Sie die diversen Angebote; bei manchen Anbietern geht es sogar ohne Eigenkapital.

Ansonsten gibt es jetzt und auf absehbare Zeit nur eine Empfehlung: Aktien! Allen Krisen und allem Krisengerede zum Trotz wird die Weltwirtschaft weiter wachsen. Die Weltbevölkerung nimmt weiterhin deutlich zu. Die technologische Entwicklung wird in den Entwicklungsländern für hohe Zuwachsraten sorgen. Und Krisen wie im Nahen Osten oder durch den Handelskrieg können zwar immer wieder für Rückschläge sorgen, aber sehr große und solide finanzierte Unternehmen haben schon zwei Weltkriege überstanden und stehen heute besser da, als je zuvor. Deshalb plädiere ich bei einer langfristigen Geldanlage für große weltweit tätige Unternehmen, die eine gute Dividendenrendite haben und deren Aktienkurs sich langsam aber stetig nach oben bewegt. Bitte denken Sie immer an die Gebühren und Kosten, bei denen Sie auf lange Sicht bei einer Direktbank einige tausend Euro einsparen können und denken Sie daran, dass es steuerbegünstigte Aktiensparpläne gibt. Meine Empfehlungen:

  • Die großen Energiekonzerne sind z.Zt. sehr preiswert, weil wir Angst davor haben, dass in einigen Jahren wegen der E-Mobilität kein Öl mehr gebraucht wird. E-Autos werden vor allem in den entwickelten Ländern stark zunehmen, aber wegen der stark anwachsenden Weltbevölkerung werden in zwanzig Jahren nach meiner Einschätzung mindestens so viel Benziner auf der Welt fahren wie heute. Außerdem haben die folgenden Konzerne schon lange begonnen, andere Geschäftsfelder zu beackern: BP macht einen Umsatz von 270 Milliarden Euro, ist sehr gut kapitalisiert und zahlt eine Dividende von 6,4 Prozent und der Konkurrent Royal Dutch hat 150 Milliarden Euro Cash-Bestand, hat vor Jahren British Gas übernommen und zahlt eine Dividende von 6,3 Prozent. Der spanische Konzern Repsol produziert und vertreibt erneuerbare Energien und Öl und Gas und diversifiziert in Verpackungskunststoffe und in Med-Tec und hat große Niederlassungen in Bolivien und USA; die Aktie ist mit einem KGV von 7,6 sehr preiswert und wirft eine Rendite von 6,8 Prozent ab.
  • Nach wie vor vermute ich, dass die großen Banken in Europa sich erholen werden; die Dividendenrenditen von z.B. ING bzw. Societè Generale sind sehr hoch !
  • Ein „gefallener Engel“: Die Autobranche hat harte Jahre hinter sich und auch noch vor sich; der französische Konzern Renault kann ein Lied davon singen – ist aber meines Erachtens viel zu hart abgestraft worden. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt bei 4,7 und ist extrem niedrig und die Dividende bringt eine Rendite von 8,2 Prozent! Auf Sicht von zwei Jahren kann der Kurs um über 50 Prozent zunehmen.
  • Die deutschen Industrieunternehmen werden z.Zt. aus verschiedenen Gründen abgestraft; davon sind auch sehr solide und m.E. auch in Zukunft erfolgreiche Firmen betroffen: Salzgitter, Dürr, Jungheinrich, Heidelberg Zement; auch hier könnten die Kurse in den nächsten zwei Jahren über 50 Prozent ansteigen.
  • Und schließlich meine Dauerempfehlungen: Allianz (Rendite 4,3 Prozent bei guten Kurschancen) und AXA (Rendite 5,6 Prozent bei sehr guten Kurschancen).

Meine Empfehlungen sind honorarfrei aber auch ohne Gewähr.

