Kapitalismus – Ein gewaltiges Ungetüm !

= „Der Kapitalismus ist alternativlos und das die Freiheit des Einzelnen am wenigsten gefährdende System. Der Kapitalismus ist ein gewaltiges Ungetüm; in seiner ungebändigten Form schafft er ein Ausmaß an sozialer Ungleichheit, die zwangsläufig mit Gefühlen der Erniedrigung und kollektivem Vertrauensverlust einhergeht. Deshalb muss dieser anarchische Kapitalismus durch gezielte staatliche Eingriffe gezähmt werden.“ (Tony Judt)

= Die folgende Erkenntnis von Arthur Young aus dem Jahr 1 7 8 7 gehört in die Grundsemester von Politik, Wirtschaft und Philosophie:

„Setze jemanden in den sicheren Besitz von blankem Fels, und er wird den Felsen zu einem Garten verwandeln; verpachte ihm auf neun Jahre einen Garten, und er wird ihn zu einer Wüste verwandeln. Die Zauberkraft des Besitzes macht Sand zu Gold.“

= Wie sagte Winston Churchill treffend: „Dem Kapitalismus wohnt ein Laster inne: die ungleichmäßige Verteilung der Güter. Dem Sozialismus hingegen wohnt eine Tugend inne: die gleichmäßige Verteilung des Elends.“

= Mythos: Wirtschaftswachstum zerstört unseren Planeten und hilft nur den Reichen.

Realität: Wachstum ist der effizienteste Fluchthelfer aus der Armut.

= Der Antikapitalismus spielt in den Idiologien sowohl der rechtsradikalen Parteien (Front National – AfD) als auch der linksradikalen Parteien (Die Linke u.a.) eine zentrale Rolle. Selbst die NSDAP machte zumindest verbal auf Antikapitalismus. Einerseits ist das populär und bringt Stimmen und andererseits würde die Demontage der Sozialen Marktwirtschaft zu Massenarbeitslosigkeit führen und radikale Parteien an die Macht bringen.

= Martin Rhonheimer (Professor an der päpstlichen Hochschule Santa Croce in Rom): „Kapitalismus ist die Wirtschaftsform des Gebens. Christliche Sozialethiker haben es einst gewusst: Der Kapitalismus ist sozial. Der Begriff „Kapitalismus“ verdient eine Rehabilitierung – gerade aus christlicher und sozialer Perspektive. Auch dir Kirche sollte vermehrt zu Freiheit und Eigenverantwortung ermutigen.“ Papst Franziskus ist da anderer Meinung: „Wenn die Politik wirklich dem Menschen dienen soll, darf sie nicht Sklave der Wirtschaft und der Finanzwelt sein.“ Und auf evangelischen Kirchentagen lautet das Mantra, dass etwas fundamental schief läuft in unserer Gesellschaft und dass der T e u f e l in der Wirtschaft steckt – im Kapitalismus.

= „Schulbücher quellen über von marktfeindlichen Irrlehren und antikapitalistischer Rhetorik. Der 1989 überwunden geglaubte Sozialismus lebt in deutschen Lehrmitteln fort. Dort wird ökonomischer Nonsens mit linkem Beigeschmack serviert – und unverblümt Parteipolitik betrieben“ (Fundstück)

= 25 Prozent der Steuerzahler zahlen 80 Prozent der gesamten Lohn- und Einkommensteuer.

= In Deutschland bilden etwa vier Millionen Unternehmen den Kern der Volkswirtschaft und beschäftigen etwa 30 Millionen Menschen.

= Das System des freien Unternehmertums und offener Märkte hat zu Forschungen und Entdeckungen geführt, mit deren Hilfe die schlimmsten, manchmal gar die gesamte menschliche Existenz berdohenden Krankheiten besiegt werden konnten – und tun es immer noch.

= Sozialismus klingt gut, funktioniert aber schlecht. Mit dem Kapitalismus ist es umgekehrt.

