Die Welt ist ein Dorf

= „Der IS bekriegt nicht die westliche Wertegemeinschaft, sondern alle Menschen, die nicht in sein religiös drapiertes Weltbild passen. Die Mitglieder der internationalen IS-Brigaden planen und begehen fortwährend schwerste Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Wo es Gesetze gibt, geht es nicht um mehr oder weniger exclusive Werte, sondern darum, den Gesetzen Geltung zu verschaffen – im Fall andauernder Verbrechen gegen die Menschlichkeit nicht nur im eigenen Land.

Die Pflicht zum Kampf gegen den IS führt auch zu der Notwendigkeit, sich mit all den politischen Kräften zu verbünden, die den Terror ablehnen, gleichgültig, ob sie dem Modell westlicher Demokratien genügen oder nicht. In Europa müssen wir unsere Werte notfalls mit Gewalt verteidigen. Anderen Völkern sollten wir sie vorleben, jedoch nicht gewaltsam aufzwingen wollen.“ (Götz Aly)

= „Wer sich in der einstigen britischen Kolonie Hongkong mit Diplomaten und Geschäftsleuten unterhält, bekommt auf die Frage, ob Peking das Prinzip „ein Land – zwei Systeme“, das der Stadt Autonomie einräumt, unterwandere, stets die gleiche Antwort: „Nein, bis auf kleine Ausnahmen ist das nicht der Fall.“ Hongkongs Gerichte werden unabhängig wahrgenommen. Die Meinungs- und Pressefreiheit ist intakt, was in den vergangenen Monaten eindrücklich bestätigt worden ist.

Wer regelmäßig vom chinesischen Festland nach Hongkong reist, weiss die dortigen Freiheiten zu schätzen. Die Finanzmetropole befindet sich entgegen allen Unkenrufen nicht auf dem Weg, eine unbedeutende chinesische Großstadt zu werden. Den bis 2047 gewährten Sonderstatus der Stadt sollten die Demonstranten nicht aufs Spiel setzen. Sie sollten sich viel mehr mäßigen und den Dialog mit der Regierung suchen, selbst wenn deren Chefin immer noch Lam heißt.“ (Fundstück)

= Der ehemalige Präsident von Uruguay, José Mujica, in der FAZ a.S.: „Lateinamerika ist ein Kontinent mit unheimlich vielen Ressourcen. Wir haben eine relative Einheit der Sprachen. Und wir haben einige gemeinsame Traditionen über die Länder verteilt. Es ist ein Kontinent, der noch immer sehr viele Menschen aufnehmen kann. Europa ist ein alter Kontinent, der eine große Einheit anstrebt und viele Sprachen, viele Nationen und Kulturen vereint. Was Europa seit Jahren versucht, ist für uns in Lateinamerika ein Ansporn.

Lateinamerika ist ein Kontinent, der ein großes soziales Ungleichgewicht aufzuholen hat. In dem Sinne haben wir noch viel zu erkämpfen. Irgendwo ist die Idee auf der Strecke geblieben, dass wir alle gleichwertig sind. Unsere Politiker führen das Leben einer privilegierten Minderheit. Aber die Republik ist aus dem Gedanken entstanden, die schlechten Gewohnheiten der Monarchie hinter sich zu lassen. Die Bürger glauben immer weniger daran, dass die politischen Institutionen ihre Interessen vertreten. Und das ist das Schlimmste, was einer Gesellschaft passieren kann.“

= Die aus Ingolstadt stammende 48-jährige Angela Katschke arbeitet seit 2010 in der Kapstädter Armensiedlung Vrygrond und bietet dort Kunsttherapie für Kinder mit schweren Traumata an. Aus dem anfangs kleinen Schmetterlingsprojekt ist mittlerweile eine Schulgemeinschaft von 700 therapiebedürftigen Kindern geworden.

Südafrika ist auch nach dem Ende der Apartheid ein Land mit größten sozialen Unterschieden geblieben. An kaum einem Ort sind die Einkommensunterschiede so groß wie hier. Die hohe Arbeitslosenquote von knapp dreißig Prozent und der verbreitete Alkohol- und Drogenmissbrauch tun ihr Übriges. (C.i.G.)

