Die Welt ist ein Dorf

= In Prag wird die deutschsprachige katholische Gemeinde zu einer Personalpfarrei erhoben. Ihr gehören vor allem Personen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an, die beruflich in der tschechischen Hauptstadt tätig sind. Auch tschechische Bürger deutscher Muttersprache und binationale Familien kommen gern dorthin. Neben der deutschsprachigen Personalpfarrei gibt es in Prag auch eine polnische und eine slowakische. (CiG)

= In den USA sind Studenten wegen der hohen Studiengebühren und weil es kein Bafög gibt insgesamt mit der unfassbar hohen Summe von 1,5 Billionen Dollar verschuldet. Jetzt hat ein Unternehmer bei einem Vortrag an der Uni den anwesenden 400 Studenten zugesagt, ihre Schulden zu übernehmen.

= Moon Jae-in, Präsident der Republik Korea: „Ich habe mir zum Ziel gesetzt, das System der Spaltung und des Streits, das die koreanische Halbinsel seit den Tagen des Kalten Krieges fest im Griff hält, grundlegend zu beseitigen und eine neue Ordnung des Friedens und Kooperation zu etablieren.“ (FAZ)

= Der im Libanon geborene Wissenschaftler Ralph Ghadban lebt schon lange in Deutschland und forscht hier über arabische Großfamilien und kriminelle Clans. In einem Interview mit der FAZ a.S. wird er gefragt, wie er zu seinem für Libanon ungewöhnlichen Vornamen kommt: „Ein Diplomat der Vereinten Nationen namens Ralph Bunche war damals Vermittler im Palästina-Krieg und bekam als erster Schwarzer 1950 den Friedensnobelpreis; später kämpfte er an der Seite von Martin Luther King für die Emanzipation der Schwarzen. Mein Vater war von Bunche sehr angetan – deshalb mein Vorname. Meine Schwester hat einen französischen Vornamen und lebt mit einem Franzosen in Frankreich und ich heiße Ralph und habe eine deutsche Frau.“

= 7.493 Briten entschieden sich 2017 für die deutsche Staatsbürgerschaft. 2009 waren es gerade mal 260 Passwechsler. Mit dem So- oder-so-Brexit dürfte die Zahl nochmals kräftig steigen.

= In der chinesischen Provinz Gansu versuchen lokale Kooperationen, der Bodenerosion durch großflächige Bepflanzung mit genügsamen Sträuchern vorzubauen; sie werden vom Staat und vom Internet-Giganten Alibaba finanziell unterstützt; die hier arbeitenden Frauen erhalten einen Tageslohn von 15 Euro. Und Satelliten beweisen, dass sich die Anstrengungen lohnen: China zählt zu den Ländern, die weltweit den stärksten Zuwachs an Grünflächen verzeichnen.

= Das bisher für Immigranten verschlossene Japan hat sich mit einer neuen Visaregelung für 500.000 Gastarbeiter – überwiegend aus Vietnam, China, Philippinen und Indonesien – geöffnet und versucht damit, der schrumpfenden Bevölkerung zu begegnen.

= „Die Mär vom guten Duce. Die Zeit unter dem faschistischen Regime wird in Italien heute schöngeredet wie nie zuvor. Holocaustüberlebenden und Historikern macht dieser Revisionismus Angst.“ (NZZ)

= Die niederländisch-reformierte Kirche war maßgeblich am Verbrechen der Rassentrennung in Südafrika beteiligt. Sie hat lange der weißen Minderheit und deren Regierung religiöse Rechtfertigung für die Ideologie der Apartheid geliefert. In den späten achtziger Jahren änderte die Kirche ihre Position und erklärte die Aparheid im Nachhinein als Sünde.

= In den 49 ärmsten Ländern der Welt wird sich die Bevölkerung bis zum Jahr 2050 auf 1,8 Milliarden Menschen verdoppeln. Viele Frauen können dort nicht verhüten !

= In Pakistan gehen über 22 Millionen Kinder nicht zur Schule – das sind über vierzig Prozent der 5- bis 16-Jährigen. In Pakistan leben etwa 200 Millionen Menschen, davon sollen 60 Prozent unter 15 Jahre alt sein.

 

Fußball – Journalismus

In Sachen Medien war ich völlig naiv, als ich vor 18 Jahren mein Amt als Präsident des Viertligisten F.C. Augsburg antrat. Über Fußball informiere ich mich seit Jahrzehnten im Kicker und das passt bis heute. Auch örtliche Tageszeitungen wie die Augsburger Allgemeine oder die Westfälischen Nachrichten versuchen nicht, sich über erlogene Geschichten oder negativistische Berichterstattung zu profilieren. Auch die FAZ und hier vor allem Christian Eichler und Roland Zorn berichten entspannt und mit Sympathie und kompetent über Fußball. Bei anderen überregionalen Zeitungen, Zeitschriften und Fernsehsendern bin ich mit Inkompetenz, Arroganz und Verlogenheit konfrontiert worden.

Wie gesagt, ich war naiv: Ich sitze mit einigen Kollegen vom FCA beim Bier in fröhlicher Runde und ein Reporter fragt, ob er ein Bierchen mittrinken darf; er setzt sich dazu und hört unserem Geschwätz zu; wir lästern über Gott und die Welt und einen örtlichen Politiker. Der Reporter bedankt sich für das Bier und verabschiedet sich. Am nächsten Tag erscheint in einer großen Tageszeitung ein widerlicher Artikel unter dem Tenor „FCA-Präsident verleumdet bei seinem siebten Bier örtliche Politiker usw.“ Das war der Einstieg. Dann gab ich einem Journalisten, der sich Notizen machte, ein Interview, das am nächsten Tag erschien und in dem meine Aussagen völlig auf den Kopf gestellt waren. Also beschloss ich, Interview-Fragen nur noch schriftlich zu beantworten; daraufhin hat der Journalist einige Fragen und Antworten gestrichen, das Interview mit einem kurzen Kommentar verdreht und mit einer hässlichen Schlagzeile versehen. Danach habe ich nur noch Life-Interviews oder von mir schriftlich freigegebene Interviews gegeben; das führte dazu, dass ich von Interviewanfragen weitestgehend verschont blieb.

Ein anderes Beispiel: Wir hatten unsere Mitarbeiter und Profis angewiesen, in der Öffentlichkeit und in den Medien ausschließlich positive Kommentare abzugeben. Was passiert ? Reporter baggern die Ehefrauen der Spieler an, um irgendwelche Indiskretionen zu erfahren; bei einer haben sie Erfolg und bringen einen Schmierenartikel , der dazu führt, dass der Spieler vorübergehend auszieht.