= Auch im Interesse der Entwicklungsländer und zur Bekämpfung der weltweiten Armut brauchen wir m e h r Globalisierung und freien Welthandel. Die Süddeutsche Zeitung sieht das anders: „Die Zweifel an der Globalisierung und dem freien Welthandel wachsen. Denn durch den schrankenlosen Verkehr von Waren und Kapital ist eine Zwei-Klassengesellschaft entstanden.“

= „Die meisten deutschen Intellektuellen haben nichts zu der Frage zu sagen, was Europa heute heißt. Und während heute alle Welt kapitalistisch wirtschaftet, blockiert der romantische Antikapitalismus jedes Nachdenken darüber, wie eine erfolgreiche Zukunft des Kapitalismus aussehen könnte. Beide Fragen hängen natürlich eng miteinander zusammen, denn es geht hier um die Einzigkeit Europas, die Freiheit des Westens, die durch technischen Fortschritt und wirtschaftliches Wachstum, freien Markt und Individualismus, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie definiert ist.“ (Schweizer Monat)

 

Athen will alle NGO kontrollieren

In Griechenland müssen sich ab sofort alle Nichtregierungsorganisationen (NGO) beim Staat anmelden. Nur dann dürfen sie auf den Inseln Flüchtlingen helfen. Einige NGO haben das Flüchtlingsproblem genutzt, um Gelder direkt von der EU zu kassieren und sie haben Flüchtlinge auf der Insel Lesbos zu Demonstrationen motiviert, bei denen Tränengas eingesetzt wurde, um körperliche Auseinandersetzungen mit der Polizei zu beenden.

Die NGO „überwachen“ Konzerne und Politik. Die NGO überwacht niemand. Für die meisten der weltweit 7.500 NGO geht es nicht um humanitäre Hilfe, für die sie bezahlt werden oder Spenden erhalten, sondern um politischen Aktivismus. Sich selbst betrachten die NGO als das Wahre und Gute – dabei sind viele von ihnen florierende Wirtschaftsunternehmen; sie treten als „Anwalt“ der Verbraucher oder der Menschen auf, sind aber von niemandem gewählt.

 

Tierversuche: Ja oder Nein ?

Der berühmte Hirnforscher und Direktor am Max-Planck-Institut in Tübingen, Nikos Logothetis, wird mit seiner Familie, einigen Mitarbeitern und seinen Ideen nach Shanghai wechseln. Dort bauen die Chinesen für ihn mit viel Geld einen Campus. Logothetis muss Deutschland verlassen, weil er und seine Mitarbeiter und seine Familie von Aktivisten seit Jahren bedroht werden. Nach der Ausstrahlung eines Films bei „Stern TV“ über gesetzlich legale Tierversuche an seinem Institut bekam Logothetis Morddrohungen und Vegan-Aktivisten verglichen ihn mit KZ-Arzt Josef Mengele.

In Deutschland sind Tierversuche gesetzlich streng geregelt. Aber ohne Tierversuche gäbe es keine Organtransplantation und keinen Herzschrittmacher und keine Hoffnung, Parkinson und Alzheimer zu besiegen.

Die militanten Tierversuchsgegner müssten konsequent auf alle Medikamente, medizinische Verfahren und Therapien verzichten, denen Tierversuche zugrunde liegen und auf ihrer Patientenkarte oder auf dem Personalausweis muss das vermerkt werden.

Deutschland ist ein demokratischer Rechtsstaat; wenn die Aktivisten ein Verbot von Tierversuchen durchsetzen wollen, dann müssen sie über eine demokratische Partei daran arbeiten, dafür im Bundestag eine Mehrheit zu bekommen. Das ist der einzige akzeptable Weg.

 

Russische Notizen

= In Estland wurde immer viel gekämpft. Die Wikinger waren hier, der Deutsche Orden, die Russen und die Schweden. Das meiste, das in der estnischen Erde steckt, stammt aus dem 2. Weltkrieg: Waffen, Munition, Kochgeschirr, Panzer, ganze Flugzeuge. Und viele tote Soldaten. Allein in Estland sind mindestens 35.000 deutsche Soldaten und mehr als 100.000 Rotarmisten ums Leben gekommen. Tausende liegen immer noch in den Sümpfen und Wäldern unter der Erde.

= Den Krieg kannte der Este zunächst aus den Erzählungen seiner Großväter. Der eine, deutschstämmig, war Sanitäter bei der Wehrmacht, der andere Unteroffizier in der Sowjetarmee. Eine ganz normale estnische Familiengeschichte, typisch für ein Land, das zwischen zwei totalitären Staaten zerrieben worden war.