= Jedes Jahr werden weltweit Millionen Mädchen genital verstümmelt. Tausende verbluten dabei; und jene, die den Eingriff überstehen, tragen meist lebenslange körperliche oder mentale Schäden davon: Inkontinenz, Traumata, Fisteln, Sexualstörungen, Menstruationsbeschwerden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) prangert die Genitalverstümmelung als „katastrophale Verletzung der Menschenrechte“ an. Laut Schätzungen der UNO leben weltweit etwa 200 Millionen Mädchen und Frauen mit verstümmelten Genitalien – besonders im nordöstlichen und im westlichen Afrika und im Nahen Osten.

Die Staatengemeinschaft hat sich das Ziel gesetzt, die Praktik der Genitalverstümmelung bis zum Jahr 2030 komplett zu eliminieren.

= Die „Schlacht von Marawi“ im Jahr 2017 zwischen Soldaten der philippinischen Armee und Islamisten dauerte fünf Monate. 200.000 Einwohner mussten flüchten und die Stadt wurde vollständig zerstört. Noch immer sind 66.000 Menschen obdachlos und tausende leben in „Übergangslagern“, wie das folgende Foto zeigt.

 
 
 

Kurz und interessant

= In manchen islamischen Ländern wird um ein modernes Glaubensverständnis gerungen. Die Hoffnung auf eine liberale Auslegung kommt vor allem in Ägypten voran. Dort befindet sich mit der Al-Azhar-Universität in Kairo eine herausragende Glaubensautorität für sunnitische Muslime. Forscher dieser Einrichtung haben den Onlinehändler Amazon kritisiert, weil dieser radikale islamische Bücher vertreibt.

Der Großscheich der Al-Azhar-Moschee, Ahmad Mohammad Al-Tayyeb, unterschrieb vor einem Jahr zusammen mit Papst Franziskus eine Erklärung zur „Geschwisterlichkeit aller Menschen“. Es gelte, unzeitgeäße Formen des Glaubens hinter sich zu lassen.

= Sir William Golding (1911-1993), Literaturnobelpreisträger und Autor des Romans „Herr der Ringe“: „Ich denke, Frauen sind töricht, so zu tun, als ob sie den Männern gleich sind. Sie sind ihnen weit überlegen und sind es immer gewesen. Was auch immer man einer Frau gibt, wird sie größer machen. Wenn du ihr einen Samen gibst, wird sie dir ein Baby geben. Wenn du ihr ein Haus gibst, wird sie dir ein Heim geben. Wenn du ihr Lebensmittel gibst, wird sie dir ein Mahl geben. Wenn du ihr ein Lächeln gibst, wird sie dir ihr Herz geben. Sie vermehrt und vergrößert, was ihr gegeben wird.“

= Der Frühling ist da ! Dazu passt das Gedicht von Max Dauthendey:

Drinnen im Strauß

Der Abendhimmel leuchtet wie ein Blumenstrauß, wie rosige Wicken und rosa Klee sehen die Wolken aus. Den Strauß umschliessen die grünen Bäume und Wiesen, und leicht schwebt über der goldenen Helle – des Mondes Sichel wie eine silberne Libelle. Die Menschen aber gehen versunken tief drinnen im Strauß, wie die Käfer trunken und finden nicht mehr heraus.

= Dubiose Tugend aller Revolutionäre: So viele Gefühle für die Menschheit, daß keines mehr bleibt für den Menschen. (Hans Kasper)

= Die Sicherheitsbehörden haben im vergangenen Jahr 1700 Angriffe auf Asylbewerber und Flüchtlingsunterkünfte registriert.

= Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge betreut im Auftrag der Bundesregierung 832 Kriegsgräberstätten in 46 Staaten. In seiner Obhut befinden sich die Gräber von 2,7 Millionen Kriegstoten. Der Verein berät Angehörige, pflegt Gräber, bettet Gebeine um, organisiert Gedenkveranstaltungen. In den Datenbanken des Volksbundes sind Millionen Verstorbene und Vermisste verzeichnet. Seit dem Ende des Kalten Krieges 1989 wurden in den Warschauer-Pakt-Staaten 920.000 Kriegstote exhumiert, darunter Deportierte, Flüchtlinge, Zwangsarbeiter und KZ-Opfer.

= Nirgends war der Judenhass um 1900 so gewalttätig wie in Russland. Von hier aus gingen die „Protokolle der Weisen von Zion“ um die Welt – jene obskure Verschwörungstheorie, derer sich später auch die Nazis bedienten.