Einmal war ich mit meiner Frau für ein paar Tage zum Wandern in den Bergen; beim Frühstück klingelte leider das Handy: Ein Journalist wollte mich zu den Stadionplänen befragen und fügte hinzu, seine Zeitung wolle am nächsten Tag einen großen Bericht zu dem Thema bringen; also habe ich meine Verärgerung unterdrückt und bereitwillig und ausführlich alle Fragen beantwortet. Nachdem in den nächsten zwei Wochen nichts zum Thema und Interview erschienen war, befragte ich dazu diesen Journalisten; seine verlogene Antwort: „Wir hatten leider keinen Platz für das Interview.“ Fakt ist, dass dieser Zeitung, die gegen die Stadionpläne stänkerte, meine Antworten nicht ins Konzept passten. So läuft das.

Ich bin überzeugt, dass 90 Prozent der Spieler und Manager und Trainer schlechte Erfahrungen mit Journalisten gemacht haben; ein paar Beispiele:

= „Schlecht, schlampig, schlagzeilengeil: Für wenige Tage sorgte die vermeintliche Verwicklung Bastian Schweinsteigers in den Wettskandal für aufgeregtes Rauschen im Blätterwald. Nicht wenige Blätter und TV-Kanäle transportierten die Verdächtigungen ungeprüft. Es war ein Rohrkrepierer der Münchner „tz“.

= Frage des Kicker an Stefan Kießling: „War das auch die Forderung von Rudi Völler, der wie zu lesen war, am Donnerstag ein Donnerwetter in der Kabine los ließ?“ Kießling: „Das habe auch ich gehört. Das Problem an der Sache: Völler war am Donnerstag überhaupt nicht in der Kabine, es gab keine Predigt, das ist alles gelogen.“

= Peter Pacult: „Dieses Schweinsblattl mit den erfundenen Geschichten kann man am besten mit aufs Häusl nehmen.“

= Der algerische Nationaltrainer Halilhodzic: „Über unser Team wurden Gerüchte und Lügen verbreitet, meine Familie wurde diffamiert.“

= Nationalspielerin Inka Grings in der FAZ: „Ich hatte damals Vorahnungen und gewisse Befürchtungen. Aber wenn es dann passiert, ist das eine Erfahrung, die man sich überhaupt nicht vorstellen kann. Ich habe damals mein Privatleben überhaupt nicht kommentiert, und ich musste dann feststellen, dass ich machtlos bin. Diese Journalisten haben einfach geschrieben, was sie wollen. Das war eine sehr unangenehme Erfahrung, die ich nicht noch einmal erleben möchte.“

= Die Süddeutsche Zeitung schreibt zum FCA: „Im Falle des Abstiegs werden beide (Rettig und Fach) ihren Job verlieren.“ Auch das ist eine Lüge – Rettig wäre auch bei Abstieg geblieben.

= Österreichs Boulevardblatt Kronenzeitung fälscht ein Transparent der Rapid-Fans, mit dem g e g e n Stadionverbote demonstriert wurde: Das Wort „gegen“ wird einfach aus dem Foto geschnitten und schon heißt es: „Fans für Stadionverbote“.

= Selbst die FAZ hat schon mal eine Formkrise und schreibt: „Beraten und verkauft. Wie korrupt ist die Bundesliga ? Es geht um Bestechung, Steuerhinterziehung, Untreue und Geldwäsche. Experten halten diffuse Transfers neben Spielabsprachen für die größte Gefahr im Fußball.“

= Süddeutsche Zeitung vor drei Jahren: „Der Fußballsport ist ein verrottetes Geschäft. Und die Leute fangen an, sich von ihm abzuwenden.“ Oder nochmal S.Z.: „Wie der Fußball zerfällt. In Salzburg sieht man schon heute, was aus unserem Lieblingssport mal werden wird.“ Lieblingssport ? Selten so gelacht.

= Da darf der „STERN“ nicht fehlen: Riesenschlagzeile: L e e r – Vor Beginn ihrer 41. Saison an diesem Wochenende steckt die Fußball-Bundesliga im Finanzchaos. Klubs fürchten die Pleite, Transfergelder sind verpfändet – doch kaum einer will den Ernst der Lage wahrhaben.“ Seit diesem STERN-Artiklel sind 16 Jahre vergangen ! Wo ist das Chaos ? Wo sind die Pleiten ? Wo sind die Pfändungen ? Auch die Fachzeitung „Handelsblatt“ macht mit: Riesenschlagzeile: „Finanzielle Engpässe. Die Bundesliga steckt in der Krise: Wegbrechende Einnahmen, kurzsichtiges Management, gewaltige Schulden.“ Nicht eine einzige dieser Behauptungen kommt der Wahheit nahe – also sind es Lügen.

Fortsetzung – auch zum Thema Doping-Behauptungen von Süddeutscher Zeitung und SPIEGEL – folgt.

 

Zur aktuellen Lage

= Der israelische Ministerpräsident Netanjahu ist mir sehr unsympatisch und ich halte ihn für gefährlich. Die illegale sukzessive Besiedlung des Westjordanlands durch israelische Staatsbürger, die Ablehnung der Zweistaaten-Lösung, die Verlegung von Botschaften nach Jerusalem, die Macht der ultraorthodoxen Juden u.a.m. verhindern eine friedliche politische Lösung und legen möglicherweise das Fundament für jahrzehntelange Auseinandersetzungen und eine dauerhafte Destabilisierung der Region. Von daher kann ich einige sachliche antizionistische Argumente nachvollziehen.

Unter dem Deckmantel des Antizionismus macht sich aber in aller Welt der alte Antisemitismus wieder breit ! Viele Linke, Grüne, Rechtsradikale, Islamisten und auch Christen sind sich in einem Gegner einig: den Juden. Begründet wird das mit der angeblichen Unterdrückung der Palästinenser durch Israel. (In Wirklichkeit werden die Palästinenser durch ihre eigenen autoritären Leader gedemütigt, die in den letzten zwanzig Jahren viele Milliarden Dollar, die sie von arabischen Staaten erhalten haben, in Waffen und Raketen und in ihre eigenen Taschen gesteckt haben).

In Europa (und in aller Welt) nehmen die unterschiedlichen Formen des Antisemitismus wieder zu, so daß die Frage, ob die Zukunft des jüdischen Lebens in Europa gefährdet ist, zumindest nicht unberechtigt ist.