= Der Massenmord an sowjetischen Kriegsgefangenen im 2. Weltkrieg ist kaum bekannt. Jetzt soll endlich eine würdige Gedenkstätte in Stukenbrock entstehen. In der Phase schneller deutscher Siege zu Beginn des Krieges nahm die Wehrmacht mehrere Millionen Soldaten der Roten Armee gefangen und brachte sie in Dutzende sogenannte Stammlager wie z.B. Stalag 326 – ein leeres Feld, mit ein paar Bäumen, etwa 1000 Meter lang und 400 Meter breit, umzäumt mit Stacheldraht, bewacht von Türmen an jeder Ecke. Auf dem offenen Terrain wurden die Gefangenen behandelt wie Tiere; um sich vor Kälte und Hitze zu schützen, gruben sie Höhlen im sandigen Boden, bauten Unterschlüpfe aus Laub und Ästen, ernährten sich von Baumrinde und Regenwürmern; Krankheiten wie Ruhr und Fleckfieber breiteten sich aus. Mehr als drei Millionen überlebten die Zustände dort nicht. Sowjetische Kriegsgefangene sind nach den Juden die zweitgrößte Opfergruppe der Nazis. (Lesen Sie Christian Streits Buch „Keine Kameraden“)

= Zur deutschen Kriegsplanung gehörte auch die systematische Vertreibung von 14 Millionen Weißrussen, Ukrainern und Russen in Richtung Osten. Eintrag im Kriegstagebuch der 6. Deutschen Armee: „Das Chaos in Russland wird umso größer werden, je mehr die Bevölkerung der sowjetrussischen Städte nach dem Innern Russlands flüchtet. Die Städte sind daher vor ihrer Einnahme durch Artellerie-Feuer zu zermürben und ihre Bevölkerung zur Flucht zu veranlassen.“ Die Vertreibung der Deutschen aus den östlichen Provinzen am Ende des Krieges hat die unmittelbare Vorgeschichte mit den Deutschen als Tätern.

= Polen und Russland haben eine höchst unterschiedliche Sicht auf die Vorgeschichte des 2. Weltkriegs. Der russische Präsident Putin nahm dazu in einem Offenen Brief an die Polen Stellung: „Begann man nicht schon lange vor dem 1. September 1939 damit, die Grenzen Europas zu zerstören? Und gab es keine Annexion Österreichs, keine zerfetzte Tschechoslowakei, als sich nicht nur Deutschland, sondern auch Ungarn und im Grunde auch Polen, an der territorialen Umverteilung Europas beteiligten? Genau an dem Tag, an dem das Münchener Abkommen unterzeichnet wurde, stellte Polen sein Ultimatum an die Tschechoslowakei und schickte seine Armee gleichzeitig mit den deutschen Truppen in die Gebiete von Teschen und Freystadt. Und kann man vor den Versuchen der westlichen Demokratien, sich hinter den Kulissen von Hitler „freizukaufen“ und seine Aggressionen „auf den Osten umzulenken“, die Augen verschließen? Die ganze Erfahrung aus der Zeit zwischen den Kriegen – vom Versailler Frieden bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs – zeugt davon, dass es nicht möglich ist, ein effektives System für kollektive Sicherheit zu erschaffen, ohne dass sich alle Länder des Kontinents daran beteiligen, Russland inbegriffen. Die Gründung der Anti-Hitler-Koalition – das ist der Wendepunkt in der Geschichte des 20. Jahrhunderts.“

= Nach dem 1. Weltkrieg befreiten sich die Russen von der Feudalherrschaft und die Kommunisten übernahmen die Macht. Dieses über viele Jahrhunderte geschundene russische Volk musste seine Hoffnung auf ein besseres Leben ganz schnell begraben. Stalin und Konsorten errichteten ein Terrorregime, das bis in die 1970er Jahre herrschte und das Millionen Russen im Gulag oder in Gefängnissen ermordete. Beispiel: Zwischen 1935 und 1955 waren in den Straflagern der UdSSR schätzungsweise fünf Millionen Frauen inhaftiert. Darunter befanden sich junge Mädchen, Mütter und Hochbetagte aus allen sozialen Schichten und Nationalitäten der Sowjetunion sowie Europas. Die „Moskauer Hauptverwaltung Lager“ ließ die Frauen nach den gleichen Normen wie Männer teils schwere Zwangsarbeit leisten, versorgte sie mit den gleichen Hungerrationen und zerlumpter Bekleidung und sperrte sie in die gleichen engen, unhygienischen Unterkünfte. Das Überleben war ein täglicher Kampf, ein fortwährendes Ringen, um aus der Arbeit, der wenigen freien Zeit, aus der Erinnerung oder dem Gespräch mit Kameradinnen etwas Mut und Kraft zu schöpfen. Wie viele Frauen die Lager überlebten, ist nicht bekannt; wahrscheinlich kamen weit mehr als die Hälfte nicht mehr zurück. (Lesen Sie das Buch „Der Archipel Gulag“ von Alexander Solschnenizyn)