= Der Zoologe Matt Ridley: „Es klingt weise, pessimistisch zu sein und lächerlich, optimistisch zu sein.“

„Zeitungen würden mit frohen Botschaften weit weniger Geld verdienen.“

„Schlechte Nachrichten kommen als Flut, gute Nachrichten als Tropfen.“

= Das „Erneuerbare-Energien-Gesetz“ wurde vor wenigen Tagen 20 Jahre alt. Der Anteil der Erneuerbaren betrug im Jahr 2019 – allen Miesmachern zum Trotz – über f ü n f z i g Prozent !! Allerdings stieg die EEG-Förderung auf 27,5 Milliarden Euro im Jahr 2019. Jeder private Haushalt ist daran mit 16 Euro pro Monat beteiligt; diese Kosten werden in den nächsten Jahren kontinuierlich fallen.

= Wissen ist der erste Rohstoff, der sich bei Gebrauch vermehrt.

= „Herr Habeck kommt mir vor wie ein Fischstäbchen. Außen ist unglaublich viel leckere Panade, aber innen drin nur wenig Fisch.“ (Fundstück)

 

Kapitalismus – Ein gewaltiges Ungetüm !

= „Der Kapitalismus ist alternativlos und das die Freiheit des Einzelnen am wenigsten gefährdende System. Der Kapitalismus ist ein gewaltiges Ungetüm; in seiner ungebändigten Form schafft er ein Ausmaß an sozialer Ungleichheit, die zwangsläufig mit Gefühlen der Erniedrigung und kollektivem Vertrauensverlust einhergeht. Deshalb muss dieser anarchische Kapitalismus durch gezielte staatliche Eingriffe gezähmt werden.“ (Tony Judt)

= Die folgende Erkenntnis von Arthur Young aus dem Jahr 1 7 8 7 gehört in die Grundsemester von Politik, Wirtschaft und Philosophie:

„Setze jemanden in den sicheren Besitz von blankem Fels, und er wird den Felsen zu einem Garten verwandeln; verpachte ihm auf neun Jahre einen Garten, und er wird ihn zu einer Wüste verwandeln. Die Zauberkraft des Besitzes macht Sand zu Gold.“

= Wie sagte Winston Churchill treffend: „Dem Kapitalismus wohnt ein Laster inne: die ungleichmäßige Verteilung der Güter. Dem Sozialismus hingegen wohnt eine Tugend inne: die gleichmäßige Verteilung des Elends.“

= Mythos: Wirtschaftswachstum zerstört unseren Planeten und hilft nur den Reichen.

Realität: Wachstum ist der effizienteste Fluchthelfer aus der Armut.

= Der Antikapitalismus spielt in den Idiologien sowohl der rechtsradikalen Parteien (Front National – AfD) als auch der linksradikalen Parteien (Die Linke u.a.) eine zentrale Rolle. Selbst die NSDAP machte zumindest verbal auf Antikapitalismus. Einerseits ist das populär und bringt Stimmen und andererseits würde die Demontage der Sozialen Marktwirtschaft zu Massenarbeitslosigkeit führen und radikale Parteien an die Macht bringen.

= Martin Rhonheimer (Professor an der päpstlichen Hochschule Santa Croce in Rom): „Kapitalismus ist die Wirtschaftsform des Gebens. Christliche Sozialethiker haben es einst gewusst: Der Kapitalismus ist sozial. Der Begriff „Kapitalismus“ verdient eine Rehabilitierung – gerade aus christlicher und sozialer Perspektive. Auch dir Kirche sollte vermehrt zu Freiheit und Eigenverantwortung ermutigen.“ Papst Franziskus ist da anderer Meinung: „Wenn die Politik wirklich dem Menschen dienen soll, darf sie nicht Sklave der Wirtschaft und der Finanzwelt sein.“ Und auf evangelischen Kirchentagen lautet das Mantra, dass etwas fundamental schief läuft in unserer Gesellschaft und dass der T e u f e l in der Wirtschaft steckt – im Kapitalismus.

= „Schulbücher quellen über von marktfeindlichen Irrlehren und antikapitalistischer Rhetorik. Der 1989 überwunden geglaubte Sozialismus lebt in deutschen Lehrmitteln fort. Dort wird ökonomischer Nonsens mit linkem Beigeschmack serviert – und unverblümt Parteipolitik betrieben“ (Fundstück)

= 25 Prozent der Steuerzahler zahlen 80 Prozent der gesamten Lohn- und Einkommensteuer.