Ein Beweis dafür ist die Verleihung eines europäischen Kulturpreises, des mit 25.000 Euro dotierten „ECF Princess Margriet Award“ an die britisch-ägyptische Schriftstellerin Ahdaf Soueif. Diese Dame nennt sich „Aktivistin“ und ist als fanatische Israel-Gegnerin bekannt. Ihre Geschichten pendeln zwischen antisemitischen Klischees und paranoiden Verschwörungstheorien – so z.B. der Behauptung, Israel wolle die al-Aqsa-Moschee auf dem Tempelberg abreißen.

Der Dialog mit der arabisch-muslimischen Welt darf nicht aufhören, aber angesichts der sechs Millionen von Deutschen ermordeter Juden und der gesamteuropäischen Geschichte des Antisemitismus muss das Recht der Juden auf einen eigenen Staat selbstverständlich sein.

= Zitat aus einem FAZ-Artikel von Thomas Thiel: „Luka Cosmin (Name geändert) hatte seine Homosexualität lange verborgen. Als sie durch Zufall herauskam, brach Schande über die Familie herein. Sein Vater wurde aus der Moscheegemeinde verstoßen. Um die Familienehre zu retten und Allahs Willen zu erfüllen, legte er seinem Sohn am 5. September 2016 einen Strick um den Hals. Cosmins Ehefrau, eine Kusine, die er mit dreizehn Jahren hatte heiraten müssen, sah tatenlos zu. Sie wünschte seinen Tod. Auch seine drei Kinder mussten dem grausamen Schauspiel beiwohnen. Luka Cosmin zeigt Bilder mit der langen Narbe, die der Strang in seinen Hals einzeichnete. Über das Folgende will er nicht sprechen. Dem Tod um Haaresbreite entronnen, wachte er in einem Krankenhaus aus dem Koma auf. Er wusste, dass er jetzt fliehen muss. Im Aufnahmelager in Deutschland heiratete Cosmin Andrei Erkan, den er 2015 im Internet kennengelernt hatte. Er wollte es schnell tun, bevor ihn seine Familie finden und töten würde. Über Whatsapp schickte sie ihm Todesdrohungen nach Deutschland.“

= „Der Welthandel im Dschungelcamp. Der Handelsstreit zwischen der Vereinigten Staaten und China eskaliert. Der Konflikt ist nicht nur eine Auseinandersetzung zweier Staaten, er spiegelt auch die tiefergehende Änderung der Welthandelsordnung. Als Vermittler und Verteidiger eines multilateralen Ansatzes könnten die EU und Japan auftreten. Um diese Rolle einzunehmen, müssten Brüssel und Tokio aber handelspolitisch auch vor der eigenen Tür kehren.“ (NZZ)

= Neutrales Urteil ! Die Neue Zürcher Zeitung schreibt zu dem von „Le Monde“ und „Businessweek“ und auch deutschen Blättern verkündeten Niedergang der deutschen Wirtschaft: Für diese Diagnose gibt es wenig Grund: Erstens ist die deutsche Wirtschaft im 1. Quartal ordentlich gewachsen. Zweitens zeichnet sich im Arbeitsmarkt vorderhand keine Schwäche ab, 45 Millionen Menschen sind in Arbeit – so viele wie noch nie. Drittens dürfte in diesem Jahr die Staatsschuldenquote erstmals seit 17 Jahren die Maastricht-Grenze von 60 Prozent unterschreiten. Viertens erreichten die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Deutschland erstmals die Quote von drei Prozent. (Es wird also sehr wohl in die Zukunft investiert !) Der deutsche Staat nimmt Jahr für Jahr mehr Geld ein, nur die S t e i g e r u n g s r a t e n fallen nicht mehr so hoch aus. Von Sparen oder Austerität kann da nicht die Rede sein.“

Ich würde solche objektiven Informationen gerne mal in einer deutschen Zeitung lesen ! Ich bin ein Träumer ! Auf der Titelseite des SPIEGEL heißt es am 11.5.2019 in großen Lettern: „Die fetten Jahre sind vorbei. Warum dem deutschen Wirtschaftswunder ein jähes Ende droht.“ Die Artikel-Schlagzeile lautet: „Auslaufmodell Deutschland. Verwöhnt und behäbig geworden von Jahren des Erfolgs, riskiert das Land, in die zweite Liga der Wirtschaftsnationen abzusteigen. Es fehlt an Innovationen und Mut zu Reformen.“ (Der SPIEGEL ist schon lange in die dritte Liga abgestiegen; ich lege dieses SPIEGEL-Titelblatt für den Mai 2020 auf Wiedervorlage und komme darauf zurück)

= Der SPIEGEL nimmt für sich in Anspruch, nur die „Wahrheit“ zu schreiben und verkauft ständig Vermutungen als Fakten; so heißt es am 4.5.2019 in einer Schlagzeile über digitale Mobilitätsangebote: „Sicher ist: Das private Auto verliert dramatisch an Bedeutung:“ „Sicher“ ist das absolut n i c h t !! Aber es ist die SPIEGEL-Wahrheit. (Auch das auf Wiedervorlage !)

= Margrethe Vestager: „Für mich ist ein Steuerparadies ein Ort, wo Unternehmen ihre Steuern zahlen.“

= NZZ Schlagzeile Titelseite: „Die EU wächst an ihren Konflikten. Orban, Salvini und andere Populisten blasen zum Angriff auf die europäische Union. Letztlich schaffen sie damit erst den transnationalen öffentlichen Raum, der eine noch stärkere Integration Europas in Zukunft ermöglicht.“

 

Warum ich Antikommunist wurde.

Ich bin Jahrgang 1941 und in Bonn/Beuel aufgewachsen. Mein Vater hatte 1933 sein Studium abgebrochen, um bei den Nazis als Bannführer der Hitlerjugend anzuheuern; er blieb auch nach dem Krieg und bis ans Lebensende ein Nazi und versuchte natürlich, seine Kinder politisch in diese Richtung zu manipulieren – mit Gewalt, mit Druck, mit Lügengeschichten usw. Ich hatte das Glück, in der Volksschule auf eine wunderbare Lehrerin (Frau Rosenthal) zu treffen, die uns über vier Jahre leidlich Lesen, Schreiben und Rechnen beibrachte, die uns aber vor allem auf einfühlsame Weise politische und soziale Themen näher bachte. Damals gab es für uns kein Kino, kein Fernsehen und schon gar kein Smart Phone und außer Fußball kein Vergnügen. Sobald wir lesen konnten, wurden wir von unserer Lehrerin mit Romanen versorgt, die uns z.B. das harte Leben der englischen Bergarbeiter erzählten. Ich habe jahrelang und nächtelang und heimlich hunderte Bücher verschlungen und dabei (unbewusst) viel politisches und historisches Wissen aufgesogen. (Nach vier Jahren Volksschule musste ich leider auf das Gymnasium wechseln, wo ich mit einer Ausnahme nur ehemalige und brutale Nazis als Lehrer hatte).