= Imre Nagy war von 1953 bis 1955 Ministerpräsident von Ungarn. Während der ungarischen Revolution 1956 kam er wieder in sein Amt und plante eine paramentarische Demokratie. Die Revolution scheiterte an den sowjetischen Panzern. Nagy wurde 1958 zum Tode verurteilt und hingerichtet. (s. folgendes Foto)

Ilona Tóth war Ärztin in einem Budapester Krankenhaus und Mitglied einer revolutionären Gruppe. Sie wurde mit 24 Jahren hingerichtet. (s.folgendes Foto ihres Grabsteins).


 
 

Mit rechts die Moralkeule schwingen und mit links die Leser hinters Licht führen !

Liebe Leser, wissen Sie, was das Wort „Publireportage“ bedeutet ? Publireportage ist dasselbe wie „advertorial“ und fällt ebenfalls in den Bereich der „Content-Werbung“. Das alles ist Werbung, die nicht als Werbung geoutet wird; das geht so: Der Werbekunde XY fabriziert sündhaft teure Handtaschen und beauftragt die Zeitung XY, diese Handtaschen mit einem journalistischen Beitrag zu glorifizieren und abzubilden und natürlich die Marke zu erwähnen.

Der Begriff „Publireportage“ stammt übrigens aus der eigentlich seriösen NZZ; und die beste deutsche Tageszeitung FAZ sucht per Stellenanzeige „Mitarbeiter Content Vermarktung“.

Offensichtlich stehen gedruckte Medien wegen sinkender Auflagen und wegfallender Werbung unter großem Druck; dafür muss man Verständnis haben und ich könnte diese Werbe-Tricks akzeptieren, wenn diese Medien nicht gleichzeitig die demokratischen Parteien und Politiker pauschal verurteilen oder diffamieren.

Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Zur Corona-Pandemie darf eine gewisse Eva Illouz im Feuilleton der S.Z. auf die Pauke hauen und schreiben: „Der Kapitalismus und seine Protagonisten haben uns einer globalen Katastrophe ausgesetzt.“ Und dann kommt der folgende ekelhafte Satz:

„Katastrophen eröffnen den politischen Eliten die Gelegenheit, Beute zu machen.“

 

Die Süddeutsche Zeitung und der feministische Wahnsinn!

Wir Männer hatten uns ja daran gewöhnt, dass Frauen in der Welt der S.Z. die besseren Menschen sind und aus purer Gewohnheit haben wir das Abo der S.Z. nicht gekündigt. Jetzt aber kommt es knüppeldick:

  • In einem sogenannten „Essay“ bringt die S.Z. unter der Riesenschlagzeile: „Wer das Land am Laufen hält“ folgendes: „Die Corona-Krise zeigt: Wenn es hart auf hart kommt, stützen vor allem Frauen Wirtschaft und Gesellschaft. Ihre systemrelevante Arbeit wird aber häufig schlecht oder gar nicht entlohnt.“
  • Vor ein paar Tagen hieß es in einem anderen „Essay“: „Frauen sind nicht selbst schuld daran, dass sie im Durchschnitt 21 Prozent weniger Gehalt bekommen als Männer. Dringend nötig sind G e s e t z e , die systematische Ungerechtigkeiten ausgleichen und v e r b i e t e n ! Coole Idee ! Es soll also verboten werden, was es gar nicht gibt ! In Deutschland verdienen etwa zehn Millionen Frauen, die entweder beim Staat und seinen diversen Unterorganisationen oder in der Privatwirtschaft mit tariflich geregelten Arbeitsverhältnissen tätig sind, g e n a u so v i e l wie ihre männlichen Kollegen ! (In der gleichen Position mit der gleichen Anzahl von Berufsjahren) Es ist darüber hinaus ein Alter Hut, dass Frauen f r e i w i l l i g Berufe wählen, die schlechter bezahlt sind: Also Friseuse statt Handwerkerin. Und der dritte Grund ist, dass viele Frauen freiwillig und mit Freude Mütter und nicht berufstätig sind, einige Jahre zu Hause bleiben, um dann wieder zu arbeiten – meistens in Teilzeit.
  • „Unternehmen mit mehr Geschlechtervielfalt schneiden an der Börse besser ab, zeigt ein Report.“
  • „Viele Frauen wollen sich Arbeitsumfelder nicht antun, bei denen es so sehr auf Ellenbogen ankommt. Und die, die wollen, werden auf ihrem Weg dorthin diskriminiert.“