= In Deutschland bilden etwa vier Millionen Unternehmen den Kern der Volkswirtschaft und beschäftigen etwa 30 Millionen Menschen.

= Das System des freien Unternehmertums und offener Märkte hat zu Forschungen und Entdeckungen geführt, mit deren Hilfe die schlimmsten, manchmal gar die gesamte menschliche Existenz berdohenden Krankheiten besiegt werden konnten – und tun es immer noch.

= Sozialismus klingt gut, funktioniert aber schlecht. Mit dem Kapitalismus ist es umgekehrt.

= Auch im Interesse der Entwicklungsländer und zur Bekämpfung der weltweiten Armut brauchen wir m e h r Globalisierung und freien Welthandel. Die Süddeutsche Zeitung sieht das anders: „Die Zweifel an der Globalisierung und dem freien Welthandel wachsen. Denn durch den schrankenlosen Verkehr von Waren und Kapital ist eine Zwei-Klassengesellschaft entstanden.“

= „Die meisten deutschen Intellektuellen haben nichts zu der Frage zu sagen, was Europa heute heißt. Und während heute alle Welt kapitalistisch wirtschaftet, blockiert der romantische Antikapitalismus jedes Nachdenken darüber, wie eine erfolgreiche Zukunft des Kapitalismus aussehen könnte. Beide Fragen hängen natürlich eng miteinander zusammen, denn es geht hier um die Einzigkeit Europas, die Freiheit des Westens, die durch technischen Fortschritt und wirtschaftliches Wachstum, freien Markt und Individualismus, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie definiert ist.“ (Schweizer Monat)

 

Athen will alle NGO kontrollieren

In Griechenland müssen sich ab sofort alle Nichtregierungsorganisationen (NGO) beim Staat anmelden. Nur dann dürfen sie auf den Inseln Flüchtlingen helfen. Einige NGO haben das Flüchtlingsproblem genutzt, um Gelder direkt von der EU zu kassieren und sie haben Flüchtlinge auf der Insel Lesbos zu Demonstrationen motiviert, bei denen Tränengas eingesetzt wurde, um körperliche Auseinandersetzungen mit der Polizei zu beenden.

Die NGO „überwachen“ Konzerne und Politik. Die NGO überwacht niemand. Für die meisten der weltweit 7.500 NGO geht es nicht um humanitäre Hilfe, für die sie bezahlt werden oder Spenden erhalten, sondern um politischen Aktivismus. Sich selbst betrachten die NGO als das Wahre und Gute – dabei sind viele von ihnen florierende Wirtschaftsunternehmen; sie treten als „Anwalt“ der Verbraucher oder der Menschen auf, sind aber von niemandem gewählt.

 

Tierversuche: Ja oder Nein ?

Der berühmte Hirnforscher und Direktor am Max-Planck-Institut in Tübingen, Nikos Logothetis, wird mit seiner Familie, einigen Mitarbeitern und seinen Ideen nach Shanghai wechseln. Dort bauen die Chinesen für ihn mit viel Geld einen Campus. Logothetis muss Deutschland verlassen, weil er und seine Mitarbeiter und seine Familie von Aktivisten seit Jahren bedroht werden. Nach der Ausstrahlung eines Films bei „Stern TV“ über gesetzlich legale Tierversuche an seinem Institut bekam Logothetis Morddrohungen und Vegan-Aktivisten verglichen ihn mit KZ-Arzt Josef Mengele.

In Deutschland sind Tierversuche gesetzlich streng geregelt. Aber ohne Tierversuche gäbe es keine Organtransplantation und keinen Herzschrittmacher und keine Hoffnung, Parkinson und Alzheimer zu besiegen.

Die militanten Tierversuchsgegner müssten konsequent auf alle Medikamente, medizinische Verfahren und Therapien verzichten, denen Tierversuche zugrunde liegen und auf ihrer Patientenkarte oder auf dem Personalausweis muss das vermerkt werden.

Deutschland ist ein demokratischer Rechtsstaat; wenn die Aktivisten ein Verbot von Tierversuchen durchsetzen wollen, dann müssen sie über eine demokratische Partei daran arbeiten, dafür im Bundestag eine Mehrheit zu bekommen. Das ist der einzige akzeptable Weg.

