Der Fall China

Von Walther Seinsch

Die spannende Frage ist, ob die westlichen Demokratien und Medien das Recht haben, ihr politisches System, ihr Verständnis von Menschenrechten und ihre Auffassung vom Rechtsstaat dem Land China aufzuzwingen oder ob China dramatisch zurückgeworfen würde, wenn es z.B das Gesellschaftssystem der USA übernehmen würde.

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Es wird besser

Mit meiner Rubrik „Es wird besser“ möchte ich zeigen, dass früher eben nicht, wie gerne behauptet wird, alles besser war.

  • Der amerikanische Psychologe Steven Pinker: „Wir leben im freidlichsten aller Zeitalter.
    Durch die Aufklärung, den Zivilisationsprozess und den
 Handel, der potenzielle Feinde zu Geschäftspartnern macht,
ist die Welt humaner geworden.“
  • In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts starben jährlich
 rund zwei Millionen Menschen an Malaria. 2015 waren es noch 400.000. (SPIEGEL)
  • Als Kind stotterte Gregor Luthe und landete auf einer Sonderschule. Heute ist er Professor und Erfinder. (WN)
  • 1980 waren 52 Prozent der Weltbevölkerung mit Trinkwasser
 versorgt. 2015 sind es 92 Prozent.

Fußball-Untreue

Von Walther Seinsch

Liebe Leser,

ein einziges Mal bin ich in meinem Leben dem Fußball untreu geworden; bis zum Alter von vierzehn Jahren hatte ich kein Training und kein Spiel versäumt und war glücklich damit. Dann begann ich mich für Mädchen zu interessieren und ließ mich von einem Freund in die angesagte Eisdiele schleppen, wo „man“ sich traf; unter den hübschen Mädels war eine besonders auffallende junge Dame, die mit Tenniskleidung und Tennisschläger bewaffnet war und die, wie mein Freund mir zuflüsterte, nicht zu haben war, weil aus besseren Kreisen.

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Bildungs – Stadl

Wie geht es Ihnen, liebe Leser, wenn in einer Tageszeitung
 von „depravierten Milieus“ geschrieben wird? Ärgern Sie sich? Greifen Sie zum Lexikon? Oder lassen Sie diese
 „Ich-stehe-bildungsmäßig-weit-über-dem-Leser-„Journalisten kalt?

Schauen Sie doch einmal:

  • Süddeutsche Zeitung: „Er taumelt durch eine sedierte Stadt.“ Kommentar: Das Wort sediert im
 Duden gesucht und nicht gefunden.
  • FAZ: „Die Residuen des unpolitischen Denkens der deutschen konstitutionellen Tradition sollten
wir endlich hinter uns lassen.“
  • Süddeutsche Zeitung: „Sokolov wird verehrt wie kaum ein anderer Pianist – auch, weil er die weit
verbreitete Sehnsucht nach dem Unkonsumierbaren stillt. In Sokolovs Spiel steckt eine
 Widerständigkeit, die die allgemeine Glätte der Gegenwart unterbricht.“
  • Süddeutsche Zeitung: „Wer Vergils vierte Ekloge kennt, ist willkommen.“
  • „Eine fleißige Expertin exegesiert den neuesten Trump-Wahnsin.“ (Chrismon)

Blutsauger DFB

Von Walther Seinsch

Der F.C. Augsburg hatte sich im Jahr 2000 sportlich für die 3. Liga qualifiziert, erhielt aber, weil der Hauptsponsor abgesprungen war, keine Lizenz. Die Verschuldung des Clubs lag deutlich über drei Millionen Deutsche Mark.

Der neue Vorstand ging auf Betteltour und erreichte bei den Gläubigern den Verzicht von neunzig Prozent ihrer Forderungen; zwei festangestellte Mitarbeiter mussten entlassen werden; es gab keinen Manager und die Arbeit musste von Ehrenamtlichen geleistet werden, die teilweise fünfzig Stunden pro Woche zur Verfügung standen; die Kaffeemaschine und das Klopapier wurden von zu Hause mitgebracht und der Präsident genierte sich nicht, am Spieltag vor den Kassen den Dreck wegzufegen.

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Ägypten – Von der Muslimbruderschaft zur Terrorgruppe zum Flächenbrand

Von Walther Seinsch

Seit dem Ende der Monarchie (1953) waren Parlament und Parteien in Ägypten nichts weiter „als politische Verzierung der Autokratie“.

Während der dreißig Jahre Mubaraks stand Korruption im Vordergrund, das Militär war stark und der Volkswille war schwach.

Die Muslimbrüder steuerten das Land nach ihrer Machtübernahme in Richtung Islamistische Diktatur, die zwangsläufig zu einem Bruch der relativ guten Beziehungen zu Israel und einer dramatischen Verschiebung der politischen und militärischen Machtverhältnisse in Afrika, im Nahen Osten bis hin nach Iran, Afghanistan und Pakistan geführt hätte.

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Danke Franz Beckenbauer

Von Walther Seinsch

Die Intelligenz-Medien in Deutschland trennen glasklar zwischen den Bösen und den Guten:

Die Guten sind die Kulturschaffenden wie Künstler, Literaten, Skulpturen-Bauer, Musiker, Feuilleton-Redakteure, Opernsänger usw. Gut sind grundsätzlich alle Frauen, auch ältere weiße Frauen, selbst wenn sie in der verpönten freien Wirtschaft tätig sind; Künstlerinnen werden geradezu angebetet, besonders dann, wenn sie eine Kunst produzieren, zu der jeder Durchschnittsmensch keinen Zugang hat.

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Länderportrait Italien

Von Walther Seinsch

Im Winter 2014/15 schickte der italienische Finanzminister eine ganze Brigade von Steuerfahndern in die mondänen Skiorte der Alpen; die Anweisung lautete: Notiert die Autonummern aller Oberklassewagen mit italienischem Kennzeichen, ermittelt die Namen der Besitzer und prüft, welches Einkommen diese Leute dem Finanzamt gemeldet haben.

Wenn also jemand einen Daimler der E-Klasse fährt und ein Jahreseinkommen von 20.000 Euro angegeben hat, dann handelt es sich um einen Steuerhinterzieher; der bekommt dann unter Strafbefehl eine Nachzahlung von 40.000 Euro zugestellt, danach lassen wir uns auf 25.000 Euro herunterhandeln und die Sache ist abgeschlossen.

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Gefährliche Ignoranten

Von Walther Seinsch

Reiner Holznagel ist Präsident des Bundes der Steuerzahler und schreibt wöchentlich eine Kolumne für Euro am Sonntag.

Da geht jede Woche die Post ab: Auf die Politik oder die Politiker wird brutal auf unterstem Niveau eingedroschen. Man kann das auch als Hetze bezeichnen.

Jetzt plädiert Herr Holznagel für die Einführung von Volksentscheiden und nennt als Beispiel die Abschaffung des Solidaritätszuschlags; er schreibt: „Ich bin sicher, für diese Steuerentlastung würden die meisten Bürger votieren.“

Geht’s noch populistischer und ignoranter?

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