Im Sex-Gewerbe sind die Frauen offensichtlich nicht benachteiligt; das lässt die folgende Riesenschlagzeile der S.Z. vermuten: „Jede Frau hat das Recht, mit Sex Geld zu verdienen. Salomé Balthus verkauft ihren Körper aus Überzeugung. Sie sei, so sagt sie von sich selbst, Marxistin und Feministin – und im Bett nicht besser als andere .“

 

Kluge Worte

= Geh eine Meile, um einen Freund zu sehen, zwei Meilen, um einen Kranken zu besuchen, drei Meilen, um Frieden zwischen Menschen zu stiften. (Arabisches Sprichwort)

= Wer seine Meinung nie zurückzieht, liebt sich selbst mehr als die Wahrheit. (Joseph Joubert)

= Wer an das Gute im Menschen glaubt, bewirkt das Gute im Menschen. (Jean Paul)

= Man sollte nur von Pessimisten Geld borgen, denn sie erwarten ohnehin nicht, dass sie es zurückbekommen. (Georg Thomalla)

= Der Mensch schuf Gott nach seinem Bilde. (Ludwig Feuerbach)

= Wir werden als Entwurf zu einem Menschen geboren, und dann müssen wir daran arbeiten, daraus bis zum letzten Seufzer etwas möglichst Gelungenes zu machen. Wenn man sich nur gemütlich oder gleichgültig zurücklehnt, schwänzt man sein Leben. Man kann durchaus klüger, mitfühlender und dankbarer werden und verändert dann sein Bewusstsein und seine Gedanken und Taten und letztlich seine ganze Wirklichkeit. (André Heller)

= Aber was ist, um die allerschwierigste Frage zu stellen, mit dem Tod? Ich habe über diesen bitteren Gesellen in vielen Jahrzehnten viel Bedenkenswertes gelesen, der griechische Philosoph Epikur hat mit einer Formel alles auf den Punkt gebracht. „Der Tod geht uns nichts an. Denn solange wir existieren, ist der Tod nicht da, und wenn der Tod da ist, existieren wir nicht mehr.“

= Ganz gleich, wie viele heilige Worte du liest, ganz gleich, wie viele du sprichst – was für einen Wert haben sie für dich, wenn du nicht nach ihnen handelst? (Dhammapada)

= Willst du glücklich sein im Leben, trage bei zu anderer Glück, denn die Freude, die wir geben, kehrt ins eigene Herz zurück. (Goethe)

= Nimm dir jeden Tag eine halbe Stunde Zeit für deine Sorgen und in dieser Zeit mache ein Schläfchen. (Laotse)

= Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden. (Amerikanisches Pilgergebet)

 

Amerikanische Notizen

= Das kompromisslose Vorgehen der Polizei konzentriert sich auf Vergehen, an denen Schwarze besonders häufig beteiligt sind: Drogenbesitz und Drogenhandel. Und selbst bei ein und demselben Delikt sind die Strafen für Afroamerikaner deutlich höher. Bei Crack, das vor allem von ärmeren Schichten konsumiert wird, liegt die Mengengrenze, von der an Haftstrafen verhängt werden, achtzehn mal niedriger als bei dem teureren und wohlhabenden Schichten vorbehaltenen Kokainpulver.

= Albert Woodfox überfiel im Alter von 18 Jahren eine Bar und wurde zu einer Haftstrafe von 50 Jahren verurteilt; nach der Urteilsverkündung riss er sich von seinen Bewachern los, wurde wieder aufgegriffen und kam in ein Hochsicherheitsgefängnis; dort waren Bandenkriege, Drogen, Totschlag und Vergewaltigung an der Tagesordnung. Im Jahr 2015 ordnete ein Gericht seine Freilassung an. Woodfox hatte 43 Jahre in Einzelhaft verbracht.