 

Russische Notizen

= In Estland wurde immer viel gekämpft. Die Wikinger waren hier, der Deutsche Orden, die Russen und die Schweden. Das meiste, das in der estnischen Erde steckt, stammt aus dem 2. Weltkrieg: Waffen, Munition, Kochgeschirr, Panzer, ganze Flugzeuge. Und viele tote Soldaten. Allein in Estland sind mindestens 35.000 deutsche Soldaten und mehr als 100.000 Rotarmisten ums Leben gekommen. Tausende liegen immer noch in den Sümpfen und Wäldern unter der Erde.

= Den Krieg kannte der Este zunächst aus den Erzählungen seiner Großväter. Der eine, deutschstämmig, war Sanitäter bei der Wehrmacht, der andere Unteroffizier in der Sowjetarmee. Eine ganz normale estnische Familiengeschichte, typisch für ein Land, das zwischen zwei totalitären Staaten zerrieben worden war.

= Der Massenmord an sowjetischen Kriegsgefangenen im 2. Weltkrieg ist kaum bekannt. Jetzt soll endlich eine würdige Gedenkstätte in Stukenbrock entstehen. In der Phase schneller deutscher Siege zu Beginn des Krieges nahm die Wehrmacht mehrere Millionen Soldaten der Roten Armee gefangen und brachte sie in Dutzende sogenannte Stammlager wie z.B. Stalag 326 – ein leeres Feld, mit ein paar Bäumen, etwa 1000 Meter lang und 400 Meter breit, umzäumt mit Stacheldraht, bewacht von Türmen an jeder Ecke. Auf dem offenen Terrain wurden die Gefangenen behandelt wie Tiere; um sich vor Kälte und Hitze zu schützen, gruben sie Höhlen im sandigen Boden, bauten Unterschlüpfe aus Laub und Ästen, ernährten sich von Baumrinde und Regenwürmern; Krankheiten wie Ruhr und Fleckfieber breiteten sich aus. Mehr als drei Millionen überlebten die Zustände dort nicht. Sowjetische Kriegsgefangene sind nach den Juden die zweitgrößte Opfergruppe der Nazis. (Lesen Sie Christian Streits Buch „Keine Kameraden“)

= Zur deutschen Kriegsplanung gehörte auch die systematische Vertreibung von 14 Millionen Weißrussen, Ukrainern und Russen in Richtung Osten. Eintrag im Kriegstagebuch der 6. Deutschen Armee: „Das Chaos in Russland wird umso größer werden, je mehr die Bevölkerung der sowjetrussischen Städte nach dem Innern Russlands flüchtet. Die Städte sind daher vor ihrer Einnahme durch Artellerie-Feuer zu zermürben und ihre Bevölkerung zur Flucht zu veranlassen.“ Die Vertreibung der Deutschen aus den östlichen Provinzen am Ende des Krieges hat die unmittelbare Vorgeschichte mit den Deutschen als Tätern.

= Polen und Russland haben eine höchst unterschiedliche Sicht auf die Vorgeschichte des 2. Weltkriegs. Der russische Präsident Putin nahm dazu in einem Offenen Brief an die Polen Stellung: „Begann man nicht schon lange vor dem 1. September 1939 damit, die Grenzen Europas zu zerstören? Und gab es keine Annexion Österreichs, keine zerfetzte Tschechoslowakei, als sich nicht nur Deutschland, sondern auch Ungarn und im Grunde auch Polen, an der territorialen Umverteilung Europas beteiligten? Genau an dem Tag, an dem das Münchener Abkommen unterzeichnet wurde, stellte Polen sein Ultimatum an die Tschechoslowakei und schickte seine Armee gleichzeitig mit den deutschen Truppen in die Gebiete von Teschen und Freystadt. Und kann man vor den Versuchen der westlichen Demokratien, sich hinter den Kulissen von Hitler „freizukaufen“ und seine Aggressionen „auf den Osten umzulenken“, die Augen verschließen? Die ganze Erfahrung aus der Zeit zwischen den Kriegen – vom Versailler Frieden bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs – zeugt davon, dass es nicht möglich ist, ein effektives System für kollektive Sicherheit zu erschaffen, ohne dass sich alle Länder des Kontinents daran beteiligen, Russland inbegriffen. Die Gründung der Anti-Hitler-Koalition – das ist der Wendepunkt in der Geschichte des 20. Jahrhunderts.“