Nach Frau Rosenthal hatte ich wieder Glück, weil ich mit fünfzehn Jahren durch einen Zufall bei den Jusos landete; ein Freund hatte mich mit dem Hinweis motiviert, dort würden wir kostenlos mit Bier und Zigaretten versorgt. Diesmal hieß mein Glücksfall Rudi Maerker, der Vorsitzender der Jusos in Beuel war. Dieser Rudi hat uns nicht indoktriniert oder gar manipuliert, sondern er hat uns mit zahllosen Diskussionen und mit Literatur und mit Begegnungen interessanter Leute zu richtig guten Sozialdemokraten gemacht. Richtig gut war hier vor allem:

  • Sozialdemokraten sind Demokraten und bejahen den Rechtsstaat und die parlamentarische Demokratie.
  • Sozialdemokraten sind sozial und kämpfen für soziale Gerechtigkeit in einem gezähmten Kapitalismus und für Chancengerechtigkeit.
  • Sozialdemokraten sind radikal g e g e n jeden wie auch immer gearteten Faschismus und Kommunismus.

Rudi Maerker hatte den sowjetischen Kommunismus am eigenen Leib erfahren, weil er – wie zahlreiche andere Sozialdemokraten – vor den Nazis in die Sowjetunion geflohen war und nur mit Glück überlebte; mehrere seiner Kameraden sind im Lager krepiert, einer starb nach einer Folterung. (Die Kommunisten hassten die Sozialdemokraten als „linke Konkurrenz“ und bekämpften die SPD in der Weimarer Republik mehr als die NSDAP)

Über die Verbrechen der Nazis muss ich hier nicht reden, weil jeder anständige und vernünftige Mensch weiß, was die angerichtet haben.

Aber die Verbrechen der Kommunisten, die in der Sowjetunion, in China, in Kambodscha und in anderern Ländern eine hohe zweistellige Millionenzahl an Menschen bestialisch ermordet haben, sind immer noch zu wenig bekannt. Hunderttausende wurden grundlos erschossen ! Hunderttausende wurden gefoltert ! Im sowjetischen Gulag und in Maos China krepierten Millionen durch Hunger und Krankheiten.

Ich war fassungslos und wütend, als in den sechziger Jahren der linke Radikalismus mit der Studentenbewegung und mit Teilen der Medien und mit den Intellektuellen alà Sartre den Kampf gegen den Kapitalismus und gegen den Faschismus organisierte und die kommunistischen Verbrechen entweder verschwiegen oder nach dem Motto „Wo gehobelt wird, fallen Späne“ schön geredet wurden.

Wer die ganze Brutalität und Unmenschlichkeit der Kommunisten erfahren will, muss nur drei Bücher lesen, von denen ich hier eines empfehle:

„Das Jahrhundert der Wölfe“ von Nadeschda Mandelstam (S.Fischer). Nadeschda Mandelstam war die Frau des russischen Dichters Ossip Mandelstam, der im Gulag krepierte. Einige Zitate aus dem Buch:

= „Verbannung und Ausweisung waren bei uns zu normalen Erscheinungen geworden. In den ruhigeren Jahren, als alle etwas aufatmen konnten, als der Terror uns nicht umbrandete, erfolgten im Frühjahr – für gewöhnlich im Mai – und im Herbst vor allem unter der Intelligenzija verhältnismäßig viele Verhaftungen. Dadurch wurde die Aufmerksamkeit von den wirtschaftlichen Mißerfolgen abgelenkt. Ein spurloses Verschwinden gab es zu dieser Zeit aber kaum: die Leute schrieben aus der Verbannung, saßen ihre Zeit ab, kehrten zurück und wurden wieder verbannt.“

= „Die Organe des Strafvollzugs handelten genau, umsichtig und sicher. Sie hatten gleichzeitig mehrere Ziele im Auge: Zeugen, die sich gegebenenfalls an etwas erinnern konnten, mußten sie beseitigen, außerdem sollten sie eine Übereinstimmung der Meinungen erreichen, den Anbruch des Tausendjährigen Reiches vorbereiten usw. Die Menschen würden schichtweise, den Kategorien entsprechend, entfernt. Die Kategorien waren: die Angehörigen einer Kirche, die Mystiker, Gelehrte, Idealisten, besonders Schlagfertige, Ungehorsame, denkende Menschen, Schwätzer, Verschwiegene, Streitsüchtige, Leute, die Überlegungen über das Recht, den Staat oder die Wirtschaft anstellten, ja, auch Ingenieure, Techniker und Agronomen, denn es tauchte jetzt der Begriff der „Schädlinge“ auf, denen alle Mißerfolge und Fehlkalkulationen zugeschoben wurden. „TragenSie keinen solchen Hut“, sagte O.M. zu Boris Kusin. „Man darf sich durch nichts unterscheiden – das geht schlecht aus.“

= „Auch die Absage war höflich. „Wir wollen Sie ja schließlich nicht verhaften“ – aber der allgemeine Ton (dieser ganze Pomp mit den bewaffneten Leibwächtern, die Heimlichkeit und die Einschüchterung: „er wird ein neues Verbrechen begehen“) hatte sich verändert. Die Kräfte der alten Generation ermatteten. So reifte eine Zukunft heran, die in keiner Weise dem Terror der ersten Revolutionstage glich. Es wurde sogar eine neue Sprache – eine Staatssprache – geboren. So schrecklich auch der Terror der ersten Tage gewesen war, man konnte ihn doch nicht mit der planmäßigen Massenvernichtung vergleichen, der die Bürger des mächtigen Staates „neuen Typs“ nach den Gesetzen, Instruktionen, Verfügungen und Erklärungen ausgesetzt waren, die einfach „von oben“ erlassen wurden.“

= „Anfang der dreißiger Jahre wollte sich Bucharin an Gorkij wenden, um ihn über Mandelstams Situation zu informieren; vergebens versuchte O.M. ihn von der Nutzlosigkeit dieses Versuchs zu überzeugen; wir erzählten ihm sogar die Geschichte mit den Hosen: Als O.M. aus der von Wrangel besetzten Krim über Georgien zurückkehrte, wurde er zweimal verhaftet und kam mehr tot als lebendig, ohne warme Kleidung in Leningrad an. Damals konnte man keine Kleider kaufen, sie wurden nur gegen Berechtigungsschein ausgegeben. Die Berechtigungsscheine für die Kleidung der Schriftsteller mußten von Gorkij befürwortet werden. Als man ihm die Bitte vortrug, Mandelstam eine Hose und einen Sweater zuzuteilen, strich Gorkij die Hose aus und sagte: „Er muß ohne sie auskommen.“ Das zeugte von Gorkijs feindlicher Haltung gegenüber einer ihm fremden Literaturströmung.“

 

Alkohol? Pfarrer? Ehekrise?