= Ken Frazier von Merck & Co. ist einer der wenigen afroamerikanischen Vorstandschefs. Vor ein paar Jahren motivierte ihn eine Freundin, sich eines Schwarzen anzunehmen, der seit über zehn Jahren im Gefängnis von Alabama auf seine Hinrichtung wartete; er soll einen Mitarbeiter eines Supermarktes ermordet haben. Dabei hätten Beweise existiert, dass das Opfer unbeabsichtigt von Polizeikugeln getroffen worden sei, was die Polizei zu vertuschen versuchte. Frazier schaffte es, das ursprüngliche Urteil zu revidieren und einen neuen Prozess herbeizuführen – der Mann wurde für unschuldig befunden.

= Mohamedou Ould Slahi war 14 Jahre Häftling in Guantanamo – ohne jede Anklage. Unter Folter hat er viel verraten – vor allem Fake News. Jetzt sucht er in seiner Heimat Mauretanien ein normales Leben.

= Nach einem Mord wurden vier angebliche Täter hinter Gitter in den Todestrakt gebracht. Elf Jahre später brachte ein DNA-Test den Freispruch – fünf Tage bevor die Hinrichtung angesetzt war.

= Hunderttausende (!) Amerikaner sitzen jede Nacht nur deshalb im Gefängnis, weil sie keine Kaution stellen können. Nur mit einem Schuldgeständnis kommen sie frei.

= Chicago im Jahr 2016: 762 Morde – 3550 Schießereien – 4331 Opfer. Am Heiligen Abend und am ersten Weihnachtsfeiertag gab es in der von Bandenkriminalität gequälten Stadt 27 Schießereien – zwölf mit tötlichem Ausgang; meistens ging es um Konflikte rivalisierender Banden.

= Colson Whitehead erzählt in seinem grandiosen Roman „Underground Railroad“, warum die Geschichte der Sklaverei nicht abgeschlossen ist und bis heute den amerikanischen Alltag prägt.

= Jedes Jahr nehmen hunderttausende Amerikaner am „Marsch für das Leben“ (also gegen Abtreibung) teil. Mister Trump dazu: „Unter meiner Regierung werden wir immer das allererste Recht in der Unabhängigkeitserklärung verteidigen, und das ist das Recht auf Leben.“ Der katholische Bischof Anthony Taylor weigerte sich, an dem Marsch teilzunehmen, weil die Todesstrafe in Amerika weiter bejaht wird.

= In den USA gibt es 5627 Krankenhäuser und 64.747 lizenzierte Waffenhändler.

 
 

W i t z e

= Zwei Feministinnen sitzen am Frühstückstisch. Die eine bittet: „Reich mir doch bitte mal die Salzstreuerin !“

= „Ich habe es satt, mit einem Geizhals verheiratet zu sein. Hier hast du meinen Ring zurück !“ – „Und wo ist das Etui ?“

= Eine Frau kommt nach ihrem Tod in den Himmel und bittet Petrus, ihren verstorbenen Mann treffen zu können. Petrus verspricht nachzusehen, in welcher Abteilung der Verblichene zu finden sein könnte. Doch im Computer findet er keinen Eintrag. Auch bei den Heiligen ist er nicht zu finden. „Sagen Sie, gute Frau, wie lange waren Sie denn verheiratet ?“ – „Über 50 Jahre“, antwortet sie stolz. – „Das ist natürlich etwas anderes, dann finden wir ihn bei den Märtyrern.“

= „Als ich dich heiratete, muss ich ein Idiot gewesen sein !“ – „Stimmt. Aber damals war ich so verliebt, dass ich es leider nicht gemerkt habe. !“

= „Deine Pilzsupe schmeckt aber besonders köstlich, woher hast du denn bloß das Rezept ?“ – „Aus einem Kriminalroman !“

= Ein Opa geht mit seinem Enkel in der freien Natur spazieren und sagt: „Nun sieh dir doch bloß diese schöne Natur an, die grünen Bäume und die saftigen Wiesen.“ Opa knickt einen Grashalm ab und kaut auf ihm herum. – Fragt der Enkel: „Opa, bekommen wir jetzt ein neues Auto?“ – „Wie kommst du denn jetzt auf die Idee?“ – „Na, weil Papa gesagt hat, wenn der Opa ins Gras beisst, bekommen wir ein neues Auto.“