 

Thomas Bugnyar über das Sozialverhalten von Raben

Raben knüpfen auf ähnliche Weise Beziehungen wie wir Menschen. Sie schließen Freundschaften und Partnerschaften. Mit denen verbessern sie ihren Alltag. Das kann im netten Sinne sein, dass man sich zusammentut, aber auch, dass man zwischendurch andere betrügt. Raben versuchen nämlich nicht nur, Freunde zu gewinnen oder ihre eigenen Freundschaften stabil zu halten, sondern auch zu verhindern, dass andere Freundschaften knüpfen können. Sie mischen sich bei anderen ein. Das kennt man gut vom Menschen: Wir schauen nicht nur auf das, was uns selbst betrifft, sondern auch auf das, was andere machen, und versuchen dann, in unserem Sinn etwas zu ändern. Der Rabe hilft uns zu verstehen, warum gerade beim Menschen das Sozialverhalten, das taktische Vorgehen und Freundschaften-Schließen so wichtig ist.

Wenn zwei streiten, kommt ein Dritter, der den tröstet, der gerade verprügelt wurde. Das heißt, dass er gerade in der Not nett zu ihm ist. Man kann tatsächlich behaupten, dass Raben eine Art Einfühlungsvermögen haben; wir müssen das weiter erforschen. Ein Beispiel: Es gibt eine Prügelei. Der Verlierer versucht, zu entkommen – er setzt sich in die hinterste Ecke der Voliere und versteckt sich, lässt den Kopf hängen, plustert sich auf, ist manchmal auch körperlich verletzt. Unmittelbar nach der Prügelei kommt dann ein anderer Rabe, der nicht beteiligt war, setzt sich ganz nah an den Verprügelten und berührt ihn vorsichtig; wenn der das akzeptiert, fängt er an, ihn zu kraulen; meist wird der Nacken gekrault, weil der Rabe selbst dort nicht hinkommt. Nach ein paar Minuten entspannt sich der Getröstete, kommt zurück in die Gruppe und verhält sich wieder normal. Man kann definitiv sagen, welcher Rabe nach einer Prügelei kommt und tröstet: Das ist immer der beste Freund. Raben brauchen nicht viele enge Freunde, sondern ein paar, die richtig gut sind. Und diese Freundschaften halten auch durchaus lange.

Raben-Beziehungen brechen aber auch immer wieder auf, z.B. wenn es plötzlich einen absolut starken und sexy Typ gibt, verlässt man seinen Freund oder seine Freundin. Dann gibt es noch die Einmischung von anderen, wenn die keine Ruhe geben: Wenn zwei Raben zusammen sind und andere stören die Beziehung, suchen die beiden sich irgendwann einen anderen Partner – auch wegen unterschiedlicher Interessen. Umgelegt auf Menschen würde das heißen, dass einer lieber am Fußballplatz ist und der andere in der Disco.

Raben verhalten sich vorausschauend; sobald sich zwei Raben freundschaftlich annähern, fangen die anderen schon an, sich einzumischen. Das Interessante dabei ist, dass es wirklich um etwas geht, das die Zukunft betrifft: „Nein, ich mag nicht, dass du dieses oder jenes tust, weil das für mich später Folgen haben wird.“

Auffallend ist, wenn man nach der Erforschung der Raben wieder mit anderen Menschen zu tun hat oder in der Freizeit mit Freunden, dann bemerkt man schnell die gleichen Muster im Verhalten; das gilt auch für verschiedene Charaktere: Der eine ist der Boss, der andere ist zu allen nett, der nächste versucht es mit „Ach, ich bin so toll !“. Da gibt es Parallelen.

Der Rabe betrügt auch seine Artgenossen, indem keine oder falsche Informationen weitergegeben werden. Sie können zum Beispiel sehr gut verheimlichen, wenn irgendwo gutes Futter ist; das machen sie allerdings nicht oft, und wenn, sehr gezielt. Wenn einer öfter täuschen würde, bekäme er schnell den Ruf, dass man ihm nicht trauen kann und er würde ignoriert. Wenn es um Beziehungen geht, versuchen Raben aber eher, den Zuverlässigen zu spielen.

(Aus einem Interview in der FAZ)

 

Kurz und interessant

= „Wie will Deutschland mit Kriegen umgehen, die gegen einen terroristisch agierenden Gegner inmitten der Zivilbevölkerung geführt werden müssen ? Die ehrliche Beantwortung dieser Frage steht bis heute aus. Die postheroische Gesellschaft hat keinen Bezug zu den Realitäten, die außerhalb ihrer moralischen Wahrnehmungen liegen.