Am Montag beginnt die schlimmste Zeit des Jahres: Die Bundesligen machen über 100 (e i n h u n d e r t !!!) Tage Pause ! Wie soll ich das überstehen ? Mir jeden Abend die Hucke vollsaufen ? Jeden Tag zur Beichte gehen ? (da gäbe es viel zu erzählen) Wenn ich auf einmal anfange, mit meiner Frau nach dem Abendessen Gespräche zu führen, wird sie den Arzt rufen. Ich schaue keine Western und Krimis und Talk-Shows mehr und Pornos sind mir verboten. Ich bin verzeifelt ! Auf jeden Fall werde ich mit dem DFL-Chef Seifert sprechen und verlangen, dass zukünftig maximal vier Wochen Pause eingelegt werden und dass Weihnachten und Sylvester durchgespielt wird – das machen die Engländer doch auch. Ich plädiere für eine Aufstockung beider Bundesligen auf 22 Teams, so haben wir incl. Pokal 45 bis 50 Spiele – das bringt uns viele englische Wochen und Montagsspiele ! Die reichen Clubs können für ihre Europa-Wettbewerbe vierzig Spieler verpflichten, so dass sie bis zu 70 Spiele im Jahr überstehen (und damit viel Geld machen !) Wenn ich die dritte Liga in meine Planungen einbeziehe und die Spielpläne weiter entzerrt werden, dann kann ich j e d e n Abend Fußball schauen und die Wochenenden komplett mit Fußball zubringen. Vor- und nachmittags gibt natürlich noch die Möglichkeit, mir Bundesligaaufzeichnungen anzuschauen (aber das mache ich nicht jeden Tag !) In der dann kürzeren Fußballpause werde ich mich mit viel Einfühlungsvermögen meiner Gattin widmen !

Fußball ist die wichtigste gesellschaftspolitische Institution ! Millionen Rentner würden verzweifeln und frustriert die AfD wählen, wenn sie ihren Fußball nicht hätten. Kinder, Jugendliche, immer mehr Frauen und Familien gehen in die Stadien und freuen sich und singen oder sitzen vor dem Fernseher; einige tausend Fußballkneipen sind voller Fans und alles bleibt friedlich. Wir normalen Männer wollen nur Fußball schauen und in Ruhe gelassen werden. Und von China bis Brasilien ist das genau so! Wir reden von fast zwei Milliarden Menschen, die sich am Fußball erfreuen – davon 99,9 Prozent ohne Gewalt !

Fußball ist auch eine sehr wichtige soziale Institution ! Darauf komme ich zurück.

 

Ich liebe Europa !

Aleida Assmann: „Das Wachstum der europäischen Allianz erweist sich als die große friedenspolitische Erfolgsgeschichte der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Diese Perspektive gilt es aber erst noch in den Köpfen und Herzen der Europäer zu verankern.“

Angela Merkel: „Mein Ziele ist es, daß man in der Welt weiß: Europa agiert außenpolitisch mit einer Stimme. Europa soll sich als wirtschaftsstarker Kontinent präsentieren, der bei den Innovationen, die entscheidend für unseren Wohlstand sind, an der Spitze steht. Europa soll wahrgenommen werden als starke Stimme im Konzert der globalen Akteuere, wenn es um die Bewahrung der Schöpfung und um den Klimaschutz geht. Es soll klar sein, daß wir wertegebunden handeln und uns an den Menschenrechten orientieren, dass wir die Kraft sind, die den Multilateralismus stärkt.“

Den linken und rechten und populistischen Parteien steht die Europäische Union im Weg, weil sie nur in einer mit Massenarbeitslosigkeit verbundenen Wirtschaftskrise an die Macht kommen können und weil Kriege wie 1914/1918 und 1939/1945 die gnadenlosen Kommunisten und Nationalisten an die Macht spülen.

Ein vereintes und wirtschaftlich erfolgreiches und rechtsstaatliches Europa muß mit einer einheitlichen Außenpolitik (Europa-Außenminister !) und einer einheitlichen Verteidigungspolitik mit allen Ländern der Welt Friedensverträge schließen und einen Nicht-Angriffspakt vereinbaren und wir müssen mit allen Ländern der Welt langfristig/verbindliche Handelsvereinbarungen treffen.

Europa wird seine Entwicklungshilfe gemeinsam noch effizienter gestalten und hunderten Millionen Menschen in armen Ländern ein besseres Leben und eine selbst gestaltete Zukunft ermöglichen.

Europa ist eine Erfolgsgeschichte. Das heißt natürlich nicht, dass alles perfekt ist und wir nur noch unsere Hymnen singen. Wir müssen hart arbeiten, unsere Politiker unterstützen und vieles verbessern. Z.B. brauchen wir eine Kapitalmarktunion, die Wachstum und Stabilität in der EU als Ganzes fördert. Zusammen mit der Bankenunion würde die Kapitalmarktunion eine „Finanzierungsunion für Investitionen und Innovation“ begründen; das wäre ein entscheidender Schritt hin zur Vollendung unserer Wirtschafts- und Währungsunion.