= Nach dem 1. Weltkrieg befreiten sich die Russen von der Feudalherrschaft und die Kommunisten übernahmen die Macht. Dieses über viele Jahrhunderte geschundene russische Volk musste seine Hoffnung auf ein besseres Leben ganz schnell begraben. Stalin und Konsorten errichteten ein Terrorregime, das bis in die 1970er Jahre herrschte und das Millionen Russen im Gulag oder in Gefängnissen ermordete. Beispiel: Zwischen 1935 und 1955 waren in den Straflagern der UdSSR schätzungsweise fünf Millionen Frauen inhaftiert. Darunter befanden sich junge Mädchen, Mütter und Hochbetagte aus allen sozialen Schichten und Nationalitäten der Sowjetunion sowie Europas. Die „Moskauer Hauptverwaltung Lager“ ließ die Frauen nach den gleichen Normen wie Männer teils schwere Zwangsarbeit leisten, versorgte sie mit den gleichen Hungerrationen und zerlumpter Bekleidung und sperrte sie in die gleichen engen, unhygienischen Unterkünfte. Das Überleben war ein täglicher Kampf, ein fortwährendes Ringen, um aus der Arbeit, der wenigen freien Zeit, aus der Erinnerung oder dem Gespräch mit Kameradinnen etwas Mut und Kraft zu schöpfen. Wie viele Frauen die Lager überlebten, ist nicht bekannt; wahrscheinlich kamen weit mehr als die Hälfte nicht mehr zurück. (Lesen Sie das Buch „Der Archipel Gulag“ von Alexander Solschnenizyn)

= Imre Nagy war von 1953 bis 1955 Ministerpräsident von Ungarn. Während der ungarischen Revolution 1956 kam er wieder in sein Amt und plante eine paramentarische Demokratie. Die Revolution scheiterte an den sowjetischen Panzern. Nagy wurde 1958 zum Tode verurteilt und hingerichtet. (s. folgendes Foto)

Ilona Tóth war Ärztin in einem Budapester Krankenhaus und Mitglied einer revolutionären Gruppe. Sie wurde mit 24 Jahren hingerichtet. (s.folgendes Foto ihres Grabsteins).


 
 

Mit rechts die Moralkeule schwingen und mit links die Leser hinters Licht führen !

Liebe Leser, wissen Sie, was das Wort „Publireportage“ bedeutet ? Publireportage ist dasselbe wie „advertorial“ und fällt ebenfalls in den Bereich der „Content-Werbung“. Das alles ist Werbung, die nicht als Werbung geoutet wird; das geht so: Der Werbekunde XY fabriziert sündhaft teure Handtaschen und beauftragt die Zeitung XY, diese Handtaschen mit einem journalistischen Beitrag zu glorifizieren und abzubilden und natürlich die Marke zu erwähnen.

Der Begriff „Publireportage“ stammt übrigens aus der eigentlich seriösen NZZ; und die beste deutsche Tageszeitung FAZ sucht per Stellenanzeige „Mitarbeiter Content Vermarktung“.

Offensichtlich stehen gedruckte Medien wegen sinkender Auflagen und wegfallender Werbung unter großem Druck; dafür muss man Verständnis haben und ich könnte diese Werbe-Tricks akzeptieren, wenn diese Medien nicht gleichzeitig die demokratischen Parteien und Politiker pauschal verurteilen oder diffamieren.

Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Zur Corona-Pandemie darf eine gewisse Eva Illouz im Feuilleton der S.Z. auf die Pauke hauen und schreiben: „Der Kapitalismus und seine Protagonisten haben uns einer globalen Katastrophe ausgesetzt.“ Und dann kommt der folgende ekelhafte Satz:

„Katastrophen eröffnen den politischen Eliten die Gelegenheit, Beute zu machen.“

 

Die Süddeutsche Zeitung und der feministische Wahnsinn!