Willst du den Frieden, dann lerne den Krieg verstehen – von dieser notwendigen Erkenntnis sind wir weit entfernt.“ (Christian Trull)

= Kennenlernen mit Gewalt: P a v i a n e : Einschüchterung geht der Paarung voraus.

= Sprachkürze gibt Denkweite.

= Das ist das Dilemma dieser Welt, die Dummen sind so sicher und die Gescheiten voller Zweifel.

= Für die Rentenkasse der französischen Eisenbahner, die mit 52 Jahren in Rente gehen, überweist der Staat jährlich drei Milliarden Euro.

= „Demokratie ist gewiss ein preisenswertes Gut. Rechtsstaat aber ist wie das tägliche Brot, wie Wasser zum Trinken und Luft zum Atmen, und das beste an der Demokratie ist, dass gerade sie geeignet ist, den Rechtsstaat zu schützen.“ (Fundstück)

Indien, wo die Stabilität der Demokratie verbesserungswürdig ist, verfügt über das Oberste Gericht, das nachweislich unabhängig ist und das jedem Druck – aus welcher Religion oder Partei auch immer – widersteht. So hat der muslimische Vertreter im Obersten Gericht der Gleichstellung von Homosexuellen ebenso zugstimmt wie die Mehrheit der Hindus die säkulare Verfassung und die säkularen Entscheidungen der Richter akzeptieren.

= Superbatterien, mit denen Elektroautos mehr als 1000 Kilometer fahren können und die preiswert sind, sich schneller aufladen lassen und bei denen die Brandgefahr gebannt ist: Das brauchen wir für die E-Mobilität und daran arbeiten 80 Entwickler auf dem ehemaligen Betriebsgelände von Siemens in der Kleinstadt Bruchsal bei Karlsruhe.

= VW verkaufte im letzten Jahr 80.000 Elektroautos – davon die Hälfte vollelektrische Fahrzeuge. In drei Jahren – also zwei Jahre früher als zunächst geplant – sollen eine Million E-Autos vom Band rollen.

= Werbung bei der Super-Bowl in den USA kostet 5,6 Millionen Dollar für dreißig Sekunden.

= Die Mächtigen aller Zeiten haben Religionen immer nur als bequemes Mittel benutzt, um die Massen im Zaum zu halten. Mit dem Christentum funktioniert das nicht mehr – mit dem Islam in einigen Ländern sehr wohl.

= „Es ist höchste Zeit, dass die Linksliberalen eine Spitzkehre machen und sich wieder zu ihren Kernprinzipien bekennen: Solidarität und gleiche Chancen für alle.“ (Mark Lilla New York)

= Süddeutsche Zeitung: „Die amerikanische Wissenschaftlerin Kristen Ghodsee ist überzeugt, dass Frauen im Sozialismus besseren Sex hatten.“ Bitte – bitte: Erich Honecker komm zurück !!!

= Zwei von drei Virenstämmen, die Kinderlähmung verursachen, sind offiziell aus der Natur getilgt. Jetzt existiert nur noch Typ 1. Um die Krankheit komplett auszurotten und Neuerkrankungen zu verhindern, muss noch weiter geimpft werden. (Weltgesundheitsorganisation)

= Apple-Chef Tim Cook hat im „Guardian“ Angela Merkel zur Person des Jahrzehnts gekürt. Mit ihrer stillen Kraft und Würde zeige sie uns jeden Tag, warum wir uns für Optimismus entscheiden sollten.

 

Deutschlands unseriöseste Zeitschrift.

Ganz nach dem Motto „Was interessiert mich mein dummes Geschwätz von gestern“ kündigt dieses abgebrühte Blatt im Februar 2018 den Totalverlust in zwei Jahren an und zwei Jahre später ist von 2583 Prozent Plus im DAX und von „praktisch Null Risiko“ und von „superstabil“ und „krisensicher“ die Rede. Als Beweis wird ein „EU-Insider“ erfunden.

Und populistische Hetze gegen die Bundesregierung verkauft sich offensichtlich auch gut: Unser Geld auf der Bank ist schon seit Februar 2018 in a k u t e r Gefahr. Und die Bundesregierung betrügt ihr Volk, weil sie das Problem verschweigt.

Das ist alles erstunken und erlogen – aber die AfD wird sich für die Propaganda bedanken.