Schließlich müssen Leute wie ich mit ihren dämlichen Vorurteilen Schluss machen ! Woher kommen z.B. meine antipolnischen Ressentiments ? Obwohl ich mir einbilde, ein begeisterter Europäer zu sein und obwohl ich mir bisher eingebildet habe, die deutsche und damit auch die deutsch/polnische Geschichte des 20. Jahrhunderts mit all den Verbrechen gut zu kennen – trotz allem gab es bisher kein Land in Europa, das ich weniger mochte als Polen. Eine Liste meiner Vorurteile:

Polen hat den Nazis bei der Ermordung polnischer Juden geholfen. Polen hat sich danach den Sowjets unterworfen und mit Stalin gemeinsame Sache gemacht. Polen hat sich 1989 mit Inbrunst in die Hände der Amerikaner begeben und ist seitdem die Speerspitze des antirussischen Kampfes. Polen hat nach 9/11 für die Amerikaner und gegen Bezahlung Folterlager betrieben, die glasklar internationales Recht gebrochen haben. Die Außen- und Militärpolitik Polens gegenüber Russland ist aggressiv. Polen hat nicht nur die deutschen Ostgebiete „kassiert“ und Vertriebenen Gewalt angetan, Polen verlangt Jahrzehnte nach dem Krieg und ohne Rechtsanspruch von Deutschland Reparationen. Polen weigert sich, Flüchtlinge aufzunehmen.

Es bedurfte eines Zeitungsartikels (FAZ), der mich wach rüttelte und mich beschämte, weil ich die meisten Fakten dieses Artikels kannte und verdrängt hatte: Im 2. Weltkrieg sind sechs Millionen Polen, davon drei Millionen jüdische Polen, von deutschen und zu einem kleineren Teil von sowjetischen Verbrechern massakriert worden. Die Gestapo hat auf der Jagd nach polnischen Partisanen hemmungslos gewütet; Beispiel: Zu dem Bauern Erasmus kommt die Gestapo und fragt nach Partisanen; Erasmus schweigt; die Gestapo bringt den Sohn um; Erasmus schweigt und sie bringen die Tochter und dann die Frau um. Zitat: „Meine damals dreizehnjährige Mutter und meine Großmutter brachten unter der Kleidung verstecktes Essen zu verhungernden Juden; meine Mutter wusste, dass sie sterben würde, wenn die Deutschen etwas merkten.“ Dann kamen die Sowjets und Stalin ließ zehntausende Polen ermorden, nur weil sie Intellektuelle, Offiziere oder Beamte waren.

Nach dem FAZ-Artikel erinnerte ich mich plötzlich an das Buch „Das wunderbare Überleben“ von Wladyslaw Szpilmann (mit einem wichtigen Vorwort von Wolf Biermann); diese Buch muss jeder lesen, der etwas über d i e Polen erfahren will.

Irgendwo habe ich gelesen, dass wir Europäer uns immer an das Leid unserer Nachbarn erinnern müssen !!!

 

Kunst – Eunuchen

Der Journalistin Nicole Zepter ging es dermaßen auf die Nerven, wie meinungslos Kunst heute abgenickt wird und für wie dumm Ausstellungsmacher ihr Publikum verkaufen, daß sie ein Buch für mehr Ablehnungsbereitschaft geschrieben hat: „Kunst hassen“. Zepter sagt in einem FAZ-Interview: „Lächerlich finde ich vor allem immer das absurde Zusammenspiel von Pressetext und Kunst: „Dwyers Interesse gilt seit mehreren Jahren dem Okkulten“ und man schaut auf zusammengebundene Strumpfhosen und Luftballons.“ „Kunst ist Pop ist ein Event – für schöne, reiche oder zumindest bekannte Menschen.“ „Im Museum ist alles auf Einschüchterung angelegt: der sakrale Bau, die überhöhte und gleichzeitig total hohle Sprache usw. Die eigene Urteilskraft wird einem da total abgesprochen.“

Die berühmte Sopranistin Elisabeth Schwarzkopf: „In Wien soll es eine „cosi fan tutte“ – Aufführung gegeben haben, wo alle Rollen mit schwulen Männern besetzt waren – da dürfte man eigentlich nur davonlaufen und versuchen, sich ein Beispiel an den Chinesen und Japanern zu nehmen. Denn die haben den Sinn für die Musik und nicht für den ganzen Zauber, der sich bei uns abspielt. Dieser „Zauber“ ist ein verbrecherisches Hirngespinst. Es ist wirklich eine Krankheit, die die deutsche Kunst einmal ausrotten wird. Ich bin ja selbst aus dem Theater gerannt in Salzburg bei den Festspielen, mit knapper Not habe ich es bis zur Pause ausgehalten.“

Luc Bondy: „Wenn das Theater nur noch politischen und sozialen Bedürfnissen in die Hände spielt, geht es zugrunde.“

Nikolaus Harnoncourt: „Ich finde, Künstler soll man nicht um politische Meinungen fragen – die sind genau so blöd wie andere auch.“

Der Theaterkritiker des „New Yorker“ Hilton Als: „Nach einer Weile hatte ich das Gefühl, der Vorführung einer absonderlichen Art von Gymnastik zuzusehen – Gymnastik mit Geplapper. Und dann verstand ich. Der Regisseur war schuld. Für ihn waren seine Ideen das wichtigste, nicht das Stück und nicht die Schauspieler.“

„Mir geht es darum, alle zu erreichen, auch Menschen, die wegen ihrer Herkunft und Bildung nur selten bewegende kulturelle Erlebnisse erfahren. Nicht alles, was kompliziert ist, ist Kunst. Oft ist das Klare, Verständliche, Einfache die größere Kunst. Elitäre Intellektuelle hören das nicht gerne, denn sie benutzen ihre angebliche Vorliebe für die sogenannte Hochkultur als Statussymbol.“ (Fundstück)

Liebe Leser, eigentlich könnten wir Normalos tollerant sein und diesen selbst ernannten Künstlern überlassen, wie sie ihr Leben gestalten. Aber vor allem zwei Aspekte sprechen dagegen:

= Wir Steuerzahler finanzieren diese Kulturbranche jedes Jahr mit einem hohen Milliardenbetrag; genauer kann ich die Subventionen nicht beziffern, weil das die Kunst-Eunuchen mit allen möglichen Tricks verhindern. Ich weiß von einer Großstadt mit 300.000 Einwohnern, daß sich die jährlichen Subventionen (incl. Theater, Konzerthaus, sogenannte Skulpturen-Ausstellungen etc.) auf über 100 Millionen Euro p.a. belaufen, wenn alle Kosten wie Baukosten, Altersversorgung, Werbung usw. usw. eingerechnet werden. Natürlich haben alle Bundesländer und der Bund und die EU neben den Gemeinden und Städten jeweils eigene hohe Kulturetats. So hat „European Cultural Foundation“ ihren mit 25.000 Euro dotierten „ECF Princess Margriet Award“ für Kultur an die ägyptisch-britische Schriftstellerin und politische Aktivistin Ahdaf Soueif vergeben. Soueif ist eine fanatische Gegnerin Israels; ihre Geschichten pendeln zwischen antisemitischen Klischees und verschwörungstheoretischer Paranoia.