Wir Männer hatten uns ja daran gewöhnt, dass Frauen in der Welt der S.Z. die besseren Menschen sind und aus purer Gewohnheit haben wir das Abo der S.Z. nicht gekündigt. Jetzt aber kommt es knüppeldick:

  • In einem sogenannten „Essay“ bringt die S.Z. unter der Riesenschlagzeile: „Wer das Land am Laufen hält“ folgendes: „Die Corona-Krise zeigt: Wenn es hart auf hart kommt, stützen vor allem Frauen Wirtschaft und Gesellschaft. Ihre systemrelevante Arbeit wird aber häufig schlecht oder gar nicht entlohnt.“
  • Vor ein paar Tagen hieß es in einem anderen „Essay“: „Frauen sind nicht selbst schuld daran, dass sie im Durchschnitt 21 Prozent weniger Gehalt bekommen als Männer. Dringend nötig sind G e s e t z e , die systematische Ungerechtigkeiten ausgleichen und v e r b i e t e n ! Coole Idee ! Es soll also verboten werden, was es gar nicht gibt ! In Deutschland verdienen etwa zehn Millionen Frauen, die entweder beim Staat und seinen diversen Unterorganisationen oder in der Privatwirtschaft mit tariflich geregelten Arbeitsverhältnissen tätig sind, g e n a u so v i e l wie ihre männlichen Kollegen ! (In der gleichen Position mit der gleichen Anzahl von Berufsjahren) Es ist darüber hinaus ein Alter Hut, dass Frauen f r e i w i l l i g Berufe wählen, die schlechter bezahlt sind: Also Friseuse statt Handwerkerin. Und der dritte Grund ist, dass viele Frauen freiwillig und mit Freude Mütter und nicht berufstätig sind, einige Jahre zu Hause bleiben, um dann wieder zu arbeiten – meistens in Teilzeit.
  • „Unternehmen mit mehr Geschlechtervielfalt schneiden an der Börse besser ab, zeigt ein Report.“
  • „Viele Frauen wollen sich Arbeitsumfelder nicht antun, bei denen es so sehr auf Ellenbogen ankommt. Und die, die wollen, werden auf ihrem Weg dorthin diskriminiert.“

Im Sex-Gewerbe sind die Frauen offensichtlich nicht benachteiligt; das lässt die folgende Riesenschlagzeile der S.Z. vermuten: „Jede Frau hat das Recht, mit Sex Geld zu verdienen. Salomé Balthus verkauft ihren Körper aus Überzeugung. Sie sei, so sagt sie von sich selbst, Marxistin und Feministin – und im Bett nicht besser als andere .“

 

Kluge Worte

= Geh eine Meile, um einen Freund zu sehen, zwei Meilen, um einen Kranken zu besuchen, drei Meilen, um Frieden zwischen Menschen zu stiften. (Arabisches Sprichwort)

= Wer seine Meinung nie zurückzieht, liebt sich selbst mehr als die Wahrheit. (Joseph Joubert)

= Wer an das Gute im Menschen glaubt, bewirkt das Gute im Menschen. (Jean Paul)

= Man sollte nur von Pessimisten Geld borgen, denn sie erwarten ohnehin nicht, dass sie es zurückbekommen. (Georg Thomalla)

= Der Mensch schuf Gott nach seinem Bilde. (Ludwig Feuerbach)

= Wir werden als Entwurf zu einem Menschen geboren, und dann müssen wir daran arbeiten, daraus bis zum letzten Seufzer etwas möglichst Gelungenes zu machen. Wenn man sich nur gemütlich oder gleichgültig zurücklehnt, schwänzt man sein Leben. Man kann durchaus klüger, mitfühlender und dankbarer werden und verändert dann sein Bewusstsein und seine Gedanken und Taten und letztlich seine ganze Wirklichkeit. (André Heller)

= Aber was ist, um die allerschwierigste Frage zu stellen, mit dem Tod? Ich habe über diesen bitteren Gesellen in vielen Jahrzehnten viel Bedenkenswertes gelesen, der griechische Philosoph Epikur hat mit einer Formel alles auf den Punkt gebracht. „Der Tod geht uns nichts an. Denn solange wir existieren, ist der Tod nicht da, und wenn der Tod da ist, existieren wir nicht mehr.“

= Ganz gleich, wie viele heilige Worte du liest, ganz gleich, wie viele du sprichst – was für einen Wert haben sie für dich, wenn du nicht nach ihnen handelst? (Dhammapada)

= Willst du glücklich sein im Leben, trage bei zu anderer Glück, denn die Freude, die wir geben, kehrt ins eigene Herz zurück. (Goethe)

= Nimm dir jeden Tag eine halbe Stunde Zeit für deine Sorgen und in dieser Zeit mache ein Schläfchen. (Laotse)

= Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden. (Amerikanisches Pilgergebet)