= Die Kunst-Eunuchen missachten unsere Gesetze und unabdingbare moralische Prinzipien. Zwei Beispiele:

  • Der sogenannte Regisseur Volker Lösch liess seine Schauspieler bei einer Aufführung in Dresden im Chor zur Liquidierung christdemokratischer Politiker aufrufen und in Hamburg mussten Löschs Schauspieler bei einer „Marat“ – Aufführung die Namen Hamburger Millionäre verlesen, um die Kluft zwischen Arm und Reich anzuklagen.
  • Der „Künstler und Philosoph“ Philippe Ruch und sein „Zentrum für politische Schönheit“ inszenierte ein Stück, mit dem der „Nazi – Teufel“ aus dem Leib des rechtsliberalen Journalisten Roger Köppel getrieben werden sollte; nach der Aufführung inszenierte Ruch eine Prozession vor das Privathaus Köppels, zu der man stinkende Fische mitbringen sollte.

Seine Hetze als (subventionierte) Kunst zu bezeichnen, das würde selbst einem Vogelschiss-Hetzer wie Gauland nicht einfallen.

Fortsetzung folgt.

 

Kurz und interessant

= Fred Smith konnte vor 45 Jahren eine Benzinrechnung seines Kurierunternehmens über 24.000 Dollar nicht bezahlen und stand vor der Pleite. Smith nahm seine letzten paar tausend Dollar, flog nach Las Vegas, setzte sich an den Spieltisch und gewann so viel, dass er seine Firma retten konnte. Heute arbeiten 331.000 Mitarbeiter für ihn. Sein Konzern FedEx machte 2017 einen Jahresumsatz von etwa 64 Milliarden Dollar.

= Die Hauptursache für den Artenschwund ist die ausufernde Landnutzung durch den Menschen. Wie schaffen wir es, im Jahr 2050 zehn Milliarden Menschen zu ernähren und gleichzeitig den Artenschwund zu stoppen ? Durch High Tec incl. Digitalisierung in der Landwirtschaft plus neu entwickelte, für die Böden und Tiere unschädliche chemische Substanzen plus kostenlose Mittel zur Empfängnisverhütung für betroffene Länder.

= Die Radioaktivität in der deutschen Luft wird engmaschig überwacht; begonnen wurde damit, als Kernwaffentests noch zahlreiche Atompilze sprießen ließen.

= Die Linkspartei hat den ukrainischen Journalisten Kotsaba für den Aachener Friedenspreis vorgeschlagen. Jetzt wurde bekannt, dass Kotsaba im Jahr 2011 einen Artikel veröffentlichte, in dem er den Juden Verantwortung für den Aufstieg des Faschismus und des Kommunismus zuschob. Die Linken und der Antisemitismus kommen sich immer näher.

= Knapp zwei Drittel aller Wiener leben in sozial geförderten Wohnungen; der Wiener Bürgermeister dazu: „Wir sind immer unseren Weg gegangen, nichts zu privatisieren.“ (Handelsblatt)

= Zadie Smith in der FAZ a.S.: „Existenzielle Freiheit bedeutet für mich, sich möglichst nicht selbst zu täuschen. Sich selbst nicht zu belügen, was zu den schwierigsten Dingen im Leben gehört.“ „Wenn Engländer über die guten alten Zeiten reden, die sie sich zurückwünschen, so scheint es mir, träumen sie von Heinrich V. und der großen Schlacht gegen die Franzosen und der Erweiterung des Reichs.“

= Der amerikanische Professor Daron Acemoglu: „Das Grundeinkommen ist eine selten schlechte Idee. Die Rechten wollen damit das Soziale Netz abschaffen, die Linken wollen das Einkommen zusätzlich zu den klassischen Sozialleistungen geben – das ist unbezahlbar.“ „Winston Churchill hat gesagt, daß die Demokratie die schlechteste aller Regierungsformen ist, abgesehen von allen anderen. Diktaturen und Oligarchien investieren nicht in Bildung, Forschung und Gesundheit; sie bereichern ihre Freunde und errichten Marktbarrieren für alle anderen.“ (FAZ a.S.)

= Kurz und gut

  • Deutschland zieht so viele Investitionen an wie noch nie. Mehr als 2000 Ansiedlungsprojekte im vergangenen Jahr.
  • Deutschland schafft erstmals Forschungsziel. Seit 2010 sollen Staat und Wirtschaft mehr als drei Prozent der Wirtschaftsleistung fürs Forschen ausgeben. Jetzt hat es geklappt – dank der Autoindustrie !!
  • Kohlendioxid – Ausstoss in der EU s i n k t weiter ! CO2-Ziel 2000 schon erreicht.
  • Italiens beruhigende Leistungsbilanz. Seit 2012 erzielt das Land wieder Überschüsse. Das dämpft Sorgen vor der hohen Staatsverschuldung.
  • Der Maschinenbauer Trumpf hat seinen Umsatz von 1,34 Milliarden Euro in 2009 auf 3,57 Milliarden Euro in 2017 erhöht und die Zahl der Mitarbeiter von 7955 auf 13420 gesteigert. Die Firma Trumpf sieht sich auch sehr gut gerüstet für eventuelle Krisen.
  • In der Schweiz stemmen sich Konservative und Linksalternative reflexartig gegen technologische Neuheiten – so jetzt mit dürftigen Argumenten gegen den Mobilfunkstandard 5G. Diese Angstkampagne verfängt in Teilen der Bevölkerung – wird sich aber n i c h t durchsetzen !!!

 

Gedichte

= Schön und gut und klar und wahr (Robert Gernhardt):

Da sind diese vier weißen Tauben, die sich in das Blau des Himmels schrauben. / Sie leuchten sehr auf beim Steigen, um sich kurz darauf dunkel zu zeigen. / Das machen sie immer gemeinsam, nie flog auch nur eine je einsam. / Warum die das tun ? Keine Ahnung. Möglicherweise als Mahnung: Es ist schön, sich im Aufwind zu wiegen. Es ist gut, nicht alleine zu fliegen. Es ist klar, daß Steigen schon viel ist. Es ist wahr, daß der Weg das Ziel ist.

= K a n t (Robert Gernhardt):

Eines Tages geschah es Kant, daß er keine Worte fand.

Stundenlang hielt er den Mund, und er schwieg nicht ohne Grund.

Ihm fiel absolut nichts ein, drum ließ er das Sprechen ein.

Erst als man zum Essen rief, wurde er wieder kreativ,

und sprach die schönen Worte: „Gibt es hinterher noch Torte ?“

= Summa Summarum (Theodor Fontane):

Eine kleine Stellung, ein kleiner Orden (fast wär ich auch mal Hofrat geworden), ein bißchen Namen, ein bißchen Ehre, eine Tochter „geprüft“, ein Sohn im Heere, mit siebzig `ne Jubiläumsfeier, Artikel im Brockhaus und im Meyer…. Altpreußischer Durchschnitt. Summa Summarum, es dreht sich immer um Lirum Larum, um Lirum Larum Löffelstiel. Alles in allem – es war nicht viel.

= Passend zur Europawahl: Friedrich Schiller:

Der Menschheit Würde ist in eure Hand gegeben. Bewahret sie ! Sie sinkt mit euch; mit euch wird sie sich heben !

Pflichtlektüre für jeden politisch interessierten Menschen: „Verlorene Welten. Eine Geschichte der Indianer Nordamerikas 1700 – 1910“ von Aram Mattioli (Klett-Cotta). Zitate aus einer Buchbesprechnung von Eberhard Rathgeb:

„Als die Europäer in Nordamerika landeten, trafen sie auf Millionen Indianer, die verstreut in dem Land lebten. Die Europäer wollten etwas haben, das ihnen nicht gehörte. So verlogen konnte keiner von ihnen sein, zu glauben, solange kein Zaun zu sehen sei, wäre das Land frei zu haben und es gehöre demjenigen, der es einzäunen würde. Als die Staaten die Geschichte ganz offiziell in die Hand nahmen und es darum ging, Kolonien zu bilden, erklärten sie Land, das ihnen nicht gehörte, zu ihrem Besitz. Mattiolis Buch ist nie sentimental, nur traurig, empörend und erhellend. Die Siedler waren eine von materieller Not und dem Streben nach Glück getragene Menge von Einzeltätern, die sich nahmen, was sie brauchten.

Erst der Staat, der Kolonien gründete, und dann die Kolonien, die sich zu einem unabhängigen Staat erklärten, gaben der Ausrottung der Indianer eine rechtliche, vom Staat legitimierte Fassung. Der christliche, zivilisierte europäische Rassismus war die Grundlage der kommenden Blüte der modernen Welt: Nordamerika.

Ein großer Teil der Indianer ist schon vor der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung an den von den Europäern eingeführten Krankheiten wie Pocken, Masern, Diphtherie zugrunde gegangen.

Das junge Nordamerika war rassistisch, rücksichtslos, gierig, hochmütig, gewalttätig und verlogen. Die Indianer, die gleichsam neben der Zeit existierthatten, wurden in dieses Desaster hineingezogen und kamen darin um. Nordamerika, Europas Neugeburt, wurde immer größer und mächtiger. Aber wenn eine Sache so schlecht begonnen hat, kann das gut enden ?

 

Fußball – Fetischist

= Der wichtigste Grundsatz für einen Präsidenten oder Manager lautet: Kritisiere n i e einen Spieler oder gar den Trainer in der Öffentlichkeit. Das machen nur eitle Typen wie Karl-Heinz Rummenigge. Kritik darf nur intern geäußert werden; wenn es besonders hart zur Sache geht, muss das unter vier Augen und vertraulich passieren. Erst wenn eine Trennung beschlossen ist, kann man die Öffentlichkeit informieren, sonst schadet man seinem Club. Bei dem Mitläufer Rummenigge habe ich den Eindruck, dass er sich nochmal in Szene setzen will, bevor er in Rente geht.

Auch Matthias Sammer plappert zu viel heiße Luft; er kritisiert das BVB-Team und meint natürlich den Trainer, dessen Job er gerne hätte. Dafür muss man Verständnis haben, hält sich Sammer doch für den besten Fachmann aller Zeiten.

= Es ist wirklich schade, dass weniger als ein Prozent der Anhänger ihren Club mit den übelsten Aktionen in Verruf bringen können. Der Gipfel wurde von der Schalker Ultra-Gruppierung „Hugos“ erreicht, die mit dem Banner „Freiheit für Sergej W.“ zum Derby mit dem BVB einem Mörder gehuldigt haben. Auch die Pyro-Aktionen werden von einem kleinen Kreis selbstverliebter und leider vermummter Zuschauer verübt, denen der Fußball nichts bedeutet.

Der Kicker schreibt: Spieler, Trainer und Präsident von Unterhaching mussten sich beim Heimspiel gegen Jena wütenden Anhängern stellen. Wieso wütend ? Könnten diese Typen mal auf die Idee kommen, ihren Club gerade dann zu unterstützen, wenn er mit dem Rücken zu Wand steht ? Das gilt besonders in Unterhaching, wo ein großer Teil der Arbeit ehrenamtlich verrichtet wird. (Von den Nürnberger Zuschauern bin ich beeindruckt, wie sie ihre Mannschaft für ihren Einsatz gefeiert haben, nachdem der Abstieg feststand)

Die Dresdener Ultras haben ihren Club schon hunderttausende Euro an Strafen gekostet; auf ihre Fahne schreiben sie „Nichts ist größer als der Verein“ und beleidigen einzelne Spieler auf das übelste.

= E n d l i c h !! Theo Zwanziger hat in der Schweiz Strafanzeige wegen „ungetreuer Geschäftsführung“ gegen den FiFa-Chef Infantino erstattet. Damit kommt jetzt auch die Schweizer Bundesanwaltschaft, die Infantino „geschont“ hat, in die Bredouille. Ich habe neulich einen Insider gefragt, warum die UEFA nicht gegen diesen Infantino vorgeht; die Antwort war kurz und klar: „Weil in der FiFa die korrupten Länder in der Mehrheit sind und an Infantino festhalten.“

= In Uganda werden Jugendliche zu Kinderfußballtrainern ausgebildet. Diese „Young Coaches“ kommen unter anderem aus den vier SOS-Kinderdörfern des Landes; sie werden dafür geschult, benachteiligten Kindern über den Sport soziale Kompetenzen zu vermitteln. Die SOS-Kinderdörfer arbeiten mit Experten von Werder Bremen und Bayer Leverkusen zusammen. Die „Young Coaches“ sollen ihren Schülern Werte wie Fairplay und Solidarität sowie den Umgang mit Konflikten und Niederlagen vermitteln. Die deutschen Trainer waren vom Engagement der jungen Trainer beeindruckt.